Haspo startet daheim: Spitzenspiel in der ewigen Tabelle

Immer wieder der Torschützenkönig beim TSV Lohr: Von Bohuslav Zeleny im linken Rückraum geht die meiste Gefahr der Mainfranken aus. Foto: Archiv/Yvonne Vogeltanz

HANDBALL. Am ersten Spieltag der neuen Saison in der Herren-Bayernliga steht gleich ein Spitzenspiel auf dem Programm. Wie das sein kann? Wenn Haspo Bayreuth am Samstag um 19.30 Uhr im Schulzentrum Ost den TSV Lohr empfängt, kommt es zum Aufeinandertreffen des Tabellenzweiten der ewigen Bayernliga-Tabelle aus Bayreuth mit dem Spitzenreiter dieser Statistik.

Während die Oberfranken nun schon in ihre 24. Bayernliga-Saison gehen, hat der Gast aus dem Spessart gar schon seine 29. Spielzeit vor sich.

Diese beeindruckenden Zahlen könnten den Schluss zulassen, dass sich zwei abgezockte und sehr erfahrene Teams duellieren werden. Genau das Gegenteil ist jedoch der Fall. Sowohl Haspo (Altersdurchschnitt 22,2 Jahre), als auch die Mainfranken (24,15 Jahre) gehören wohl zu den jüngsten Mannschaften der Liga und bauen jeweils auf ihren eigenen Nachwuchs. „Die Lohrer haben nicht nur viele Talente in ihren Reihen, sondern schon auch einige abgebrühte Rückraumspieler, die wissen, worauf es ankommen wird“, beschreibt Haspo-Trainer Marc Brückner den Gegner. „Da müssen wir von Anfang an hellwach sein, sonst gibt es ein böses Erwachen.“

International besetzter Rückraum

Damit spricht der Übungsleiter vor allem ein international angehauchtes Quartett an, das sich zusammensetezt aus dem ungarischen Torwart-Routinier Tamás Szabó, dem tschechischen Rückraumspieler und Kreisläufer Lukas Horký, dem lettischen Spielmacher Janis Gremzde und tschechischen Rückraumlinks Bohuslav Zeleny an. Letztgenannter war in den vergangenen Spielzeiten immer wieder Torschützenkönig seiner Mannschaft und war auch in den Duellen mit Haspo ein wesentlicher Faktor. Beim Bayreuther 23:20-Hinspielsieg fehlte Zeleny nämlich verhindert, und prompt wirkte der Lohrer Rückraum deutlich gehemmt sowie oft ideen- und harmlos. Beim 24:24 im Rückspiel war der Torjäger hingegen wieder einsatzbereit und sicherte seinem Team mit neun Treffern den einen Punkt.

„Da müssen wir in der Abwehr aktiv sein und gewisse Lohrer Spieler gar nicht erst in Abschlusssituationen kommen lassen“, legt sich Haspo-Trainer Michael Werner fest und fügt an: „Vor allem müssen wir aber auch im eigenen Abschluss konzentrierter und vorbereiteter zu Werke gehen, als noch in manchem Testspiel. Denn der TSV Lohr wird viel über den Gegenstoß kommen wollen.“

Dafür haben die Unterfranken passende Waffen in ihren Reihen, die aber aktuell nicht alle zur Verfügung stehen. Rechtsaußen Benjamin Horn ist verletzt (Rippenbruch), und Linksaußen Ferdinand Schmitt weilt noch im Urlaub. Beide zählen ligaweit zu den schnellsten Gegenstoßspezialisten. „Es ist wichtig, dass wir mit dem nötigen Respekt an die Aufgabe herangehen“, betont Werner. „Aber wir wollen auch selbstbewusst antreten und mit dem Selbstverständnis, dass wir in unserer Halle nur ganz schwer zu schlagen sind. Dafür haben wir uns jetzt über drei Monate in der Vorbereitung gequält und fühlen uns bereit.“

Damen haben Aufsteiger zu Gast

Nach der langen Vorbereitung und dem positiven Auftritt in der zweiten Runde des BHV-Pokals am vergangenen Wochenende beginnt für die Damen von Haspo Bayreuth die Punktspielsaison in der Bayernliga. Dazu erwarten sie am Samstag um 17.30 Uhr im heimischen Schulzentrum Ost den Aufsteiger MTV Stadeln.

„Wir wollen unbedingt positiv in die Saison starten“, hat Haspo-Trainer Matthias Starz genaue Vorstellungen vom Auftreten seines Teams und gibt sich kämpferisch. „Es wird sicherlich kein leichtes Spiel, wir wollen dieses Jahr aber oben mitspielen und da ist es unser Anspruch das erste Saisonspiel gegen einen Aufsteiger auch zu gewinnen.“

Bereits in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit kam es in einem Testspiel zu einem ersten Aufeinandertreffen mit dem MTV Stadeln. Damals gewannen die Bayreutherinnen knapp mit 26:24. Gegen die sicherlich erneut sehr offensiv agierende Gäste-Abwehr und das schnelle Angriffsspiel der jungen Mannschaft aus Mittelfranken taten sich die Bayreutherinnen seinerzeit lange schwer und entschieden die Begegnung erst in der letzten Minute für sich.

Die größte Gefahr strahlt der Aufsteiger aber vor allem aus dem Rückraum und im Zusammenspiel mit der wendigen Kreisläuferin aus. Allen voran gilt es deshalb, die letztjährige Toptorschützin Nikola Dude (193 Tore in 26 Spielen) und Kreisläuferin Sophia Michalowski (73 Tore) in Schach zu halten. „Stadeln hat eine extrem junge, aber eben auch talentierte Mannschaft“, weiß der Bayreuther Co-Trainer Felix Rockenmayer und warnt entsprechend eindringlich. „Wir müssen vor allem in der Abwehr von Anfang an tonangebend sein, damit der MTV gar nicht erst zu seinem gefährlichen Angriffsspiel findet.“

Erstmals mit komplettem Kader

Zum Saisonauftakt kann das Trainerduo erstmals überhaupt seit Beginn der Vorbereitungen auch auf einen kompletten Kader mit 14 Spielerinnen zurückgreifen. Ihr erstes Pflichtspiel wird dann auch Rückkehrerin Lisa Haberkorn absolvieren.

„Die Mannschaft ist hoch motiviert und die letzten Wochen der Vorbereitung haben wir noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht“, freut sich Matthias Starz auf das erste Saisonspiel. „Alle brennen auf den Saisonstart, und diese Euphorie wollen wir natürlich nutzen.“

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