IHK optimistisch 6000 neue Jobs für Oberfranken

„Unsere Unternehmensind optimistisch.“, sagt IHK-Chefin Gabriele Hohenner. Archivfoto: Ronald Wittek

BAYREUTH. Mit 5000 bis 6000 neuen Arbeitsplätzen in Oberfranken rechnet die IHK in Bayreuth für das kommende Jahr. IHK-Chefin Gabriele Hohenner sagt auf Nachfrage unserer Zeitung: „Die aktuelle Geschäftslage wird so positiv beurteilt wie selten zuvor.“

Der anhaltende Boom der Wirtschaft wird auch im kommenden Jahr viele neue Stellen schaffen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die Dachorganisation der IHKs, geht von insgesamt 500.000 neuen Jobs in Deutschland aus. Auch Oberfranken profitiert davon.

Arbeitsmarkt in Oberfranken boomt

"Unsere Unternehmer sind optimistisch, dass sich der Beschäftigtenzuwachs auch 2019 spürbar fortsetzt“, sagt Hohenner unserer Zeitung. Eine Einschränkung gebe es allerdings: Die Unternehmen könnten längst nicht mehr alle freien Stellen besetzen, das heißt, die Nachfrage nach Fachkräften bleibe größer als das Angebot. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen würden den Fachkräftemangel inzwischen als wirtschaftliches Risiko einstufen.

Die Arbeitslosenquote in Oberfranken ist drastisch gesunken. Lag sie im Oktober 2005 noch bei 9,3 Prozent, sank sie bis 2008 spürbar auf 4,4 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren sei ein weiterer moderater Rückgang bis auf 3,0 Prozent im Oktober 2018 zu verzeichnen gewesen. Hohenner: „Realistischerweise ist da nicht mehr viel Spielraum nach unten.“

Beschäftigtenzuwächse gebe es im Gesundheits- und Sozialwesen

Die Stimmung in der regionalen Wirtschaft ist ausgesprochen gut. Gerade einmal acht Prozent der befragten Unternehmen würden ihre Geschäftslage negativ beurteilen, 51 Prozent dagegen positiv. Die Umsätze und Gewinne steigen in vielen Fällen. In den ersten acht Monaten 2018 wuchsen die Industrieumsätze in den Betrieben mit 50 und mehr Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent.

Vom lang anhaltenden Aufschwung profitieren alle Branchen, sagt Hohenner. Die Baubranche vom spürbar gestiegenen Investitionsvolumen, Industrie und Dienstleistungen von der wachsenden Nachfrage aus dem In- und Ausland und der Handel von der Bereitschaft der Konsumenten, mehr Geld auszugeben. Spürbare Beschäftigtenzuwächse gebe es im Gesundheits- und Sozialwesen, der Industrie und bei technischen Dienstleistungen.

Fachkräfte fehlen

Alle Branchen würden vom Konjunkturaufschwung profitieren. „Etwas schwerer tun sich die Polstermöbelhersteller und die Finanzbranche, beide sind von einem Strukturwandel betroffen.“

Hohenner geht für dieses Jahr von einem Anstieg der Fachkräfte-Lücke in Oberfranken um rund 4500 und für 2019 um rund 2500 auf 31.000 aus. „Alleine für dieses Jahr werden sich die Bruttowertschöpfungsverluste aufgrund des Fachkräftemangels auf rund 2,5 Milliarden Euro belaufen.“

Ende des Aufschwungs nicht in Sicht

Der Fachkräftemangel ziehe sich mehr oder weniger intensiv durch alle Branchen. In der Industrie fehlen Mitarbeiter etwa in den Branchen Metall, Elektro und Maschinenbau, im Dienstleistungssektor in den Bereichen Pflege und Gesundheit, IT, Gastronomie sowie Logistik. Auch das Baugewerbe sucht Mitarbeiter.

Dass der Aufschwung auch einmal enden wird, „ist so sicher wie das Amen in der Kirche“. Aktuell verlangsame sich das Wachstum etwas. „Noch sehen unsere Unternehmer aber keine Trendwende“, sagt Hohenner.

 

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