Geschärfte Sinne Sinnesorgane mit überdurchschnittlichen Fähigkeiten

Sehen, hören, riechen, schmecken, tasten: Mit diesen Sinneseindrücken machen wir Menschen uns tagtäglich ein Bild von unserer Umgebung. Die Sinne helfen uns dabei, dass wir uns orientieren und mit anderen Menschen in Kontakt treten können. Bei manchen Menschen ist ein Sinnesorgan aber besonders stark ausgeprägt, was nicht immer von Vorteil ist.

Die Sinnesorgane des Menschen

Bereits Kleinkinder kennen die fünf Sinne des Menschen und können die dazugehörigen Sinnesorgane benennen. Doch hinter den Sinneswahrnehmungen steckt noch mehr: Die Eindrücke, die sie uns vermitteln, haben zusätzliche, lebenswichtige Funktionen, die zum Teil erst aus dem Zusammenspiel der einzelnen Organe entstehen.

Der Sinn der Sinne

Grundsätzlich haben die Sinne eine lebensrettende Funktion. Sie warnen uns vor Gefahren: Das kann ein sichtbares Raubtier sein, das sich nähert, ein lauter Schuss einer Pistole, der bittere Geschmack einer unreifen oder gar giftigen Frucht, ein beißender Rauchgeruch, der auf Feuer hinweist oder das Gefühl von zu starker Hitze und Schmerzen. In der heutigen, recht harmlosen Welt wird die lebensrettende Funktion kaum noch benötigt. Es geht mehr um die zweite Funktion, nämlich dass uns die Sinne detaillierte Eindrücke von alldem verschaffen, was uns umgibt, und uns dadurch das Leben erleichtern.

Aufgabe und Funktion unserer Sinnesorgane

Jedes der Sinnesorgane erfüllt bestimmte Aufgaben. Dementsprechend sind die dazugehörigen Organe im oder am Körper platziert und mit einem spezifischen Aufbau ausgestattet.

Die Augen

Frontal am Kopf sind die Augen angebracht, um auch ohne Kopfbewegung einen recht umfassenden Blickwinkel zu haben. Sie dienen der Orientierung und gelten als wichtigstes Sinnesorgan: Bis zu 95 Prozent der Sinneswahrnehmungen des Menschen sind visueller Art.

Die Augen sind sehr komplex aufgebaut, die Einzelteile erfüllen je eine bestimmte Funktion. Der Sehvorgang erfolgt in mehreren Schritten: Durch die Hornhaut und Pupille gelangt Licht auf die Netzhaut, das von der Linse gebündelt wird. Auf der Netzhaut befinden sich die Farbrezeptoren (Stäbchen und Zapfen), an denen die Lichtreize zu Informationen umgewandelt und zum Sehnerv weitergeleitet werden. Von dort aus gelangen die (Bild-)Informationen an das Gehirn. Zur Regulation des Lichteinfalls kann die Regenbogenhaut die Pupille erweitern oder verkleinern.

Die Nase

Mund und Nase sorgen dafür, dass wir Menschen Luft ein- und ausatmen können. Nasenhärchen und Nasenschleimhaut reinigen dabei die Atemluft und schützen den Körper so vor Schmutzpartikeln und Krankheitserregern. Außerdem wird die Atemluft in der Nase erwärmt und angefeuchtet, da zu kalte Luft die Lunge verkrampfen lässt.

Die Nase ist gleichzeitig der Sitz des Geruchssinns: Erreicht die Atemluft den oberen Nasenbereich, werden die Riechsinneszellen angeregt, welche die Gerüche aus der Luft wahrnehmen und an das Gehirn weiterleiten.

Die Ohren

Die Ohren haben die Aufgabe, uns mit akustischen Informationen über unsere Umwelt zu versorgen. Sie befinden sich seitlich am Kopf, um möglichst viele Umgebungsgeräusche einzufangen und dem Gehirn zu vermitteln, aus welcher Richtung ein Geräusch kommt. Ohren sind dreiteilig aufgebaut: Das Außenohr (Ohrmuschel) nimmt die Schallwellen auf, die durch ein Geräusch oder durch Sprache entstehen. Diese werden über das Trommelfell an das Mittelohr weitergeleitet. Dort bringen die Schallwellen die Flüssigkeit und damit die Sinneshärchen im Innenohr in Bewegung. Diese Bewegung wird schlussendlich als elektrischer Reiz an das Gehirn weitergeleitet.

Außerdem befindet sich im Innenohr das Gleichgewichtsorgan: Die Flüssigkeit darin, die sich bei Bewegungen des Kopfes mitbewegt, leitet dem Gehirn Informationen über die Position des Kopfes weiter.

Die Zunge

Die Zunge ist ein großer, sehr beweglicher Muskel, der aus mehreren Einzelmuskeln besteht. Das eigentliche Geschmacksorgan ist nicht die Zunge selbst, sondern die Geschmacksknospen mit ihren vielen Sinneszellen.

Sie befinden sich überwiegend auf der Zunge, aber auch im übrigen Mundraum: im Rachen, am Kehldeckel, im Nasenraum und an der oberen Speiseröhre. Diese Sinneszellen erkennen verschiedene Geschmacksrichtungen: Süß, salzig, bitter, sauer und herzhaft-würzig („umami“). Die Sinneseindrücke werden als elektrische Reize dem Gehirn vermittelt.

Die Zunge hat noch weitere Funktionen: Sie zerkleinert Speisen zur Nahrungsaufnahme und löst neben dem Schluck- auch den Saugmechanismus aus, der besonders für Säuglinge wichtig ist. Außerdem ist die Zunge ein wichtiger Bestandteil beim Sprechen, denn nur im Zusammenspiel von Zunge, Lippen und Zähnen entstehen einzelne Laute.

Die Haut

Das größte Sinnesorgan des Menschen ist die Haut. Sie ist zugleich Abgrenzung und Verbindung des Körpers zur Umwelt. Sie ist in die Außenhaut (bestehend aus Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut) und Innenhaut (Schleimhäute) aufgeteilt.

Die Haut schützt den Körper vor zu starker Sonneneinstrahlung und reguliert die Körpertemperatur, indem sie Schweiß absondert oder die Härchen als Luftpolster aufstellt. Sie sorgt auch dafür, dass das Innere des Körpers vor Krankheitserregern und Verletzungen geschützt ist, und nimmt über ihre Sinneszellen in den Hautschichten Reize wie Temperatur und Druck auf.

Das Zusammenspiel der Sinnesorgane

Die Sinnesorgane sind ein komplexes Gefüge, in dem die einzelnen Bestandteile sowohl für sich alleinstehend wichtige Funktionen erfüllen als auch im Zusammenspiel miteinander. Das ermöglicht eine viel detailliertere Wahrnehmung der Umgebung, etwa wenn wir ein herannahendes Fahrzeug nicht nur hören, sondern es gleichzeitig auch sehen können oder wenn wir einen Gegenstand, den wir betrachten, gleichzeitig mit den Händen fühlen.

Zwei Sinne, die eng miteinander verbunden sind, sind der Geschmacks- und der Geruchssinn. Denn was wir unter Geschmack verstehen, spielt sich nicht allein auf der Zunge ab. Erst zusammen mit den Sinneseindrücken der Nase entsteht das Aroma eines Nahrungsmittels. Bemerkt wird das Zusammenspiel oft erst bei einer Erkältung, wenn die Nase verstopft ist und Speisen weniger intensiv schmecken.

Der Gleichgewichtssinn funktioniert ebenfalls nur, weil mehrere Sinnesorgane zusammenspielen: Das Gleichgewichtsorgan im Ohr vermittelt dem Gehirn die Kopfposition, während die Augen die Raumlage des Körpers (oben und unten, Neigung) wahrnehmen. Das Gehör kann durch etwaige Luftgeräusche die Geschwindigkeit abschätzen, mit der sich der Körper bewegt, und die Haut spürt die Luft- und Eigenbewegungen. All diese Informationen werden im Gehirn verarbeitet und entsprechende Signale an die Muskulatur weitergeleitet, damit der Körper im Gleichgewicht bleibt.

Besonders stark ausgeprägte Sinne

Mit zunehmendem Alter werden die Sinnesorgane des Menschen immer schwächer. Das betrifft nicht nur das Sehen und Hören, sondern auch den Geruchs- und Geschmackssinn, etwa weil die Rezeptoren sich verändern oder weil die entsprechenden Sinneszellen absterben. Manchen Menschen werden diese Veränderungen kaum auffallen, denn bei ihnen ist zumindest ein Sinnesorgan stärker ausgeprägt als bei anderen. Das kann verschiedene Ausprägungen haben, die nicht immer ein Vorteil sind.

Superseherinnen: Frauen mit ausgeprägter Farbwahrnehmung

Das menschliche benötigt zum Sehen unter anderem zwei verschiedene Sinneszellen, die sogenannten Stäbchen und Zapfen. Für die Farbwahrnehmung müssen drei Typen von Zapfen vorhanden sein. Bei manchen Frauen befindet sich aber noch ein vierter Zapfen-Typ im Auge. Der bewirkt, dass sie mehr Farbnuancen unterscheiden können als andere Menschen.

Es handelt sich bei diesen Frauen um Töchter oder Mütter von Männern mit einer Rot-Grün-Sehschwäche. Betroffene Männer haben genetisch mutierte Rot- und Grün-Zapfen, weswegen sie diese beiden Farben kaum voneinander unterscheiden können. Das Sehpigment dieser Zapfen wird auf dem X-Chromosom vererbt, welches bei Frauen zweifach und bei Männern einfach vorliegt.

Aus diesem Grund können nur Frauen das ausgeprägte Farbensehen ausbilden. Bei Müttern und Töchtern von Farbseh-Geschwächten kann sich aufgrund der genetischen Gegebenheiten auf den beiden X-Chromosomen je ein gesundes und ein mutiertes Sehpigment entwickeln, sodass sie vier Zapfentypen haben. Sind diese optimal zwischen den Grün- und Rotzapfen verteilt und in ausreichender Zahl vorhanden, können diese Frauen mehr Farbtöne unterscheiden als andere Menschen. Andernfalls gelangen die Farbeindrücke der mutierten Sinneszellen nicht bis ins Gehirn.

Feinschmecker im wahrsten Sinne

Wie die anderen Sinne kann auch der Geschmackssinn bei einigen Menschen feiner ausgestaltet sein. Diese Fähigkeit, besonders feine Geschmacksnuancen zu schmecken, trägt im Grunde jeder Mensch in sich. Kinder haben von Geburt an doppelt so viele Geschmacksknospen wie ein Erwachsener. Sie können also viel feiner schmecken, wobei sie „süß“ besonders gern schmecken. Sobald sie von der Milch entwöhnt sind, lernen sie immer mehr Geschmacksnuancen kennen.

Je mehr verschiedene Nahrungsmittel ein Kind regelmäßig isst, desto feiner entwickelt sich sein Geschmackssinn. Das funktioniert auch noch im Erwachsenenalter, wobei die Geschmacksknospen immer schwächer werden und man im Alter einen zweieinhalbfach so intensiven Geschmacksreiz braucht, um die
Geschmacksknospen zu stimulieren.

Man kann den Geschmackssinn demnach trainieren und ihn so empfänglicher machen, sodass man beim Essen und Trinken ein viel detaillierteres Geschmackserlebnis hat. Das ist in bestimmten Branchen eine sehr wichtige Fähigkeit. Wer im Weinbau tätig ist, kann den vollen Geschmack eines Weines nur mit einem trainierten Geschmackssinn erfassen. Dazu gehört es, die Mineralität eines Weines und damit seine Herkunft herauszuschmecken: Je nachdem, auf welchem Boden die Reben gewachsen sind, gelangen bestimmte Mineralien durch die Wurzeln im Boden in die Frucht und verleihen dem Wein damit einen spezifischen Geschmack.

Bei Brauen eines Bieres ist ein feiner Geschmack ebenfalls vorteilhaft, um sogenannte Fehlaromen herausschmecken und die Rezeptur dementsprechend korrigieren zu können. Nicht zuletzt sind trainierte Geschmacksknospen auch in der gehobenen Küche von Bedeutung, um das Zusammenspiel der einzelnen Aromen einer Speise zu erfassen.

Das absolute Gehör: Töne wie Buchstaben erkennen

Bei manchen Menschen sind nicht die Augen, sondern das Gehör besonders stark ausgeprägt. Wer ein sogenanntes absolutes Gehör hat, ist dazu in der Lage, die Höhe eines gehörten Tons zu bestimmen, ohne einen Bezugston zu hören. Das bedeutet, man kann den Ton korrekt auf der Tonleiter beziehungsweise im Notensystem einordnen und gleichzeitig eine Aussage darüber treffen, ob der Ton die richtige Höhe hat oder im Vergleich zu dem Klang, den er haben sollte, etwas zu hoch oder zu tief ist.

Diese Gabe ist vergleichbar mit dem Lesen eines Textes: Absoluthörer erkennen beim Hören sofort, um welchen Ton es sich handelt, genauso wie man beim Lesen auf Anhieb sagen kann, welche Buchstaben dort stehen. Die Fähigkeit zum absoluten Gehör ist meist angeboren, kann aber von einigen Kindern bewusst oder unbewusst erlernt werden. Im Erwachsenenalter ist das nur mit viel Mühe und unvollkommen möglich.

Viele Menschen mit einem absoluten Gehör sind in einer Familie aufgewachsen, die musikalisch sehr aktiv ist. Ein Kind, das schon vor dem Eintritt in die Grundschule ein Musikinstrument spielen lernt, hat eine viel größere Chance auf ein absolutes Gehör als ein Kind, das erst im Grundschulalter zu musizieren anfängt. Kinder, bei deren Muttersprache unterschiedliche Tonhöhen zum Sprachgebrauch gehören, haben ebenso eine erhöhte Chance auf ein absolutes Gehör. Das gilt etwa für einige afrikanische und chinesische Sprachen.

Misophonie: Empfindliche Reaktion auf Geräusche

Der Begriff Misophonie setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern „miso“ (Hass) und „phone“ (Ton), was bedeutet, dass bestimmte Geräusche bei Betroffenen starke Reaktionen hervorrufen. Das sind solche Geräusche mit gewissen Wiederholungen und Mustern, etwa das Klicken eines Kugelschreibers, Kaugeräusche sowie Husten und Niesen.

Misophonie geht zurück auf eine neurologische Störung, bei der auditive Reize im Zentralnervensystem falsch interpretiert werden. Die Folge: Betroffene reagieren mit Wut oder Panik. In der Öffentlichkeit fühlen sie sich sehr unwohl, weil die störenden Geräusche jederzeit auftreten können und die darauffolgende Reaktion schöne Momente zerstört. Auch die sozialen Beziehungen leiden darunter. Die Ursache für Misophonie ist bislang unklar.

Hyperakusis: Die laute Umgebung

Ähnlich wie die Misophonie, handelt es sich auch bei der Hyperakusis (aus den griechischen Wörtern „hyper“ für „über“ und „akuo“ für „ich höre“) um eine niedrige Toleranz gegenüber Geräuschen. Allerdings mit dem Unterschied, dass bei einer Hyperakusis die Geräusche als unglaublich laut wahrgenommen werden. Das verursacht bei den Betroffenen Schmerzen, Frustration oder sogar panische Angst. Weitere Symptome sind unter anderem Herzrasen, Nervosität, Muskelverspannungen und Schlafstörungen.

Wer an Hyperakusis leidet, hat ein ganz normales Gehör, aber eine viel niedrigere Toleranzgrenze gegenüber bestimmten Geräuschen und Geräuschpegeln, die von anderen als normallaut betrachtet werden. Deswegen stoßen Betroffene immer wieder auf Unverständnis und fehlende Toleranz für ihre Beschwerden.

Synästhesie: Farben hören und Geräusche schmecken

Die menschlichen Sinne sind gewissermaßen miteinander verbunden, um unsere Wahrnehmung zu optimieren. Dennoch erfahren wir die einzelnen Sinneseindrücke nur über das dafür zuständige Sinnesorgan. Bei manchen Menschen ist das allerdings anders: Sie nehmen äußere Reize über mehrere Sinnesorgane wahr. Diese sogenannten Synästhetiker nehmen Geräusche und Musik auch optisch als Farben wahr (Farbenhören) oder können Buchstaben und Zahlen fühlen. In selteneren Fällen können Synästhetiker Töne auch schmecken.

Der Begriff „Synästhesie“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „Vermischung der Sinne“. Bei der Stimulation eines Sinnesorgans wird zusätzlich eine weitere Sinneswahrnehmung ausgelöst. So vermischt sich das Hören von Musik unweigerlich mit der Wahrnehmung von Farben oder Formen. Dieses Phänomen gilt jedoch aus medizinischer Sicht nicht als krankhafte Störung oder bloße Einbildung, sondern vielmehr als zusätzliche Fähigkeit.

Die besonders feine Nase: Mit der Nase sehen

Während sich die meisten Menschen auf ihre Augen und Ohren verlassen, wenn sie unterwegs sind, setzen andere vor allem auf ihre Nase. Bei ihnen ist das Riechorgan besonders feinfühlig. Erinnerungen an Orte und Erlebnisse rufen die sogenannten Nasenmenschen eben nicht über visuelle und akustische Sinneseindrücke auf, sondern über die Gerüche, die sie damit verbinden. Aus diesem Grund sehen sie sozusagen mit der Nase.

Anders als visuelle oder akustische Reize, gelangen olfaktorische Reize (Duftreize) direkt in das limbische System im Gehirn, in dem Emotionen verarbeitet werden. Daher sind Gerüche im Gedächtnis viel stärker mit Gefühlen verbunden, sowohl mit positiven als auch mit negativen. Bei Menschen mit einer feinen Nase kommt hinzu, dass sie viel empfindlicher auf Duftreize reagieren und sogar Stress und Angst bei anderen Personen riechen können.

Die Schmetterlingskrankheit: Schmerzende Berührungen

Hinter dem harmlos anmutenden Namen „Schmetterlingskrankheit“ verbirgt sich der medizinische Fachbegriff Epidermolysis bullosa. Es handelt sich dabei um eine genetisch bedingte, seltene Hautkrankheit, die oft bereits im Kindesalter auftritt.

Charakteristisch für die Schmetterlingskrankheit ist eine übermäßig empfindliche Haut – wie die eines Schmetterlings. Schon bei geringer Belastung, etwa durch leichte Stöße, bilden sich Blasen und Wunden, die mit großen Schmerzen einhergehen. Selbst sanfte Berührungen können schon schmerzhaft sein.

Dahinter steckt ein Gendefekt, der dazu führt, dass die Hautschichten nicht richtig zusammengehalten werden. Dadurch lösen sich die oberen Hautschichten schon bei leichter Beanspruchung wie kratzen oder Händeschütteln von den unteren Hautschichten, was Wunden verursacht. Oder sie verschieben sich, sodass Blasen entstehen, weil sich in den entstehenden Spalten Flüssigkeit einlagert.

Außerdem nehmen Betroffene Berührungen viel intensiver wahr als andere Menschen, weil sie Laminin-332 nicht bilden können. Ein Protein, das die Weiterleitung von Berührungsreizen hemmt.

Was passiert bei einer Beeinträchtigung eines Sinnesorgans?

Während bei einigen ein Sinnesorgan besonders stark ausgeprägt ist, liegt bei anderen das Gegenteil vor, nämlich eine Beeinträchtigung bis hin zum Totalausfall eines Sinnesorgans. Doch der menschliche Körper weiß sich auch in diesem Fall zu helfen.

Ursachen für den Verlust oder die Störung eines Sinnesorgans

Abgesehen von angeborenen Fehlbildungen, gibt es eine Vielzahl an Ursachen dafür, warum ein Sinnesorgan nicht oder nur eingeschränkt funktionstüchtig ist. So führen bestimmte Krankheiten dazu, dass ein Sinnesorgan mit der Zeit immer schwächer wird, bis es im Extremfall ganz ausfällt. Schäden an der Netzhaut führen zur Erblindung, wenn sie nicht behandelt werden, jedenfalls aber ist das Sehen eingeschränkt. Entzündungen der Mundschleimhaut, die Einnahme von Medikamenten oder Infektionskrankheiten können zu Geschmacksstörungen führen. Der Geruchssinn kann dann ebenfalls betroffen sein.

Reaktionen des Körpers auf gestörte Sinne

Fällt ein Sinneseindruck weg, versucht der Körper, den Verlust so gut wie möglich mit den anderen Sinnesorganen und Körperfunktionen auszugleichen. Das dient dazu, dass sich der Mensch trotz der Sinnesstörung in seiner Umgebung zurechtfindet und möglichst eigenständig bleibt.

Zu diesem Zweck werden die anderen Sinne intensiver genutzt. Das bedeutet, dass sie nicht besser funktionieren als bei Menschen ohne Einschränkung, aber durchaus besser trainiert und stärker ausgeprägt sind.

 

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