Haspo-Ausgleich wird wieder aberkannt

Als zehnfacher Torschütze glänzte Tim Herrmannsdörfer. Doch nicht einmal diese Ausbeute reichte aus, um Haspo einen Punkt zu sichern. Foto: Peter Kolb

Auswärts kann Haspo Bayreuth in der Herren-Bayernliga anscheinend nicht mehr gewinnen. Beim TSV Unterhaching wurde der erste Sieg in einer fremden Halle seit dem 11. November mit 29:30 (11:14) allerdings nur ganz knapp verpasst.

Zumindest ein Punktgewinn wurde den Bayreuthern auf sehr ärgerliche Weise verwehrt, nachdem sie exakt 124 Sekunden vor dem Ende mit dem 29:28 durch den treffsicheren Linksaußen Moritz Beck ihre erste Führung im gesamten Spiel erzielt hatten. Es folgte ein langer Unterhachinger Angriff, der unter anderem nur durch einen glücklichen Freiwurf-Pfiff doch noch zum Ausgleich führte. Haspo hatte trotzdem den Sieg beim letzten Angriff in der eigenen Hand, spielte geduldig, aber zu ungenau und kam nicht mehr zum Abschluss. Im schnellen Gegenzug trafen dann die Gastgeber, aber immer noch deutlich vor der Schlusssirene erzielte Tom Elschner den erneuten Haspo-Ausgleich. Dieser letzte Treffer wurde von den teils unkonzentriert wirkenden Schiedsrichtern auch zunächst gegeben, dann aber nach Rücksprache mit dem Kampfgericht doch wieder zurückgenommen.

Haspo-Trainer Michael Werner suchte die Schuld an der Niederlage aber doch lieber in den eigenen Reihen: „Mal abgesehen vom unglücklichen Ausgang, haben wir uns den Spielverlauf vollkommen selbst zuzuschreiben. Wir haben es über die gesamte Spielzeit nicht geschafft, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen hatten.“

Schon recht frühzeitig fand die offensive Bayreuther Abwehr kaum ein Mittel gegen den quirligen Unterhachinger Spielmacher Martin Dauhrer (7 Tore), der nicht nur selbst immer wieder erfolgreich den Weg durch die Deckung fand, sondern auch seine Nebenleute oft unbedrängt einsetzen konnte. So führten die Oberbayern ziemlich kontinuierlich ab dem 3:1 (5.) bis zum 12:10 (26.) und profitierten dabei auch von zahlreichen Überzahlsituationen. Das Unterhachinger Mittel, gegen die offensive Haspo-Abwehr fast durchgehend mit dem siebten Feldspieler zu spielen, wirkte sich hingegen kaum aus, da die Bayreuther diese „Unterzahl“ meist durch große Laufbereitschaft wettmachten.

Nach dem Seitenwechsel hielt die Gäste dann vor allem der extrem stark aufspielende Tim Herrmannsdörfer im linken Rückraum im Spiel. Von den acht Haspo-Toren der ersten zwölf Minuten bis zum 19:20 erzielte er allein fünf. Ein Umschwung gelang jedoch auch in dieser Phase nicht, weil die Bayreuther nicht nur ihren dritten Strafwurf vergaben, sondern in einem eigentlich sehr fairen Spiel auch noch sechs Strafminuten innerhalb der folgenden acht Minuten kassierten. Das nutzten die Gastgeber, um wieder auf 25:22 (50.) davonzuziehen.

„Wir haben heute wieder einmal nicht unser Leistungsmaximum abrufen können“, war Michael Werner nach Spielschluss enttäuscht. „Wir hatten mehrfach die Chance, das Spiel zu drehen, haben dann aber zu viele Fehler gemacht.“

Haspo Bayreuth: Lehnard, Brückner – Schalk (1/1), Nicola (4), Baldauf, Herrmannsdörfer (10), S. Berghammer, Rahn (1), Schmidt (4), Elschner, Klenk, Meyer-Siebert (4), Y. Berghammer (1/1), Beck (4).

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