Geld für Gehörlose Taub für die Nöte

Foto: Andreas Schmitt

KOMMENTAR. Zählt das gebrochene Bein mehr als der gebrochene Arm? Und was, wenn beide Gliedmaßen betroffen sind? Wie – Sie finden solche Rechnungen etwa zynisch? Die Gehörlosen und Hörgeschädigten in Bayern kennen solche Rechnungen nur zu gut.  

Sie können ein Lied davon singen, geringer geschätzt zu werden als Blinde. Zumindest fühlen sie sich wie Benachteiligte zweiter Klasse. Und ihr Frust, er ist verständlich. Es ist schwer zu verstehen, warum Blinde oder Taubblinde Geld erhalten, um Zusatzkosten, zum Beispiel für den Blindenhund, auszugleichen – und Gehörlose nicht. Das ist unfair. Auch sie haben Mehrkosten. Eine für Gesunde alltägliche Beratung beim Brillenkauf – ohne Dolmetscher nicht machbar. Und eine Stunde kostet 75 Euro – plus Fahrtkosten.

Die Staatsregierung argumentiert, sie stecke viel Geld in die Verbesserung der allgemeinen Gehörlosen-Infrastruktur. Das ist ein guter Ansatz. Am Willen mangelt es nicht. Warum aber über die Köpfe der Betroffenen hinweg? Wenn Gehörlose individuelle Zahlungen wollen, dann sollte man das prüfen – und mit Zahlen begründen, warum es nicht möglich ist. Denn auch die, die nichts hören, haben ein Recht aufs Zuhören.

andreas.schmitt@nordbayerischer-kurier.de

 

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