In der Erfolgsspur zurück Tigers gewinnen gegen Bietigheim mit 4:3

In der entscheidenden Phase des Spiels wurde Bayreuths Torhüter Timo Herden (links) zum unüberwindbaren Hindernis für den Bietigheimer Tyler McNeely (rechts) und seine Sturmpartner. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Die jüngste 1:2-Niederlage gegen die Löwen Frankfurt hat dem Aufwärtstrend der Bayreuth Tigers in der DEL2 offensichtlich keinen nachhaltigen Schaden zugefügt. Am Abend kehrte die Mannschaft von Trainer Petri Kujala dank einer überaus couragierten Vorstellung gegen Meister Bietigheim Steelers in die Erfolgsspur zurück. Durch den verdienten 4:3 (1:0, 2:1, 1:2)-Erfolg setzten die Tigers klar Kurs in Richtung der Nichtabstiegsplätze.

Dass der Sieg der Bayreuther in Ordnung ging, unterstrichen nach der Partie beide Trainer. Allerdings lieferten sie unterschiedliche Begründungen. Während Gästecoach Hugo Boisvert mit der Leistung seiner Mannschaft haderte („Eine durchschnittliche Leistung ist nicht genug, um in der DEL2 ein Spiel zu gewinnen“), sah Petri Kujala ein über „45 Minuten lang hervorragendes Spiel“ seiner Mannschaft. „Jeder Schlittschuh ist so gelaufen, wie es sich gehört.“ Wobei der Finne das mit zwei Treffern belohnte Überzahlspiel und das Penaltykilling seines Team besonders herausstellte.

Dass die Schwaben bei ihren Überzahlsituationen hingegen erfolglos geblieben waren, war auch ein Verdienst von Torhüter Timo Herden. Der überstand den Schlussansturm der Gäste beim Stande von 4:3 mit einer Mischung aus stoischer Gelassenheit und reaktionsschnellen Paraden. Ihn hatte Kujala zwischen die Pfosten beordert, obwohl Brett Jaeger in den Spielen zuvor herausragende Leistungen gebracht hatte. Die Frage nach seinen Beweggründen für die Personalentscheidung beantwortete Kujala lakonisch: „Timo musste auch irgendwann wieder einmal spielen.“

Erstes Drittel: Es war der leichte Vorteil bei den Specialteams, der den Bayreuthern im temporeichen Anfangsdrittel eine 1:0-Führung bescherte. Im Gegensatz zu den Steelers schlugen die Tigers zumindest bei einer ihrer zwei Powerplaysituationen zu. Allerdings entsprang ihre Führung in der 8. Minute einer Einzelaktion von Topscorer Ville Järveläinen, der mit Geschwindigkeit ins Bietigheimer Drittel fuhr, Verteidiger Bastian Steingross mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen ließ und Torhüter Ilya Sharipov mit einem ebenso trockenen wie verdeckten Handgelenkschuss düpierte. Ansonsten offenbarte sich der Unterschied zwischen amtierendem Meister und sportlichem Absteiger vor allem in der Mehrzahl an Abschlüssen. Bei Großchancen von Norman Hauner (2.), Yannick Wenzel (12.) und Matt McKnight (18.) reagierte Timo Herden erstklassig.

Zweites Drittel: Im Mitteldrittel machten die Bayreuther dank einer weiterhin couragierten, nun aber auch spielerisch sehenswerten Leistung aus ihrer leicht schmeichelhaften Führung eine verdiente. Und sie bauten sie aus. Wieder war es eine Strafe gegen Bietigheim, die die Bayreuther begünstigte. Ivan Kolozvary bediente seinen in den Slot gelaufenen Sturmpartner Michal Bartosch – 2:0 (24.). Zwar schlugen die Gäste durch Tyler McNeely in der 28. Minute zurück – der auffällige Kanadier nutzte einen kollektiven Blackout der Tigers-Defensive –, nachhaltige Wirkung entfaltete der Anschluss aber nicht. Denn schon 73 Sekunden später stellte der starke Michal Bartosch nach einem Schnellangriff den alten Abstand wieder her. Das Bayreuther Urgestein profitierte bei seinem Nachschuss-Treffer von einer Unsicherheit Sharipovs, der die Scheibe nach vorne hatte prallen lassen.

Drittes Drittel: Die Steelers hatten noch gar nicht richtig zur Attacke geblasen, da musste Sharipov das vierte Mal hinter sich greifen. Luca Gläser (44.) hatte, wie zuvor Bartosch, seinen eigenen Nachschuss vollendet. Damit aber hatten die Tigers die Steelers offensichtlich über das verträgliche Maß hinaus gereizt. Die Gäste schlugen mit voller Wucht zurück. Ein Doppelschlag von Alexander Preibisch und Benjamin Zientek binnen 29 Sekunden brachte den angeschlagenen Meister in der 45. Minute zurück in die Partie. Bietigheim war nun obenauf, während die Verunsicherung bei den Bayreuthern greifbar war. Der Druck der Steelers nahm minütlich zu, der Ausgleich schien nur eine Frage der Zeit zu sein. Erst als die Gäste in der 55. Minute aufgrund zu vieler Spieler auf dem Eis in Unterzahl gerieten, stand Herden für zwei Minuten einmal nicht im Blickpunkt. Doch mit Ablauf der Strafe nahm der Schwaben-Express wieder Fahrt auf. In der Schlussphase wuchs Herden über sich hinaus und sicherte seinem Team drei verdiente Zähler.

Bayreuth Tigers: Herden – Heider, Potac; Newton, Mannes; Mayr, Martens; Linden – Bartosch, Kolozvary, Kunz; Järveläinen, Heatley, Rajala; Richter, Busch, Gläser; Kronawitter, Kirchhofer, Gams.

Bietigheim Steelers: Sharipov – Goc, Hüfner; Schofs, Steingross; Grosse, Corrin – Sommerfeld, McKnight, Preibisch; Weller, McNeely, Hauner; Lukes, Cabana, Zientek; Wenzel, Swinnen.

SR: Noeller, Westhaus; Strafminuten: Bayreuth 10, Bietigheim: 14; Zuschauer: 1246.

Tore: 1:0 (8.) Järveläinen (Newton – 5 gegen 4), 2:0 (24.) Bartosch (Kolozvary, Heider– 5 gegen 4), 2:1 (28.) McNeely (Corrin, Weller), 3:1 (29.) Bartosch (Kunz, Kolozvary), 4:1 (44.) Gläser (Busch, Richter), 4:2 (45.) Preibisch (McKnight, Sommerfeld), 4:3 (45.) Zientek.

 

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