Haspo macht sich Sieg unnötig schwer

Gute Chancen gab es genug für Haspo Bayreuth, um den Sieg frühzeitig sicher zu stellen. Doch auch der fünffache Torschütze Tim Herrmannsdörfer (in schwarz) scheiterte oft an Rothenburgs Torwart Andreas Amann (Nr. 22). Foto: Peter Kolb

Den Heimvorteil in den ersten beiden Spielen hat Haspo Bayreuth in der Männer-Bayernliga zum optimalen Saisonstart genutzt. Eine Woche nach dem 25:22 gegen Vizemeister TG Landshut war der Sieg gegen Aufsteiger TSV Rothenburg mit 24:21 (14:9) allerdings kein Glanzlicht.

Schließlich machten es die Bayreuther in der erneut sehr gut gefüllten Uni-Halle gegen einen keinesfalls übermächtigen Gegner unnötig spannend, nachdem sie mit sehr konzentriertem und aggressivem Beginn eine 12:3-Führung vorgelegt hatten (19.). Dieses Polster gab Gelegenheit, das Personal munter durchzuwechseln, doch dadurch schien ein Bruch in das Bayreuther Spiel zu kommen.

Drei Gegentreffer ins leere Tor

Zwei berechtigte Zeitstrafen gegen Lukas Schalk (21.) und Yannick Berghammer (28.) trugen zusätzlich dazu bei, dass sich in das bis dahin sehr flüssige Angriffsspiel viele technische Fehler einschlichen. Da Haspo bei Angriffen in Unterzahl den Torwart für einen sechsten Feldspieler opferte, kassierte man nach recht leichtsinnigen Abspielfehlern gleich drei Treffer ins verwaiste Tor. Besonders Nedim Jasarevic (7 Tore) im rechten Rückraum der Gäste wusste diese Bayreuther Schwächephase zu nutzen und führte sein Team bis zur Pause bis auf fünf Tore heran.

Starker Torwart macht viele Chancen zunichte

In der zweiten Hälfte schafften es die Bayreuther nicht mehr, an die starken ersten 20 Minuten anzuknüpfen. Rothenburgs Torhüter Andreas Amann vernagelte nun sein Gehäuse regelrecht. Seine zahlreichen spektakulären Paraden ließen die Haspo-Werfer schier verzweifeln und reduzierten den Abstand von 20:13 (40.) auf 20:17 (48.). Stattliche 23 Fehlwürfe leistete sich Haspo, wobei alleine Linksaußen Steffen Berghammer, Tim Herrmannsdörfer im linken Rückraum und Linkshänder Tom Elschner (je fünf) eine frühzeitige Vorentscheidung für ihre Mannschaft vergaben.

Lediglich eine weiterhin engagierte und beherzt zupackende Bayreuther Abwehr verhinderte in dieser durchaus bedenklichen Phase eine komplette Wende. Vor allem der Positionsangriff der Rothenburger wirkte über weite Strecken aber auch zu harmlos und unbeweglich, um für eine Überraschung in Frage zu kommen. So zog Haspo über 22:18 (54.) doch noch vorentscheidend auf 24:19 (57.) davon.

„Zu allererst will ich mal festhalten, dass wir mit zwei Siegen perfekt in die Saison gestartet sind“, stellte Haspo-Trainer Michael Werner nach dem Spiel das Positive heraus. „Natürlich waren nur die ersten 20 Minuten richtig gut, aber die Mannschaft hat über 60 Minuten alles gegeben. Das zählt, und dann kann man sich auch mal mit einem etwas holprigen Spiel zufrieden geben. Wichtig ist nur, dass wir daraus unsere Lehren für die kommenden Aufgaben ziehen.“

Haspo Bayreuth: Miersch, Lehnard – Schalk (2), Nicola (1), Baldauf, Herrmannsdörfer (5), S. Berghammer (2), Rahn, Schmidt (3), Elschner (4), Klenk, Meyer-Siebert (7/5), Y. Berghammer, Goeritz.

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