Gesteine aus explosiver Zeit Schausprengung bei Steinbruch Schicker in Bad Berneck

Der Moment der Sprenung im Steinbruch in Bad Berneck. Foto: Nils Katzenstein

BAD BERNECK. Die Hartsteinwerke Schicker und der Geopark Bayern/Böhmen boten am Donnerstag eine Führung durch den Steinbruch in Bad Berneck an. Am Ende der Führung beobachteten die Teilnehmer aus sicherer Entfernung eine Sprengung im Bergwerk.

Geoparkranger Joachim Nedvidek berichtete dem Kurier vorab, was den Steinbruch in Bad Berneck so besonders macht und wie sein Bestehen mit einem Vulkan, der vor 370 Millionen Jahren aktiv war, zusammenhängt.

Der Fels hebt sich wie in Zeitlupe

Anlässlich des bundesweiten Tages des Geotops führten am Donnerstag Joachim Nedvidek, Geoparkranger, und Otto Kreil von den Hartsteinwerken Schicker eine Führung durch den örtlichen Steinbruch an. Der Tag des Geotops findet seit 2002 jährlich bundesweit statt. Dieses Jahr ist es der 16. September.

In der Woche davor und danach würden überall in Deutschland eigens Besichtigungen von Geotopen organisiert, erzählt Nedvidek. Am Ende der Führung konnten die Teilnehmer aus sicherer Entfernung eine Sprengung im Bergwerk beobachten. Bei der Sprengung hob sich der Fels zunächst wie in Zeitlupe ein Stück, bevor das Gestein dann staubend in sich zusammensackte. „Dieses Jahr wollten wir uns für den Tag des Geotops etwas Besonderes aufheben“, sagt Nedvidek.

Video: Sprenung im Steinbruch

Video: Nils Katzenstein / www.copter.pictures

Aber was macht den Steinbruch in Bad Berneck so besonders? Nedvidek zufolge habe es mit der Art des Gesteins, das in dem Steinbruch abgebaut wird, zu tun. Der sogenannte Diabas besteht aus festgewordener Lava. Das Gestein ist für verschiedene Zwecke nutzbar. Schon die Steinzeitmenschen verwendeten es zur Herstellung ihrer Klingen. Heute wird es beispielsweise zu Grabsteinen oder Säulen verarbeitet. Der Diabas aus Bad Berneck werde unter anderem zu Schotter verarbeitet und an die Schweizer Bundesbahn verkauft, die damit Gleisbette baut, sagt Nedvidek.

Die Lava, aus der der heutige Diabas besteht, sei bei Vulkanausbrüchen vor 370 bis 380 Millionen Jahren in der Region an die Erdoberfläche gekommen, berichtet Nedvidek. Näher lasse sich der Zeitraum nicht eingrenzen. Dieser Vorgang sei jedoch noch nicht außergewöhnlich. Allein in der Gegend gebe es fünf Steinbrüche, in denen Diabas abgebaut werden könne.

Zusammenspiel von Wasser und Lava

Es ist die Kugelform des Gesteins, für die der Steinbruch in Bad Berneck bekannt ist. „Wenn Lava unter Wasser liegt, ist es wie wenn Fett in eine Suppe tropft. Das Wasser und das Fett vermischen sich nicht, sondern es bilden sich Fettaugen“, erklärt Nedvidek. Die Kugeln, die die Bergarbeiter aus der Erde holen, seien durch dieses Zusammenspiel von Wasser und Lava entstanden.

Fragt sich, in welchem Gewässer die Lava zu Kugeln wurde. „Die Welt sah damals noch ganz anders aus“, erläutert Nedvidek. „Bad Berneck lag auf dem Nordrand eines auf der Südhalbkugel gelegenen Kontinents, in einem Schelfgebiet.“ Die Gegend, in der heute Bad Berneck liegt, habe sich damals bis zu 300 Meter tief unter Wasser befunden. Dort bildeten sich die Lavakugeln, die 380 Millionen Jahre danach den Steinbruch von Bad Berneck prägen.

 

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