Gegner mit Problemen Tigers gegen Freiburg und in Kassel

Sergej Stas (vorne links) wird heute im Trikot des Gegners auf dem Bayreuther Eis stehen. Nach zwei Jahren bei den Tigers wechselte der weißrussische Nationalspieler im Sommer zum EHC Freiburg. Foto: Peter Kolb

EISHOCKEY. Vor der Saison hätte man als Anhänger der Bayreuth Tigers beim Blick auf den elften Doppelspieltag der DEL2 wahrscheinlich klare Prioritäten gesetzt: Das Heimspiel am Freitag um 20 Uhr gegen den EHC Freiburg bietet eine gute Siegchance, der am Sonntag um 18.30 Uhr folgende Auftritt bei den Kassel Huskies eher nicht. Das Tabellenbild sagt jedoch etwas ganz anderes aus.

Aktuell darf der Tabellenletzte nämlich beide Gegner zu seinen unmittelbaren Konkurrenten zählen. Bei acht Punkten Abstand zu den mit weitaus höheren Ambitionen gestarteten Huskies (11.) und zehn zu den Freiburgern, die als Neunter sogar schon auf einem Pre-Playoff-Platz liegen, bieten sie die Möglichkeit, das untere Tabellendrittel zusammenrücken zu lassen. Sogar die Probleme in beiden Lagern sind vergleichbar, denn sie liegen ganz offensichtlich in der Offensive: Freiburg mit 55 Toren und Kassel mit 57 sind neben Dresden (57) die einzigen Mannschaften, die weniger Tore erzielt haben als die Tigers (59). Andererseits mussten beide erst 66 Gegentreffer hinnehmen, was nur vom Spitzentrio der Liga unterboten wird.

Einziger ausländischer Stürmer noch ohne Tor

Besonders bedenklich ist die Sturmflaute beim EHC Freiburg, der zwar für seine relativ bescheidenen Ansprüche gut in die Saison gestartet war, nun aber in vier seiner letzten fünf Spiele ohne jeden Torerfolg geblieben ist. Darauf haben die Breisgauer gestern mit der Besetzung der bislang freien vierten Kontingentstelle reagiert. Der 24-jährige tschechische Mittelstürmer Josef Mikyska kommt vom Zweitligisten HC Benatky, für den er in 25 Spielen sieben Tore und sieben Assists sammelte. Bisher war der Kanadier Mason Baptista der einzige ausländische Stürmer im Kader der Wölfe, und der hat noch keinen einzigen Treffer erzielt.

EHC-Topscorer ist wieder einmal der gebürtige Freiburger Nikolas Linsenmaier (elf Tore, elf Assists), der mit Ausnahme von sieben DEL-Spielen für Schwenningen nie woanders aktiv war. Keiner seiner Teamkollegen hat mehr als acht Tore erzielt, aber im Ligavergleich reichen die 22 Scorerpunkte nur für Platz 32. Ordentliche Rollen spielen die Ex-Bayreuther Sergej Stas im Sturm (drei Tore, vier Vorlagen) und Marvin Neher in der Verteidigung, der allerdings verletzungsbedingt einige Spiele verpasst hat.

Schon viel mehr Hektik hinter den Kulissen hat der bisherige Saisonverlauf bei den Kassel Huskies ausgelöst. Trainer Rico Rossi wechselte auf den Posten des Sportdirektors und wurde an der Bande durch den NHL-erfahrenen Amerikaner Bobby Carpenter abgelöst, der kanadische Stürmer Corey Trivino kam aus Villach und sammelte bei den ersten fünf Einsätzen immerhin schon fünf Scorerpunkte (zwei Tore), dafür ging sein Landsmann Matthew Neal zurück nach Klagenfurt.

Der 5:3-Sieg am vergangenen Dienstag beim Spitzenreiter Ravensburg hat die Hoffnung gestärkt, dass die angestrebte direkte Playoff-Qualifikation bei nur sechs Punkten Abstand zum sechsten Platz immer noch gut möglich ist. Bisher ist das aber noch ein Einzelfall, nachdem zuvor sieben von acht Spielen in regulärer Spielzeit verloren worden waren (einzige bezeichnende Ausnahme: 1:0 in Freiburg).

Liga-Topscorer der Vorsaison nur auf Platz 40

Wie weit die Hessen bislang hinter den Erwartungen zurück bleiben, wird am anschaulichsten bei Richard Mueller. Der Stareinkauf, der in der Vorsaison den SC Riessersee als Liga-Topscorer an die Spitze der Hauptrunde geführt hatte, taucht in der aktuellen Scorerliste erst an 40. Stelle auf. Trotzdem genügen aber seine zehn Tore und zehn Vorlagen immer noch, um die interne Rangfolge der Huskies anzuführen. Hoffnungen der Bayreuther, auch vom fünften Auswärtsspiel in Folge den einen oder anderen Punkt mitbringen zu können, stärkt aber vor allem die Heimbilanz der Schlittenhunde: Von den bisherigen zehn Spielen auf heimischem Eis haben sie nur drei gewonnen und die letzten fünf sogar ohne Punktgewinn verloren. Entsprechend zuversichtlich wirkt Tigers-Trainer Petri Kujala: „Die letzten beiden Spiele waren gut, wir werden also nicht viel ändern.“ Ob der angeschlagene Juuso Rajala wieder als Alternative für die Kontingentstellen verfügbar ist, wird erst am Freitag entschieden. In jedem Fall kehrt Henry Martens nach seiner Trainingsverletzung wieder in den Kader zurück. Somit sollten genug Verteidiger einsatzbereit sein, um Gustav Veisert und Noah Nijenhuis erstmals an den neuen Kooperationspartner VER Selb abgeben zu können.

 

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