Interview mit Volker Klüpfel Krimi-Duo Klüpfel & Kobr im Zentrum

Krimi-Autor Volker Klüpfel spricht im Kurier-Interview. Foto: Däumer Binzer

Sechs Millionen Bücher haben sie verkauft. Seit Herbst 2016 gehen die Krimi-Autoren Volker Klüpfel und Michael Kobr mit einem neuen Bühnenprogramm auf Tour. Am Mittwoch um 20 Uhr sind die Schöpfer des kultigen Kommissars Kluftinger im Zentrum in Bayreuth zu erleben. Im Kurier-Interview verrät Volker Klüpfel schon mal so viel: „Wir werden nichts singen.“

Herr Klüpfel, darf ich zunächst Ihre Japanisch-Kentnisse testen?

Volker Klüpfel: Ja bitte!

Was heißt: Milulku Satsujin-to Yuutsuna Natsu?
Klüpfel: Das heißt: Das Wetter ist sehr schön heute.

Falsch! Es heißt „Milchmörder und der düstere Sommer“ und ist der japanische Titel eines Ihrer Krimis.
Klüpfel: Da hatten wir noch nie eine Lesung, deshalb weiß ich das nicht.

Rechnen Sie damit, dass jetzt scharenweise Japaner mit Kameras im Anschlag übers Gottesackerplateau stolpern oder den Höfats erklimmen?
Klüpfel: Nein. Wir wurden ja schon in mehrere Sprachen übersetzt, auch ins Chinesische. Aber es hat nie zu einem großen Erfolg im Ausland geführt, trotzdem ist es witzig.

Ihre Krimi-Figur Kluftinger wird ja gerne als skurril bezeichnet. Aber, hat er nicht ganz viel vom gemeinen Allgäuer in sich?
Klüpfel: Den normalen Allgäuer gibt es nicht. Aber es gibt sicher Eigenschaften, die man oft wiederfindet. Beim Allgäuer ist es vielleicht eine nicht überbordende Weltoffenheit und eine etwas raue Schale. Das ist vielleicht der kleinste gemeinsame Nenner. Darüber hinaus gibt es aber hunderttausend Ausprägungen.

Wir könnten jetzt über Gemeinsamkeiten zwischen Allgäuer und Franken nachdenken ...
Klüpfel: Ich habe ja in Bamberg studiert, insofern sind mir die Franken ein vertrauter Menschenschlag. Da kann man schon Parallelen sehen.

Angeblich bietet die Stadt Füssen sogenannte Kluftiführungen für Touristen an. Was muss man sich darunter vorstellen?
Klüpfel: Im Allgäu gibt es inzwischen einen regelrechten Kluftinger-Tourismus. In Füssen wandert man zum Alatsee, der spielt in „Seegrund“ eine wichtige Rolle. In Kempten geht man unter anderem zu Kluftingers Arbeitsstelle, überdies kann man auch eine Bustour machen.

Was erwartet die Besucher am Mittwoch im Zentrum?
Klüpfel: Eine Lesung plus X. Wir lesen aus „Himmelhorn“ und unserem Italienbuch „In der ersten Reihe sieht man mehr“. Aber es werden auch immer wieder mal die Buchdeckel zugeschlagen und wir sprechen über uns. Wir haben festgestellt, dass das die Leute ganz gerne mögen – auch wenn wir uns mal auf der Bühne streiten. Aber keine Angst: Wir singen nicht.

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