In letzter Sekunde Haspo unterliegt Spitzenreiter mit 29:30

Einmal mehr war Sven Goeritz (links) nicht nur der auffälligste Abwehrspieler bei Haspo, sondern auch der treffsicherste Werfer. Fünfmal überwand der Linksaußen die Torhüter des HSC Bad Neustadt (rechts Nick Weber). Foto: Peter Kolb

HANDBALL. Beinahe hätte es am zwölften Spieltag der Herren-Bayernliga auch einmal den immer noch fehlerfreien Spitzenreiter HSC Bad Neustadt mit einem Punktverlust erwischt. Vor sehr stimmungsvoller und bisweilen emotional aufgeladener Kulisse im voll besetzten Schulzentrum Ost war Haspo Bayreuth (4.) der großen Überraschung ganz nahe, ehe eine korrekt ausgelegte neue Regel doch noch die bittere 29:30 (14:15)-Heimniederlage besiegelte.

Was war passiert? Beim Stand von 23:28 (51.) sah es schon so aus, als würde sich der haushohe Favorit aus der Saalestadt locker durchsetzen. Doch das Haspo-Team kämpfte – wie in den vorangegangenen Minuten mit großem Willen und der Überzeugung, die Sensation schaffen zu können – einfach weiter. Angetrieben von den lautstarken Zuschauern ließen die Bayreuther in den verbleibenden neun Minuten nur noch einen Gegentreffer zu. Gary Hines, der am Ende mit acht Toren auch bester Gästewerfer war, traf bei drohendem Zeitspiel nach einem Freiwurf.

Ansonsten ergatterte die nun noch offensiver werdende 3:2:1-Deckung der Hausherren Ball um Ball (zum Schluss waren es 13 Ballgewinne!). Und 32 Sekunden vor dem Ende kamen sie per Siebenmeter durch den nervenstarken Lukas Schalk tatsächlich zum 29:29-Ausgleich. Auch den letzten Angriff des HSC verteidigte Haspo sehr gut, war sogar mehrfach dem nächsten Ballgewinn nahe und unterband schließlich den letzten Versuch mit einem Foul. Als Bad Neustadt den Freiwurf schnell ausführen wollte, hielten die Bayreuther jedoch nicht den vorgeschriebenen Abstand ein. Seit dieser Saison hat das nur eine Folge: Rot und Siebenmeter für die ausführende Mannschaft zum 29:30-Endstand.

Trainer Werner: "Mannschaft kann stolz sein"

„Wenn du hier so ein überragendes Spiel gegen einen wirklich sehr, sehr guten Gegner ablieferst und dann so hart bestraft wirst, ist es einfach enorm bitter“, ärgerte sich Haspo-Trainer Michael Werner nach Spielschluss, meinte aber auch: „Die Mannschaft kann heute absolut stolz auf sich sein, denn wir haben der besten Mannschaft der Liga alles abverlangt, sind immer wieder zurückgekommen und waren ganz knapp am eigentlich verdienten Punkt.“

Tatsächlich hielten die Bayreuther das Spiel gegen den haushohen Meisterschaftsfavoriten von Beginn an komplett ausgeglichen. Wie überrascht die Gäste von so viel Gegenwehr waren, zeigte alleine die frühe Zeitstrafe wegen Meckerns gegen ihren Trainer, den ehemaligen Nationaltorwart Chrischa Hannawald (10.). Diese Aufregung nutzte Haspo, um auf 8:6 (16.) vorzulegen, wobei sogar noch gute Möglichkeiten gegen den starken eingewechselten Gästekeeper Felix Schmidl ausgelassen wurden (19 Fehlwürfe).

Über die vollen 60 Minuten brachten die Hausherren ihren Gegner immer wieder durch eine aggressive Abwehr aus dem Konzept und an den Rand des Zeitspiels. Das löste Bad Neustadt dann meist mit dem sprunggewaltigen Gary Hines aus dem Freiwurf, und so ging der Gast mit einem knappen 15:14 in die zweite Halbzeit. Nachdem der starke Rückraumrechts Tom Elschner sofort nach Wiederbeginn ausgeglichen hatte, nahm sich HSC-Rückraumlinks Konstantin Singwald mit einer direkten Roten Karte (33.) selbst aus dem Spiel. Erst nach dem dritten von Haspo-Torwart Robin Hennig gehaltenen Siebenmeter beim Stand von 18:18 (40.) schien sich der Favorit doch noch deutlich durchzusetzen, ehe die dramatische Schlussphase begann.

Haspo Bayreuth: Hennig (7 Paraden), Brückner (7) – Schalk (4 Tore/2 Siebenmeter), Nicola (3), Baldauf, Herrmannsdörfer (4), Funke (1), Saborowski (4), Elschner (5), Meyer-Siebert (4/1), Bader, Goeritz (5), Klenk.

 

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