Herbe Enttäuschung Erneute Medi-Pleite: 75:78 gegen Göttingen

Ein paar Lichtblicke im Bayreuther Spiel waren Adonis Thomas (rechts) zu verdanken. Neben neun Punkten in Folge im dritten Viertel war vor allem sein Dreier zum 75:76-Anschluss wertvoll. Unterm Strich reichte das aber nicht, um die vielen Schwächen in seinem Team wettzumachen. Foto: Peter Kolb

BASKETBALL. Aus dem Formtief von Medi Bayreuth ist eine handfeste Krise geworden. Die Heimniederlage gegen die BG Göttingen mit 75:78 (35:42) vor 3136 Zuschauern war die dritte Bundesliga-Pleite in Folge gegen eine schlechter platzierte Mannschaft.

Rechnerisch ist der achte Playoff-Platz im dicht gedrängten Mittelfeld für den Tabellenelften zwar immer noch erreichbar (sofern jetzt zum Ausgleich gegen besser platzierte Mannschaften gewonnen wird), aber in der aktuellen Form hat er unter den besten acht Mannschaften kaum etwas zu suchen. Schließlich bot auch die BG Göttingen keine durchgehend glanzvolle Leistung, aber es reichte doch allemal, um vollkommen verdient zu gewinnen. Mit nur wenigen Ausnahmen lagen die Gäste immerhin über weite Strecken in Führung.

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Eine kurzzeitige Wende gelang den Bayreuthern meist nur, wenn ihre Distanzwürfe das Ziel fanden. So sicherten am Ende des ersten Viertels drei Dreier eine 20:19-Führung (verbunden mit dem Glück, dass die Göttinger einige freie Würfe nicht verwandelt hatten), und der dritte Treffer von Kyan Anderson an der 6,75-m-Linie brachte den 35:35-Ausgleich (18.). Ein Doppelschlag mit Dreiern von Nik Raivio und dem lange Zeit abgemeldeten Kassius Robertson verwandelte den 66:71-Rückstand knapp vier Minuten vor dem Ende sogar noch einmal in eine 72:71-Führung.

Insgesamt waren die 32 Dreier-Versuche (gegenüber 29 Zweiern) bei nur zehn Treffern (31 Prozent) jedoch nicht verlässlich genug, um die spielerischen Mängel im Medi-Team dauerhaft wettzumachen. Vieles wirkte unsicher oder/und gezwungen, manches sogar planlos. Tiefpunkt war 22 Sekunde vor dem Ende der ersten Halbzeit ein Einwurf von Kassius Robertson in der eigenen Hälfte, der in den Händen des Gegners landete und den ungestörten Korbleger von Dominic Lockhart zum Pausenstand 35:42 ermöglichte.

So fiel es oft schwer, hochprozentige Würfe herauszuspielen. Starke individuelle Phasen sorgten immer nur vorübergehend für Besserung, wie etwa der gute Start von Hassan Martin in die zweite Hälfte (nachdem er in der ersten wegen Foulbelastung nur gut sieben Minuten lang auf dem Feld gestanden hatte), oder die neun Punkte in Folge von Adonis Thomas, die aber nur ausreichten, um vom 42:47 (25.) zum 51:55 (28.) den Anschluss zu halten.

Vier Ballverluste in der Schlussphase

Das Fehlen einer zuverlässigen spielerischen Linie wurde auch in den entscheidenden Momenten deutlich. Nach dem 72:71 leistete sich das Medi-Team innerhalb von gut zweieinhalb Minuten vier Ballverluste: einen durch Bastian Doreth, zwei durch Hassan Martin sowie einen im Zusammenspiel von De’Mon Brooks und Kyan Anderson. Das nutzten die Göttinger, um mit einem Dreier von Mihajlo Andric und einem glänzend ausgespielten Pick-and-roll von Michael Stockton zu Darius Carter wieder einen 76:72-Vorsprung vorzulegen.

Ein Dreier (was sonst?) von Thomas hielt die Siegchancen der Bayreuther am Leben, doch mit den verbleibenden 34 Sekunden gingen sie nicht sehr geschickt um. Anderson beging zwar das vierte Mannschaftsfoul, doch das fünfte wurde weder investiert, um die Uhr zu stoppen, noch um bei einer Restspielzeit von 9,6 Sekunden den Korbleger von Stockton zu verhindern. Die Göttinger nutzten dagegen ihr noch ausstehendes viertes Foul, um die übrige Spielzeit zu halbieren. Zwar reichte das doch noch für einen halbwegs aussichtsreichen Dreier von Robertson aus der Ecke, aber der Ball sprang aus dem Ring.

Adonis Thomas war mit seinen weitgehend auf eigene Faust erarbeiteten 17 Punkten der Bayreuther Topscorer. Kassius Robertson, der nach drei Vierteln noch bei vier Zählern gestanden hatte, kam mit seinen beiden einzigen Dreiern schließlich noch auf zehn. Die übrige Bayreuther Korbausbeute verteilte sich auf Kyan Anderson, Hassan Martin, De’Mon Brooks (je 9), Andreas Seiferth (8), Nik Raivio (7), Bastian Doreth und Gregor Hrovat (je 3). Auf Göttinger Seite führte der überzeugende Spielmacher Michael Stockton die Korbschützenliste mit 18 Punkten an vor Dominic Lockhart und Pendarvis Williams mit je elf.

 

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