Innovationszentrum Containerdorf lässt noch auf sich warten

Das Regionale Innovations- und Gründerzentrum (Riz) soll in den Eingangsbereich der Bayreuther Uni platziert werden. Rechts von der Hauptzufahrt soll der Wall abgetragen werden. Ob und wann dort zunächst Container stehen, ist weiter Gegenstand einer Diskussion im Stadtrat. Foto: Nils Katzenstein/Archiv

BAYREUTH. Ob und wann es an der Zufahrt zur Bayreuther Universität übergangsweise ein Containerdorf für Gründer und Innovative geben wird, ist weiter offen. Im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrates wurde am Mittwoch keine endgültige Entscheidung getroffen. 

„Container machen für mich nur Sinn, um wie derzeit an der Albert-Schweitzer-Schule einen Leidensdruck wegen eines Umbaus wegzunehmen“, widersprach Stephan Müller, Fraktionsvorsitzender der Bayreuther Gemeinschaft (BG), einem Antrag der CSU-Fraktion. „Aber nicht im Vorfeld eines Bauvorhabens, wenn noch gar keiner eingezogen ist.“

Die Christsozialen im Bayreuther Stadtrat sehen das anders. Sie wollen auf dem Wall am Campus-Eingang an der Universitätsstraße Container errichten. Dadurch soll das dort geplante Regionale Gründer- und Innovationszentrums (Riz) seine Arbeit früher aufnehmen können.

Zum Hintergrund: Dass in Bayreuth ein Zentrum entstehen soll, an dem Gründer und Innovative unterstützt werden, ist grundsätzlich beschlossene Sache. Im September 2018 sprachen sich Haupt- und Finanz- sowie Bauausschuss in einer gemeinsamen Sitzung dafür aus.

Eine enge Zusammenarbeit mit der Uni und vor allem deren Stabsabteilung für Entrepreneurship und Innovation ist geplant. Von Baukosten um die 15 Millionen Euro ist die Rede. Von einem möglichen Nutzungsbeginn frühestens Ende 2022 geht man aus.

Die CSU sieht die Konkurrenz und kritisiert das Tempo 

Der CSU dauert das zu lange. Sie möchte die ohnehin notwendige Rodung und Erschließung des Geländes nutzen, um Container als Interimslösung aufzustellen. „Hof, Coburg und Bamberg sind mit attraktiven Angeboten für Gründer auf dem Markt“, begründete Altoberbürgermeister Michael Hohl den Antrag seiner Partei. 

„Wir wollen einen klaren Auftrag an die Verwaltung für eine zeitnahe Umsetzung einer Interimslösung.“ Die CSU fordert, bereits für 2019/20 im Haushalt 250.000 Euro bereitzustellen. Dadurch könnten Gründer und damit zukunftsweisende Arbeitsplätze schon früher an die Stadt gebunden werden.

Die Antwort der Verwaltung in den offiziellen Sitzungsunterlagen: „Eine Interimslösung könnte unter Umständen dazu dienen, die bereits heute am Wissens- und Wirtschaftsstandort Bayreuth vorhandenen Innovations- und Gründerpotenziale aktiv zu fördern.“ Michael Hohl kommentierte im Ausschuss: „Dieses gedankliche Vielleicht ist uns zu schwammig.“

Durchsetzen konnte sich die CSU mit ihrem Vorstoß nicht. „Uns entstehen Kosten für die Erschließung, obwohl die Fördermittel noch nicht da sind“, stellte Müller ein organisatorisches Argument ans Ende seiner Gegenrede. Der FDP/DU-Fraktionsvorsitzende Thomas Hacker, ein Befürworter eines raschen Arbeitsbeginns des Gründer- und Innovationszentrums, äußerte sich ähnlich: „Ich sehe eine Beschlussfassung vor einer Entscheidung der Staatsregierung über die Förderung kritisch.“ Zwar gehe er davon aus, dass Bayreuth Unterstützung aus München erhalte. „Aber lassen Sie uns die Sitzung des Ministerrats abwarten.“

Eine Meinung, die an diesem Nachmittag mehrheitstauglich war. „Ich möchte die bayerische Regierung ungern mit einem vorzeitigen Beschluss verärgern“, sagte Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe (BG). Und auch die SPD wollte das „Okay für die Fördergelder abwarten“, wie der Fraktionsvorsitzende Thomas Bauske sagte.

So votierte die Mehrheit für den Beschlussvorschlag der Verwaltung – auch die CSU. Er sieht einerseits vor, weiterhin Gespräche mit den am Bau involvierten Akteuren wie Uni oder Landkreis zu führen. Andererseits soll die eventuelle Umsetzung einer Interimslösung aber frühestens im Haushaltsplan 2020 fixiert werden. Für 2019 sollen lediglich 20 000 Euro für Planungskosten eingerechnet werden. 

Grüne lehnen Gründerzentrum grundsätzlich ab

14 der 16 anwesenden Ausschussmitglieder stimmten dem zu. Stefan Schlags und Klaus Wührl-Struller (beide Grüne) waren dagegen. Dies verwundert nicht: Ihre Partei lehnt das Gründer- und Innovationszentrum grundsätzlich ab. Die Argumente: Es werde zu viel Steuergeld ausgegeben, das woanders fehle. Außerdem sehen die Grünen keine Notwendigkeit für das Riz, es gebe ja bereits das Institut für Entrepreneurship der Uni. „Und die Fördermittel gibt es auch nur fürs Gründerzentrum, nicht für den Innovationsteil“, sagte Stefan Schlags. 

 

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