Hexenbesen, Höhenlehrpfad und ein Skywalk: Die Sommerrodelbahn Pottenstein wird erweitert Sommerrodelbahn wird größer

Die Sommerrodelbahn in Pottenstein wird umgebaut und erweitert. Foto: Klaus Trenz

Leichter Nieselregen und nur mäßige Temperaturen, trotzdem springen zahlreiche Kinder herum und klettern in die Schlitten. Ein ganz normaler Tag an der Sommerrodelbahn in Pottenstein. „Bei uns ist jeden Tag etwas los“, sagt Betriebsleiter Uwe Heinlein. Zurzeit ist es noch mehr, denn die Anlage wird im großen Stile erweitert und umgebaut.

„Wir drehen den Rodelbetrieb“, bringt es Heinlein auf den Punkt und zeigt auf das Plakat, das vor dem Kassenhäuschen hängt. Hier kann man sehen, wie es werden soll. Künftig wird der Einstieg oben auf dem Berg sein, die Zufahrt erfolgt über den Langen Berg. „Hier unten ist es einfach zu eng“, so der Betriebsleiter weiter.

Immer etwas Neues bieten

Seit 1997 gibt es die erste Rodelbahn, 2003 wurde um eine Bahn erweitert. Jetzt soll ein Rodelmekka entstehen – so steht es zumindest auf dem Plakat. „Das wird eine Attraktion für die Fränkische Schweiz, wir müssen mit der Zeit gehen, immer was Neues bieten“, so Heinlein weiter.

Was unten in das jetzige Kassenhäuschen kommt, kann er noch nicht sagen, wahrscheinlich wird es ein Lagerraum. Der Parkplatz unten mit 140 Stellplätzen bleibt, oben, beim neuen Einstieg entsteht ein neuer für 350 Fahrzeuge. Auch ein Wanderweg soll nach oben führen. Die bestehenden zwei Bahnen bleiben, zugestiegen wird künftig oben, die leeren Gefährte dann nach der Abfahrt wieder nach oben gezogen.

Gondeln schwingen hin und her

„Eine neue Attraktion wird der Hexenbesen“, erklärt Heinlein weiter. Das ist eine Gondelbahn – mit Doppelsitzen –, die in einer geschlossenen Schleife in sechs bis sieben Metern Höhe über der Rodelbahn fahren. Dabei schwingen die Gondeln hin und her. Außerdem gibt es ein Betriebsgebäude mit Gastronomie, Café, Terrasse und der Kasse für die Rodelbahn. Auf dem Dach wird es verschiedene Spielgeräte für Kinder geben. Zu dem Betriebsgebäude führen ein Treppenhaus und ein Aufzug, nach unten gibt es Röhrenrutschen. Weiter wird auf etwa 250 Metern ein Höhenlehrpfad angelegt, der zwischen zehn und 15 Meter hoch ist.

Heinlein zeigt über das Gelände, auf dem große Baumaschinen fahren und sich ein großer Kran dreht. Der Weg führt um eine bestehende Baumgruppe herum, es werden Schaukästen und Infotafeln aufgestellt, die den Besuchern Erklärungen über die Natur rundherum bieten.

Alles auf Höhe angelegt

Durch die Waldgruppe – als eine Verbindung zwischen den zwei Seiten des Höhenlehrpfades wird eine Hängebrücke gebaut. Überhaupt sind alle Elemente oben auf dem Berg auf Höhe angelegt. So wurden bereits zwei mächtige Betonpfeiler gesetzt, von denen aus im Herbst der Skywalk, eine rund 130 Meter lange Brücke führen wird. „Diese wird am Ende eine Plattform haben, von der man einen tollen Blick ins Tal hat –

in rund 65 Metern Höhe“, schwärmt Heinlein. Ein Gitterboden lässt spannende Aussichten erwarten. Der Boden des Höhenlehrpfades wird aus Holzdielen sein.

„Hut ab“, lobt der Betriebsleiter die Tätigkeit der Bauarbeiter. Es erfordert viel Können, die schweren Maschinen wie beispielsweise eine Betonpumpe den Berg hinaufzubefördern und durch das Gelände zu manövrieren. Manchmal muss eine der Rodelbahnen unter der Woche für den Betrieb geschlossen werden, zum Wochenende wird sie wieder geöffnet. Auch der Boden des Geländes birgt einige Herausforderungen, teilweise gibt es Lehm, teilweise aber auch sehr felsigen Untergrund. Der wurde aufgemeißelt. „Und die Standpunkte für die verschiedene Betonpfeiler wurden per GPS ermittelt“, sagt Heinlein.

Bauarbeiten haben im April begonnen

Rund 15 neue Arbeitsplätze entstehen durch die Erweiterung der Rodelbahn. Momentan gibt es sechs Festangestellte und 42 Aushilfen. Die Bauarbeiten haben im April dieses Jahres begonnen, Fertigstellung soll zum Saisonbeginn im nächsten Jahr sein, im März 2018. Die Rodelbahn ist täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet, die Saison geht von März bis November, in den Wintermonaten ist sie für angemeldete Gruppen geöffnet. „Es ist immer jemand da“, sagt Heinlein. Ab drei Jahren darf mitgerodelt werden. „Einmal hatten wir einen 95-jährigen Besucher da“, erinnert er sich. Und auch selber fährt Heinlein, der seit 2011 Betriebsleiter ist, auf der Bahn. Durch die Kontrollfahrten allein kommt da schon einiges zusammen.

„Eine genaue Kostenaufstellung zum Umbau der Sommerrodelbahn wurde bisher noch nicht gemacht“ sagt Alexandra Pach von der Eigentümer- und Betreiberfirma Wiegand aus Rasdorf auf Kurier-Nachfrage. Die Summe werde sich aber im siebenstelligen Bereich bewegen.

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