Gold und Bronze Bayreuther erfolgreich bei Physik-Meisterschaft

BAYREUTH. Bei der Physik-Meisterschaft in Bad Honnef ging es nicht nur um den deutschen Titel – auch die Teilnahme an der Physik-Weltmeisterschaft 2019 stand auf dem Spiel. Aus Bayreuth traten zwei Teams an – sie holten Gold und Bronze. Vier Bayreuther Teilnehmer qualifizierten sich für die Auswahl zur fünfköpfigen Physik-Nationalmannschaft.

In die Endrunde kamen nach 14 Regionalwettbewerben 78 physikbegeisterte Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren. Sie traten in Dreier-Teams an. Jedes Teammitglied setzte sich mit einer von 17 physikalischen Fragestellungen auseinander. Nun wurden die Ergebnisse vorgestellt – in englischer Sprache, wie auf einer wissenschaftlichen Tagung üblich. 

Ein gegnerisches Team und die Jury nahmen die vorgetragenen Ergebnisse kritisch unter die Lupe, und das vortragende Team verteidigte. Im Anschluss folgte die Bewertung beider Teams durch die Jury. Relevant hier war primär das Verständnis und Fachwissen in Physik, doch es spielte auch die Fairness und Teamzusammenarbeit eine Rolle. Die Jugendlichen sollten angemessene Verhaltensweisen für den wissenschaftlichen Diskurs erlernen. 

Bei der Vorbereitung auf die Meisterschaft bekamen die Jugendlichen Unterstützung: In Bayreuth durch das Technologie Allianz Oberfranken-Schülerforschungszentrum an der Universität Bayreuth, initiiert und geleitet von Physik-Professor Walter Zimmermann. 

Die Bayreuther Teams gewannen Gold und Bronze. Das Gewinner-Team – mit Berin Becic und Frederik Gareis, beide vom Frankenwald-Gymnasium Kronach, sowie Saskia Drechsler vom Glückauf-Gymnasium in Dippoldiswalde – überzeugte mit einem begeisternden Vortrag und verteidigte seine Resultate souverän gegenüber der Kritik, wie die Universität Bayreuth mitteilt. „Gleich acht von zehn Juroren gaben für die nahezu perfekte Präsentation unter Applaus die Höchstnote, was äußerst selten vorkommt“, heißt es weiter. 

Für gewöhnlich dient der Wettbewerb nur der Jugendförderung, doch dieses Jahr überraschte das Gewinnerteam, indem es der Forschungsliteratur bisher unbekannte Resultate präsentierte. Es zeigte, dass Luftblasen und leichte Teilchen in geschüttelten Flüssigkeiten – entgegen der allgemeinen Erwartung – nicht nur aufsteigen, sondern auch sinken können. 

Hiermit leisten sie sogar einen Beitrag zum Fortschritt in der Physik. „Die Begeisterungsfähigkeit, der Teamgeist und der Einfallsreichtum der Jugendlichen sowie deren persönliche Entwicklung im Laufe der Wettbewerbs-Vorbereitungen sind absolut erstaunlich“, sagt Zimmermann.

Das zweite Bayreuther Team mit Hannes Näther vom Markgraf-Georg-Friedrich Gymnasium in Kulmbach, Andrey Kharlamov vom Richard-Wagner Gymnasium in Bayreuth und Leonie Steinsdörfer vom Augustinus Gymnasium in Weidenholte, holten die Bronzemedaille. Die Freude des vierköpfigen Bayreuther Betreuungsteams über den Erfolg der Schüler sei riesig, sagt Zimmermann. 

Im Einzelwettbewerb belegten Berin Becic, Frederik Gareis, Saskia Drechsler und Andrey Kharlamov die Plätze eins, zwei, vier und acht. Hiermit qualifizierten sie sich zum Auswahlworkshop für die fünfköpfige Physik-Nationalmannschaft. Diese vertritt Deutschland im Juli 2019 bei der Physik-Weltmeisterschaft im polnischen Warschau. Bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Jahr, damals in Peking, holte das deutsche Team Platz drei. 

 

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