Geschäftsbericht Tennet investiert in Energiewende

Foto: Ronald Wittek/Archiv

BAYREUTH. Um die Energiewende voran zu bringen, will sich der Übertragungsnetzbetreiber Tennet auf Innovationen, die Optimierung des bestehenden Übertragungsnetzes sowie auf den Ausbau der Übertragungsnetze in Deutschland und den Niederlanden und der Interkonnektoren zwischen Staaten konzentrieren. Dies geht aus dem integrierten Geschäftsbericht für 2018 hervor, den der in Deutschland und den Niederlanden tätige Netzbetreiber Tennet mit Deutschlandsitz in Bayreuth am Donnerstag vorstellte. Demnach sei die Verfügbarkeit der Übertragungsnetze (Versorgungssicherheit) auch 2018 mit 99,9988 Prozent auf einem hohen Niveau geblieben.

Der Umsatz von Tennet in Höhe von 4.176 Millionen Euro im Jahr 2018 ist der Pressemitteilung zufolge im Vergleich zum Jahr 2017 um sechs Prozent gestiegen. Gründe sind vor allem höhere Erlöse für gestiegene Netzkosten und zusätzliche Umsätze infolge einer wachsenden Kapitalbasis des Unternehmens. Der EBIT sank von 897 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 806 Millionen Euro 2018. Bereinigt um Sondereffekte erhöhte sich der EBIT 2018 um zehn Prozent auf 819 Millionen Euro. Dieser Anstieg wurde vor allem durch das Wachstum des Anlagevermögens getrieben, das zu einem höheren Ertrag aus Kapitalrückzahlungen führte.

Im vergangenen Jahr investierte Tennet 2253 Millionen Euro. Hiervon wurden 1.370 Millionen Euro in Deutschland und 876 Millionen Euro in den Niederlanden investiert. Diese Investitionen erklären auch den Anstieg der verzinslichen Nettoverschuldungen um 13 Prozent auf 8712 Millionen Euro zum 31. Dezember 2018.

Als Teil seines Engagements im Bereich der unternehmerischen sozialen Verantwortung (CSR) gab der Netzbetreiber 2018 im Rahmen seines Programms für grüne Anleihen erneut grüne Anleihen aus. Der Wert betrug 1,25 Milliarden Euro. Zudem wurden durch eine grüne Privatplatzierung in den USA (USPP) 500 Millionen Euro eingenommen. Darüber hinaus hat Tennet von der Europäischen Zentralbank grünes Hybridkapital in Höhe von 100 Millionen Euro und weitere 350 Millionen Euro als Eigenkapital vom niederländischen Staat erhalten.

Tennet will in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich ca. 35 Milliarden Euro investieren, davon 23 Milliarden Euro in Deutschland und zwölf Milliarden Euro in den Niederlanden. Der Anstieg des Investitionsvolumens im Vergleich zum Vorjahr beruhe vor allem auf geplanten Investitionen in Höhe von fünf Milliarden Euro in die Anbindung von Offshore-Windenergie im niederländischen Teil der Nordsee bis 2030. 

Das Offshore-Netz im deutschen Teil der Nordsee wächst: 2018 wurden fast 17 Terawattstunden Strom aus Offshore-Windparks an Land gebracht. Die Übertragungskapazität der von Tennet betriebenen Offshore-Netzanbindungen stieg auf 6232 Megawatt (MW) an und erfüllte damit bereits nahezu die Zielvorgabe der deutschen Bundesregierung für 2020.

Bis 2023 wird die Übertragungskapazität durch zwei weitere Offshore-Anbindungsprojekte auf über 8000 MW steigen. Im niederländischen Teil der Nordsee wird Tennet bis 2023 Offshore-Netzanbindungen mit einer Gesamtkapazität von 3.500 MW bauen. Bis 2030 wird Tennet weitere Offshore-Netzanbindungen mit insgesamt 6100 MW Übertragungskapazität errichten, darunter zwei Gleichstrom-Anbindungen mit jeweils 2000 MW Kapazität. 

 

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