Im Bürgerhospital geht es weiter

Das bisher von der Arbeiterwohlfahrt betriebene Pflegeheim Bürgerhospital Kulmbach übernimmt ab 1. Juli der Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes. Foto: red

Der neu gewählte Kreisvorstand des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) hat beschlossen, ab 1. Juli den Betrieb des Bürgerhospitals zu übernehmen. Konkret heißt das: Niemand von den Bewohnern ist gezwungen, sich eine neue Bleibe zu suchen und auch das Personal, derzeit noch bei der Arbeiterwohlfahrt beschäftigt, kann in dem Haus bleiben.

Ein paar Knackpunkte gilt es noch zu klären. Die Weichen sind jetzt aber so gestellt, dass es für das Bürgerhospital eine Zukunft geben kann. Auch die Arbeiterwohlfahrt, die sich aus baulichen wie auch wirtschaftlichen Gründen entschlossen hat, das Heim aufzugeben, wird einen Anteil an der Erhaltung leisten und den Mitarbeitern kurzfristig den Ausstieg aus ihren Arbeitsverträgen ermöglichen, wenn sie das wollen. Zudem wird es wohl auch zur Übernahme von Einrichtungsgegenständen kommen, die der Awo gehören.

Anforderungen sind kaum zu erfüllen

Die Arbeiterwohlfahrt hatte, wie mehrfach berichtet, bereits vor zwei Jahren den Vertrag mit der Bürgerhospitalstiftung gekündigt. Mit nur 33 Plätzen, von denen einige wohl künftig auch nicht mehr belegt werden können, ist das Haus nur schwer wirtschaftlich zu betreiben. Hinzu kommt, dass die heutigen Anforderungen an die Beschaffenheit eines Pflegeheims in den historischen Gebäuden kaum zu erfüllen sind. Die Holzdecken machen es beispielsweise in zahlreichen Zimmern unmöglich, bodengleiche Duschen einzubauen. Duschwannen mit Einstiegsschwelle sind aber für Senioren nicht mehr akzeptabel. Auch die Größe der Fenster entspricht nicht mehr den neuesten Vorgaben. Die Heimaufsicht hat sich allerdings inzwischen bereit erklärt, bis zum Jahr 2031 bestimmte Mängel mit einer Ausnahmegenehmigung zu tolerieren. Die Bürgerhospitalstiftung als Eigentümerin des Hauses wird zudem einige Investitionen vornehmen, um das Haus zu modernisieren.

Einstimmig die Übernahme beschlossen

Auf Bitten von Oberbürgermeister Henry Schramm habe sich das BRK mit der Prüfung einer möglichen Betriebsübernahme befasst, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme des BRK-Kreisverbandes und der Bürgerhospitalstiftung. „Nach sorgfältiger Abwägung, einer konstruktiven Diskussion und der Einschaltung des parallel tagenden Haushaltsausschusses entschied der Kreisvorstand unter Vorsitz von Landrat Klaus Peter Söllner letztlich einstimmig, für eine Betriebsübernahme bereit zu stehen.“

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