Immer mehr Aufgaben für Feuerwehren

Ein zweites Wechselladerfahrzeug soll die Feuerwehr Speichersdorf bekommen. Foto: Andreas Harbach

Den Feuerwehren werden immer mehr Aufgaben aufgebürdet, kritisierten einige Gemeinderäte. Und so sorgte der geplante Kauf eines zweiten Wechselladerfahrzeugs für die Feuerwehr Speichersdorf im Gemeinderat für eine Grundsatzdiskussion über die Grenzen der Belastbarkeit der Aktiven. "Jetzt ist mal Schluss", lautete der Appell von Drittem Bürgermeister Wolfgang Hübner an das Landratsamt.

Der 200.000 Euro teure Dreiachser ist im Einsatzkonzept des Landkreises Bayreuth vorgesehen. Es dient als Trägerfahrzeug für Abrollcontainer, von denen es je nach Einsatz verschiedene Ausführungen gibt. Die staatlichen Gesamtzuschüsse betragen 173.000 Euro. Sollte jeweils ein Fahrzeug von den Feuerwehren Speichersdorf, Pegnitz, Gefrees und Waischenfeld gemeinsam gekauft werden, gibt es nochmals zehn Prozent Zuschuss extra, erläuterte Bürgermeister Manfred Porsch (UBV).

Dritter Bürgermeister Wolfgang Hübner (CSU) fragte nach der Zusatzbelastung für die örtliche Feuerwehr, sollte das Fahrzeug angeschafft werden. „Wir haben die vergangenen Jahre schon aufgerüstet, doch das Personal ist nicht mehr geworden.“ Zudem stehe 2018 der Wechsel des langjährigen Kommandanten Roland Steininger an. „Irgendwann ist die Oberkante Unterlippe erreicht – und das neue Fahrzeug kommt dazu“, warnte Hübner. „Wir brauchen zusätzliches Personal.“ Man sollte dem Landkreis und dem Kreisfeuerwehrverband zeigen, „jetzt ist mal Schluss“.

"Grenzwertig, was Feuerwehrleute leisten müssen"

Porsch erwiderte, das Trägerfahrzeug sei momentan der Abschluss, doch werde es immer wieder Neuentwicklungen geben. Für das neue Fahrzeug sei ein Fahrer und ein Beifahrer erforderlich. Für Franc Dierl (CSU) erleichtert das neue Fahrzeug die Arbeit. Er sprach von einem „Spottpreis“, die Anschaffung liege für die Gemeinde eigentlich bei null. Das Wechselladersystem sei die Zukunft, doch teile er die Bedenken, dass es immer mehr Einsatzbedarf gebe. „Ich ziehe den Hut vor jedem Aktiven“, betonte Dierl.

Kommandant Steininger, der auch im Gemeinderat sitzt, lobte die Einsatzbereitschaft. Beim Bauernhofbrand in Speichersdorf im Juli 2017 seien fast alle Aktiven da gewesen, hätten in kürzester Zeit 800 Meter Schlauchleitung verlegt. Neue Gerätschaften seien notwendig, um rasche und wirksame Hilfe zu leisten, unterstrich Bürgermeister Porsch. Gemeinderat Christian Porsch (UBV) nannte es zum Teil grenzwertig, was die Feuerwehrleute leisten müssen.

Der Kauf des Wechselladerfahrzeuges bedeute nicht den großen Aufwand, doch der neue Abrollbehälter zur Wasserförderung bei Hochwasser bringe mehr Arbeit. Mit einer Gegenstimme beschloss das Gremium den Kauf. Wie üblich, wird die Gemeinde die Wartungskosten übernehmen.

Kinderfeuerwehr wird integriert

Zudem beschloss der Gemeinderat einstimmig den Kauf eines Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuges HLF 20 für die örtliche Wehr. Es dient als Ersatz für ein 27 Jahre altes Vorgängermodell, das verkauft wird. Das Fahrzeug soll rund 380.000 Euro kosten, der Eigenanteil beträgt 20.000 Euro. Eine weitere Neuerung: Die Kinderfeuerwehren Kirchenlaibach und Speichersdorf werden in die „gemeindliche Einrichtung Feuerwehr“ aufgenommen. Das bedeutet einen besseren Versicherungsschutz bei Unfällen. Die Kinderfeuerwehren waren bisher den Feuerwehrvereinen angegliedert.

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