Halbjahres-Bilanz Welterbe mit Magnetwirkung

Das Welterbe Markgräfliches Opernhaus zieht seit genau einem Jahr die Gäste in seinen Bann. Foto: Archiv/Eric Waha

BAYREUTH/MÜNCHEN. Das Welterbe Markgräfliches Opernhaus kommt an. Genau ein halbes Jahr nach der Wiedereröffnung am 12. April nach sechsjähriger Restaurierung ziehen sowohl die bayerische Schlösserverwaltung als auch die Bayreuth Marketing und Tourismus GmbH (BMTG) auf Nachfrage des Kuriers eine positive Bilanz. Welterbe wie auch die Stadt stünden bei Touristen hoch im Kurs.

Nur in einem Punkt hält sich die Schlösserverwaltung bedeckt: Wie viele Besucher tatsächlich nach dem Festakt am 12. April im Welterbe waren. „Konkrete Besucherzahlen werden immer erst im Frühjahr für das vergangene Jahr herausgegeben“, sagt die Pressesprecherin Franziska Wimberger. „Wir sind mit den Besucherzahlen aber sehr zufrieden.“ Sowohl aus dem In- als auch aus dem Ausland kommen die Gäste, Ergebnis nicht zuletzt von einer Presse-Resonanz, von der „wir sehr angetan sind“.

Nachsteuern bei Führungen

Wie Franziska Wimberger auf Anfrage weiter mitteilt, komme gerade das Restaurierungskonzept, das den tatsächlichen Zustand des Opernhauses zu Zeiten des 18. Jahrhunderts widerspiegelt, bei den Besuchern gut an. Eine Neueröffnung bedürfe am Anfang auch immer einer Testphase. „Aufgrund dieser Erfahrung haben wir den Appetizer“ – den Film, der bei den Führungen gezeigt wird – „um eine persönliche Führung ergänzt. Das daraus entwickelte Besuchskonzept für das Markgräfliche Opernhaus wird von allen Besuchern gut angenommen“, sagt Wimberger. Und: „Durch den großen Besucherzuspruch sehen wir uns in unserem Vorhaben, ein Museum zum Opernhaus einzurichten, bestärkt.“ Die Mittel für das Projekt des Welterbezentrums im Redoutenhaus hatte der Landtag erst vor wenigen Wochen genehmigt. Nennenswerte Schäden, sagt die Pressesprecherin, habe es bislang keine gegeben. „Wir sind froh, dass viele Besucher für die Empfindlichkeit der seltenen Originalsubstanz großes Verständnis haben und ihren Beitrag zum Erhalt des Opernhauses leisten.“

32 Veranstaltungen mit rund 15.000 Besuchern

Was die Veranstaltungen angeht, hat es nach Angaben von Franziska Wimberger mit allen Festakten und Generalproben im Sommerhalbjahr 32 Veranstaltungen gegeben. „Damit ist die absolute Höchstgrenze erreicht, da jede Veranstaltung auch Probenkorridore benötigt und auch Auf- und Umbauarbeiten damit verbunden sind.“ Rund 15.000 Besucher dürften allein bei diesen zumeist ausverkauften Veranstaltungen im Opernhaus gewesen sein, sagt Franziska Wimberger.

Plus bei Übernachtungen und Ankünften

Die Magnetwirkung des Opernhauses schlägt sich auch in der Bilanz nieder, die BMTG-Geschäftsführer Manuel Becher für den Kurier zieht: Zum zweiten Mal in Folge nach dem erfolgreichen Jahr der Landesgartenschau habe man ein Plus bei den Ankünften. 3,2 Prozent bislang über dem Jahr 2017 bei den Übernachtungen. Die Zahl der Ankünfte sei sogar bei 7,4 Prozent über dem Vorjahr gelegen – weil ein so großes Haus wie die Jugendherberge bis vor wenigen Wochen ausgefallen war, sagt Becher. „Im nächsten Jahr werden wir auch hier durch die 180 Betten der Jugendherberge und das neue B’n’B-Hotel profitieren.“

Rund 100.000 Besucher in der Tourist-Info

Die große Zahl der Besucher schlage sich auch in der Tourist-Info nieder: „Wir werden in demnächst den 100.000. Gast seit dem 1. Januar hier begrüßen können“, sagt Becher. Ein neues Zählsystem mache das möglich. Seit April und in der Festspielzeit sei der Anstieg sehr deutlich spürbar. Zudem sei „vom Gefühl her die Stadt voller denn je“. Es gebe sogar, sagt Becher, die ersten Beschwerden von Bürgern, dass sie bei den Gästeführungen in der Friedrichstraße wegen der großen Anzahl der Leute nicht mehr durchkommen“.

Becher: "Sehr, sehr zufrieden mit der Entwicklung"

Unterm Strich sei er „sehr, sehr zufrieden mit der Entwicklung“, sagt Manuel Becher. Zumal der Strom der Besucher im Opernhaus nicht abzureißen scheint: „Man sieht in der Opernstraße immer Gruppen, die ins Opernhaus rein wollen oder gerade das Haus verlassen.“

Gastronomie profitiert vor allem tagsüber

Die noch einmal gestiegene Frequenz helfe auch der Gastronomie und den Hotelbetreibern, sagt Engin Gülyaprak, der Kreisvorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands. „Wir sind alle positiv überrascht, dass es so gut läuft“, sagt Gülyaprak. Die Frequenz in der Stadt sei gut, das sorge gerade bei den Gastronomen „für ein sehr gutes Tagesgeschäft. Auch die Hoteliers sind zufrieden“. Grundsätzlich habe sich Bayreuth weiter entwickelt, auch was das eine oder andere Großereignis betrifft, wie etwa das Konzert der Toten Hosen im September. „Die Stadt wird sich möglicherweise weiter öffnen, was so etwas angeht“, sagt Gülyaprak.

Bayreuth kommt gut an

In den Gesprächen mit Gästen stelle sich deutlich heraus: „Die Leute von außerhalb nehmen Bayreuth sehr positiv und alles andere als provinziell wahr.“

 

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