Haspo-Damenteam wird doppelt geschockt

Da konnten sich die Haspo-Damen – hier mit Kristina Hall (dunkles Trikot) – mühen, wie sie wollten, gegen den Mitkonkurrenten im Abstiegskampf, Berliner TSC, gab es nichts zu holen. Foto: Peter Kolb

In gleich zweierlei Hinsicht war die überdeutliche, aber auch in dieser Höhe leistungsgerechte 15:31 (8:14)-Heimniederlage für die Damen von Haspo Bayreuth gegen den Berliner TSC nur ganz schwer zu verdauen. Einerseits war es aus Bayreuther Sicht natürlich bitter, dass man ausgerechnet gegen einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf der 3. Liga Ost derart chancenlos agierte, aber vor allem saß der Schock aufgrund der schweren Verletzung von Rückraumrechts Tabea Brielmann tief.

Die Linkshänderin kugelte sich ohne Fremdeinwirkung das Gelenk des rechten Ellenbogens au und musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. „Die hohe Niederlage rückt dadurch natürlich komplett in den Hintergrund und ich hoffe, dass es bei Tabea nicht so schlimm ist“, zeigte sich auch Haspo-Trainerin Michaela Lehnert direkt nach dem Schlusspfiff sehr besorgt.

Allen Grund sich zu sorgen, hatte die Haspo-Übungsleiterin auch aus spielerischer Sicht in den gesamten 60 Minuten. Die Wagnerstädterinnen lieferten nämlich nahezu über die volle Spieldauer keinen Beleg für eine Drittligatauglichkeit ab. Lediglich zu Beginn der am Ende extrem einseitigen Partie hielt Haspo mit den Hauptstädterinnen ordentlich mit. Nach dem schnellen 0:2-Rückstand (2.) legte dabei einmal mehr eine in dieser Phase stark haltenden Haspo-Torhüterin Clara Benz und eine zu Beginn eifrig arbeitende Abwehr den Grundstein für die 3:2-Führung (6.).

"Schwächste Saisonvorstellung"

Das sollte dann aber auch das letzte Mal gewesen sein, dass die Gastgeberinnen die Führung übernehmen konnten. Danach dominierte der Berliner TSC das Spielgeschehen nämlich beinahe nach Belieben und musste meist nur geduldig auf die immer wiederkehrenden Haspo-Fehler warten. „Es hat einfach über 60 Minuten nichts geklappt“, wollte auch Michaela Lehnert nach der Heimklatsche nichts schön reden: „Das war wohl unsere schwächste Vorstellung in der ganzen Saison.“

Tatsächlich gerieten die wieder in Bestbesetzung angetretenen Gastgeberinnen beinahe in jedem eigenen Angriff entweder in Zeitspielgefahr oder verloren den Ball durch ihre zahlreichen technischen Fehler. Diese Ballverluste bestraften die wachsamen Gäste dann auch oftmals konsequent im Gegenstoß, wodurch auch die zu Beginn im Berliner Positionsangriff noch recht sattelfest wirkende Bayreuther Abwehr komplett nebensächlich wurde. Mit der steigenden Fehlerzahl wuchs dann verständlicherweise auch die Verunsicherung und so zog Berlin über 5:11 (22.) bereits bis zur Pause deutlich davon.

Allen voran die wurfstarke Rückraumrechts Ann-Catrin Höbbel sprühte nach dem Seitenwechsel nur so vor Spielfreude und war maßgeblich an der schnellen Vorentscheidung beim Stand von 10:21 (40.) beteiligt. Die Schlussphase geriet dann nicht zuletzt auch durch Brielmanns Verletzung zur Nebensache.

„Ich denke, dass heute auch die letzte Spielerin gesehen hat, dass wir uns nur über eine hohe Trainingsbeteiligung verbessern können“, zeigte sich Lehnert abschließend frustriert.

Statistik

Haspo Bayreuth: Benz, Bauer; Hellriegel (2), Brielmann (1), Lindner, Kerling (1), Hall (2), Fischer (1), Mustafic (1), Lichtscheidel (6/4), Brahm, Friedrich, Renner (1), Glowienka.

Berliner TSC: Juliane Meyer, Skrzypczak; Benisch, Keßler (1), Höbbel (11/7), Julia Meyer, Schnitzer (1), Ziemer (5), Roscher, Goldhagen (1), Förster (5), Chmurski (7).

SR: Kauth/Kolb; Strafminuten: Bayreuth 6, Berlin 8.

Stationen: 0:2 (2.), 3:2 (6.), 4:8 (17.), 5:11 (22.), 8:14 (Halbzeit), 8:19 (36.), 10:21 (40.), 13:24 (52.), 14:30 (59.), 15:31 (Ende).

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