Welt mit Herz Graffiti an der Altstadtschule als Zeichen für Frieden

Zwölf Schüler der Mittelschule Bayreuth-Altstadt haben jetzt im Rahmen der Interkulturellen Woche gegen Rassismus zusammen mit Michael Schoberth (rechts) ihr eigenes Graffiti geschaffen: Selbst entworfen, selbst gesprayt. Am Donnerstag ist es fertig geworden. Ein Bild, das für Freiheit und Frieden steht. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Sie wollten ein Schul-Graffiti, eines mit Botschaft. An der Mittelschule Bayreuth-Altstadt haben zwölf Schüler zusammen mit dem Graffiti-Künstler Michael Schoberth eine komplette Wand im Erdgeschoss neu gestaltet. Der zentrale Gedanke passt zu den Interkulturellen Wochen gegen Rassismus: Friede und Freiheit.

"Die Idee, die Weltkugel als Herz darzustellen, ist mega", sagt Andrea Sieron, die das Projekt als Lehrerin betreut. Eine Idee von ganz vielen, die aus den Köpfen der Schüler aus den siebten und achten Klassen stammt. Es hätten so viele mitmachen wollen, dass schließlich gelost werden musste. Zwei Tage sind sie schon drüber, das Bild zu gestalten, ein dritter soll am Donnerstag folgen, sagen Amir, Setareh, Akraman, Emily, Erona und ihre Mitsprayer. Zwölf junge Künstler, zwölf Nationalitäten, zwölf Ideen für das Graffiti.

Frieden in zwölf Sprachen

Die Erde als Herz, aus dessen Mitte der Turm der Altstadtschule herausspitzen darf, der Schriftzug "Welcome everybody" zieht sich "mit Buchstaben wie ein Flugzeug durch", sagt Setareh. Der Hintergedanke: "Du kannst überall hin fliegen, kannst überall frei sein." Und zwar, fügt Amir an: "Egal, welche Religion du hast." Die Idee für die Erde als Herz ist von Akraman, der die siebte Klasse besucht. Auch sein Ansatz ist ganz groß mit dem Thema Freiheit überschrieben, das all seine Mitschüler beschäftigt. In zwölf Sprachen taucht das Wort "Frieden" in dem Graffiti auf, zwölf von rund 18 Nationalitäten, die an der Schule unterrichtet werden. Aber eben die zwölf Sprachen der Schüler, die die Ideen spendeten.

Zuschuss vom Bundesprogramm

Weil das Bild thematisch so gut in die Interkulturellen Wochen gegen Rassismus passt, die in der kommenden Woche zu Ende gehen, habe die Schule vom Bundesprogramm "Demokratie leben" einen ordentlichen Zuschuss bekommen, mit dem das Kunstwerk als Projekt umgesetzt werden kann", sagt die Schulleiterin Felicitas Müller. Ein Bild, in das üppig Farbe gesteckt wird, wie Michael Schoberth sagt, der "1992 das erste Mal eine Dose in der Hand hatte" und der als freischaffender Sprayer seit 2004 unterwegs ist. "Seit 2016 mache ich nur noch Graffiti - praktisch mit Dauerschnupfen, weil ich immer die Maske auf habe", wie er sagt.

Schoberth: "Die haben echt Talent"

Mit den jungen Künstlern - "die haben echt Talent", sagt er - hat Schoberth lange geübt. "Wie es ist, mit der Maske zu arbeiten, wie man mit der Dose umgeht, dass Farbe so rauskommt, wie man es haben will", sagt Andrea Sieron. Die Schüler hätten schnell gelernt. Allerdings nicht nur den Umgang mit der Dose, "um den Materialverschleiß zu reduzieren", und das Klettern auf dem Gerüst, um auch ganz oben an der Wand die Farbe hin zu bringen, sondern auch einiges über die rechtliche Seite. Denn bei allem Wunsch nach einer bunten Welt, Friede und Freiheit: "Ich werde zum Abschluss schon noch einmal den moralischen Zeigefinger heben", sagt Schoberth. "Damit sie wissen, dass sie nicht überall sprühen können."

Graffiti kann auch besichtigt werden

Das Graffiti kann, sagt Felicitas Müller, im Schulhaus auch besichtigt werden. Denn auch das sei die Absicht hinter dem Programm "Demokratie leben".

 

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