"Hinten offen wie ein Scheunentor" Tigers unterliegen in Bad Tölz mit 2:5

Nach einem ersten Drittel mit zwei Gegentoren und einigen Paraden verlebte der Tölzer Torhüter Ben Meisner (links) im Spiel gegen die Bayreuth Tigers um Ivan Kolozvary (rechts) einen relativ geruhsamen Abend.Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Die Euphorie im Lager der Bayreuth Tigers vor dem Start in die neue DEL2-Saison hat mit dem Auftaktspiel bei den Tölzer Löwen einen kleinen Dämpfer erhalten. Die Mannschaft von Trainer Petri Kujala unterlag am Freitag bei den Tölzer Löwen mit 2:5 (2:1; 0:2; 0:1).

Und am Ende stand bei dem 48-jährigen Finnen die Erkenntnis: „Es wartet noch viel Arbeit auf uns. Gott sei Dank haben wir noch 51 Spiele vor uns.“ Was dem Bayreuther Trainer besonders missfiel, war die hohe Fehlerquote und die allzu sorglose Abwehrarbeit seiner Mannschaft. „Wir waren oftmals offen wie ein Scheunentor.“

Dabei verlief der Start in die Partie wunschgemäß für die Bayreuther: Bereits nach 83 Sekunden zappelte der Puck hinter dem neuen Löwen-Torhüter Ben Meisner im Netz, nachdem Arnoldas Bosas einen Schuss von Luca Gläser aus kurzer Distanz über die Linie bugsiert hatte. Das rief aber sofort die Tölzer auf den Plan. Sie starteten wütende Angriffe, scheiterten aber zunächst reihenweise an Torhüter Brett Jaeger. Eine Doppelchance von Andreas Pauli und Kyle Beach (4.) aus kurzer Distanz vereitelte der 35-jährige Neuzugang aus Frankfurt ebenso spektakulär wie einen Penalty (5.) von Beach.

Bezwungen wurde er erst in der elften Minute – ausgerechnet vom Ex Bayreuther Yannick Drews. Der vollendete ein Zuspiel aus der Tiefe von Kevin Wehrs eiskalt. Die Tigers ließen sich aber nicht beirren, sie blieben aggressiv und spielten mit viel Zug zum Tor. Ein Geniestreich von Juuso Rajala, der seinen Sturmpartner Mark Heatley vor dem Tor mustergültig bediente, brachte schließlich die erneute Tigers-Führung. Die hielt bis zur Schlusssirene des ersten Abschnitts, auch weil Jaeger weiter alles parierte, was auf sein Tor kam – selbst den zweiten Tölzer Penalty durch Drews.

Die Partie kippt zu Beginn des Mitteldrittels

Die Führung der Gäste nach diesem turbulenten ersten Drittel war verdient. „Wir haben danach aber anscheinend gedacht, wir können alles offensiv lösen“, beschrieb Kujala das Kippen der Partie mit Beginn des Mitteldrittels. Denn hier hielt die Bayreuther Führung nur 89 Sekunden. Dann behinderten sich Martin Heider und Arnoldas Bosas an der gegnerischen blauen Linie, die Löwen schalteten schnell um und fanden vor dem Tor Stephen Mac Aulay – 2:2. Nun waren die Tölzer klar tonangebend. Sie drückten weiter auf das Tempo und provozierten so Strafen und Fehler der Tigers.

Die Folge waren zwei weitere Tölzer Treffer: Die Führung markierte Kevin Wehrs in Überzahl, das 4:2 ging auf das Konto von Manuel Edfelder. Der 22-jährige Außenstürmer profitierte in eigener Unterzahl von Juuso Rajalas Scheibenverlust im Spielaufbau. Die Tigers, die auch noch eine 70 Sekunden währende 3:5-Unterzahlsituation zu überstehen hatten, verschafften sich erst gegen Ende des zweiten Drittels wieder etwas Luft, ohne allerdings nennenswerte Chancen zu kreieren.

Im Schlussabschnitt war der Wille der Bayreuther zwar erkennbar, dem Spiel noch eine Wende zu geben, gefährlicher aber blieben die Löwen. Es schien so, als müssten die Bayreuther ihrer starken Laufleistung aus dem ersten Drittel Tribut zollen. So brauchte Löwen-Torhüter Ben Meisner nur bei zwei Schüssen von Ivan Kolozvary beherzt eingreifen, während sein Bayreuther Pendant Brett Jaeger mehrmals die Chance erhielt, sich auszuzeichnen. Erst als der Tigers-Rückhalt zugunsten eines sechsten Feldspielers sein Tor verlassen hatte, gelang den Löwen durch MacAulay die endgültige Entscheidung.

Tigers-Geschäftsführer schlägt versöhnliche Töne an

Letztlich spiegelte das 5:2 die Kräfteverhältnisse an diesem Abend ganz gut wider. Deshalb sprach nicht nur Trainer Petri Kujala von einem verdienten Sieg der Tölzer. Auch für Tigers-Geschäftsführer Matthias Wendel gab es am Erfolg der Oberbayern nichts zu deuteln. Allerdings schlug er versöhnliche Töne in Richtung seiner Mannschaft an. „Ich will diese Auftaktniederlage nicht überbewerten. Das Team muss sich noch finden, hat aber phasenweise schon bewiesen, dass es mithalten kann. Vor allem auf das erste Drittel lässt sich aufbauen.“

Tölzer Löwen: Meisner – Borer, Reiter; Heinzinger, Gschmeißner; Schwarz – Edfelder, Sedlmayr, Ehliz; Strobl, Drews, Tosto; Horschel, Hörmann.

Bayreuth Tigers: Jaeger – Mayr, Martens; Heider, Linden; Veisert, Kunz – Bartosch, Kolozvary, Gläser; Rajala, Bosas, Järveläinen; Busch, Heatley, Richter; Kronawitter, Kirchhofer, Gams.

SR: Kannengießer, Hascher;

Strafminuten: Bad Tölz 14, Bayreuth 16;

Zuschauer: 2011.

Tore: 0:1 (2.) Bosas (Gläser), 1:1 (9.) Drews (Wehrs, Strobl), 1:2 (14.) Heatley (Rajala, Järveläinen), 2:2 (22.), MacAulay (Beach), 3:2 (27.) Wehrs (Borer, Edfelder – 5 gegen 4), 4:2 (25.) Edfelder (Sedlmayr, Reiter), 5:2 (60.) MacAulay (Beach, Schwarz – EN).

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