Handel positiv gestimmt Weihnachtsgeschäft geht in den Endspurt

Um Weihnachtsgeschenke zu kaufen, kommen die Kunden auch von weiter her nach Bayreuth. Unser Foto zeigt die Freundinnen Sandra Höllerer aus Grafensee bei Neuhaus und Janine Hutzler aus Königstein. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Das Weihnachtsgeschäft ist für den Handel die Krönung eines jeden Jahres. Für den stationären Handel in den Geschäften ebenso wie auf dem Christkindlesmarkt - und natürlich bei den Online-Händlern. Die Zwischenbilanz des Weihnachtsgeschäfts 2018 ist allerdings hier und da noch leicht durchwachsen.

Die ersten beiden Adventswochen „waren wetterbedingt ein wenig verhaltener“, sagt Thorsten Becker, Bezirks-Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern, auf Anfrage unserer Zeitung. Das Problem: Trotz einiger kalter Tage sei es bislang „für die richtige Weihnachtsstimmung noch zu warm“ gewesen, sagt Becker. „Durch die Abkühlung und die Wetteraussichten“ dürfte das dritte Adventswochenende „gute Umsätze“ für den Bayreuther Handel, aber nicht nur für den, gebracht haben.

Immer mehr Gutscheine

Herauskristallisiert hätten sich bereits die ersten Spitzen im Sortiment: „Die Renner im diesen Jahr sind hochwertige Kosmetik und Wellnessprodukte, Winterbekleidung, Technik und natürlich die Spielwaren.“ Was sich in den vergangenen Jahren schon abgezeichnet hat: „Der Anteil der Gutscheine nimmt weiter zu, je näher Weihnachten rückt. Daher wird die Schlussbilanz des Weihnachtsgeschäftes Mitte Januar zeigen, ob die Erwartungen eines leichten Plus’ von 1,5 bis zwei Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht werden“, sagt der Geschäftsführer. „Sowohl der stationäre Handel, als auch der Onlinehandel zeigen hier ein einheitliches Bild.“

Starker Start

Auch Isabel Belka, Managerin des Rotmain-Centers, erwartet in der Zeit nach Weihnachten bis 6. Januar noch mal einen großen Andrang, „weil viele Leute dann Urlaub haben und ihre Gutscheine einlösen“. Das sei aber ein Zusatz zum Weihnachtsgeschäft, das dieses Jahr gut laufe. Es habe im Center einen „sehr starken Start“ mit dem Black Friday am 23. November gegeben. Danach wurde es denn etwas schwächer, räumt Belka ein, „doch mit dem Latenight-Shopping am zweiten Adventssamstag, der bei uns der umsatzstärkste Tag des ganzen Jahres ist, hat das Geschäft wieder stark angezogen. Seither läuft’s richtig gut.“

Branchen unterschiedlich

Man müsse allerdings zwischen den Branchen unterscheiden. Geschäfte mit typischen Weihnachtsgeschenken wie Parfümerien, Schmuck- oder Bücherläden seien mehr als zufrieden, im Bereich Textil gebe es noch etwas Nachholbedarf. Dafür böten aber die kommenden Tage noch reichlich Gelegenheit. „Schließlich wachen in der letzten Woche vor Weihnachten auch die Letzten noch auf und merken, dass sie Geschenke kaufen müssen“, sagt Belka lachend.

Online-Konkurrenz

Karstadt-Geschäftsführer Jochen Keller verzeichnet ein gleichbleibend gutes Geschäft auf Vorjahresniveau. Man merke allerdings bei manchen Produkten die Online-Konkurrenz deutlich. Ein Beispiel seien große Spielzeugpackungen, „die viele im Netz bestellen, weil sie keiner schleppen will“. Unter anderem Uhren, Schmuck und Parfum gingen dafür sehr gut. Der dritte Adventssamstag ist im Karstadt laut Keller traditionell der umsatzstärkste Tag im Weihnachtsgeschäft: „Da müssen wir das gleiche schaffen wie am Late-Night-Samstag, aber mit vier Stunden weniger Zeit.“ Kein Hehl macht Keller daraus, dass sein Haus davon profitiert, dass der Christkindlesmarkt direkt vor der Haustür ist. „Das zieht die Leute zusätzlich an, und vor allem in der Dämmerung ist es halt auch einfach schön.“

Zufriedenheit auf dem Christkindlesmarkt

„Sehr zufrieden“ mit dem bisherigen Verlauf des Christkindlesmarkts ist Klaus Völkel, Vorsitzender der Bayreuther Marktkaufleute und Schausteller. Zwar sei der Start mit ein, zwei verregneten Tagen etwas schwächer gewesen, seither laufe es aber wirklich gut. Auf Vorjahresniveau liege man mindestens, eher drüber. Vor allem das Latenight-Shopping am zweiten Adventssamstag habe auch ihm und seinen Kollegen sehr viel zusätzliche Kundenfrequenz gebracht. Nun freuten sich die Händler auf eine starke Abschlusswoche „mit vielen Last-Minute-Käufern, die schnell noch etwas leckeres Süßes, ein paar Figuren für den Weihnachtsbaum oder sonst ein kleines Geschenk kaufen. Und am besten noch etwas essen und trinken.“

Kälte ja, zu viel Schnee besser nicht

Eines haben übrigens alle Händler gemeinsam – sie schauen aufs Wetter. Kälte ja, (zu viel) Schnee besser nicht, heißt es durch die Bank. „Das sieht dann zwar romantisch aus, aber viele trauen sich nicht zu fahren und kommen nicht in die Stadt“, fasst Schausteller Völkel das Problem zusammen. Und Karstadt-Chef Keller sagt: „Ein bisschen Puderzucker ist schön, ein Meter Schnee nicht.“

 

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