Georg Lang (CSU) wirft Bürgermeister Hanngörg Zimmermann Stillstand vor Lang gegen Zimmermann: der ewige Konflikt

Der Gößweinsteiner Bürgermeister Hangörg Zimmermann vor dem früheren Hallenbad. Er äußert sich dazu wie es mit dem Gebäude weiter gehen soll. Foto: Ralf Münch

Wieder einmal kochte die Stimmung hoch in der Marktgemeinderatssitzung. Wie schon öfter wurde der tiefe Graben, der zwischen Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG) und seinem Amtsvorgänger Georg Lang (CSU) liegt, deutlich.

Es fing mit Langs Frage „Was haben wir eigentlich für einen aktuellen Kassenstand?“, an. Wenn er den Haushalt durchgehe und grob überschlage, stelle er fest, dass einiges zwar geplant, aber nicht investiert beziehungsweise umgesetzt wurde. „Das dürften grob an die zwei Millionen Euro sein“, so Lang. Ob für das veranschlagte, aber bislang nicht ausgegebene Geld Strafzinsen gezahlt werden müssen, wollte er wissen. „Dieses Damoklesschwert wird uns wohl treffen“, entgegnete Geschäftsstellenleiter Peter Thiem.

Stillstand in der Gemeinde

„Wir müssen mehr investieren“, sagte Lang darauf. Der Marktgemeinderat sei es gegenüber den Bürgern schuldig, das Geld sinnvoll zu verwalten. „Wir haben in der Gemeinde einen Stillstand, es ist in den vergangenen drei Jahren nichts passiert.“

Auch Peter Helldörfer (CSU) schlug in die gleiche Kerbe. „Man hat in den vergangenen Jahren nicht gemerkt, dass auf Beschlüsse des alten Gemeinderates zurückgegangen und aufgebaut wird“, kritisierte er. Es werde mit einer Broschüre, die die Kommune mit dem Bildungsbüro des Kreises über das Leben und Lernen in Gößweinstein habe erstellen lassen, alles schöngeredet, sagte Helldörfer. „Wir sollten aber lieber bei der Gemeinderealität bleiben“, machte er deutlich. Es geschehe nichts Neues in Gößweinstein. „Man merkt nicht, dass der Bürgermeister etwas umsetzt“, so Helldörfer.

Vor Sitzung nachfragen

Der Bürgermeister verwahrte sich nachdrücklich gegen den Vorwurf des Stillstands. Die Bürgerversammlungen der vergangenen Jahre hätten deutlich eine hohe Zufriedenheit der Bürger vermittelt. Zimmermann wandte sich direkt an Lang: „Man hätte auch im Vorfeld der Sitzung bei mir anrufen und darum bitten können, dass ich etwas vorbereite, eine Liste zur Sitzung vorlege über Maßnahmen, die bereits gemacht wurden“, so der Bürgermeister. In der Sitzung jetzt aber von Stillstand zu sprechen, entspreche nicht dem Niveau, in dem normalerweise geredet werde. „Vorher anzurufen, wäre ein anständiger Umgang gewesen, statt in der Sitzung herumzukrakeelen“, sagte Zimmermann.

Aktivitäten der vergangenen Jahre

Unterstützung erhielt der Bürgermeister von Rainer Polster (FWG), der ausdrücklich den ruhigen Ton Zimmermanns lobte, mit dem dieser auf die Vorwürfe reagiere. Und an Georg Lang: „Deine populistischen Ausbrüche sind nicht gut. Du hattest als Bürgermeister sechs Jahre Zeit gehabt etwas umzusetzen und wir hätten dich x-mal wegen Nichtstun angehen können“, so Polster. Verkehrsberuhigung, Bemühen um ein neues Rathaus, Schließung des alten Hallenbades, Tourismus, Breitbandausbau – listete er dann Aktivitäten der vergangenen Jahre auf. „Es tut sich was in Gößweinstein“, betonte Polster. Es gebe genügend Vorzeigeobjekte. „Da brauchst du nicht so dumm daherreden“, kritisierte er Langs Vorwürfe. Man könne nachschauen, was in der Vergangenheit an Geld in der Marktgemeinde umgesetzt wurde, so Bürgermeister Zimmermann.

„Wenn das jemand als zu wenig empfindet – sei das okay – dann ist das eine andere Ausgangssituation“, sagte er. Aber von Stillstand könne nicht gesprochen werden.

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