G20-Bilanz: 51 Randalierer in U-Haft

Ein Demonstrant wirft am 9.7.2017 in Hamburg im Schanzenviertel einen Flasche gegen einen Wasserwerfer. Foto: Axel Heimken/dpa

Nach den Gewaltexzessen am Rande des G20-Gipfels in Hamburg sagt die Bundesregierung Linksextremisten bundesweit den Kampf an. "Die Ereignisse rund um den G20-Gipfel müssen auch eine Zäsur für den Blick auf die Gewaltbereitschaft der linksextremistischen Szene sein", sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) am Montag in Berlin. In Hamburg sitzen 51 Verdächtige in Untersuchungshaft.

Den Tatverdächtigen wird unter anderem schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Weitere Vorwürfe lauten auf gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung.

Ermittlungen wegen versuchten Mordes

Ein 27-jähriger Deutscher wird wegen versuchten Mordes belangt. Er soll den Piloten eines Polizeihubschraubers per Lasergerät gezielt geblendet haben.

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Bei den Beschuldigten handele es sich überwiegend um junge Männer unter 30 Jahren. Neben zahlreichen Deutschen säßen auch Staatsbürger aus Frankreich, Italien, Spanien, Russland, den Niederlanden, der Schweiz und Österreich in Haft.

Bürger schicken Videos als Beweismaterial

Bürger schickten Tausende Videos und Bilder an die Polizei, sagte Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. Bilder von maskierten und unmaskierten mutmaßlichen Tätern gingen ein.

«Es ist eine Flut von Informationen, die jetzt durchermittelt werden müssen.» Hamburgs Innensenator Andy Grote (SPD) kündigte im NDR an, aufgeklärt werden solle auch, wer Gewalttäter eingeladen, beherbergt und gedeckt habe.

Innenminister kündigt härtere Gangart an

De Maizière sagte, künftig müsse man noch mehr mit heftigsten Gewaltausbrüchen von Linksextremisten rechnen. Die Täter verglich er mit Neonazis und islamistischen Terroristen.

«Es darf in den Städten unseres Landes keine tolerierten Rückzugsräume für Gewalttäter geben - das gilt in Hamburg, das gilt in Berlin und das gilt überall anders auch.» In Hamburg erwarte er harte Verurteilungen. «Auf Landfriedensbruch steht eine mehrjährige Haftstrafe.»

Polizisten berichten von ihrer Angst

Polizisten, die bei den Krawallen dabei waren, berichteten von Angst und dem Gefühl, alleingelassen zu werden. «Das ist das Schlimmste, was ich als Bereitschaftspolizist erlebt habe», zitierte die Gewerkschaft der Polizei etwa einen Beamten.

Im Schanzenviertel war es am Rande des Gipfels um das linksautonome Zentrum Rote Flora zu Plünderungen und Gewalttaten gekommen. Rund 500 Polizisten wurden verletzt. Auch in Altona brannten Dutzende Autos. Am Montag ließen sich Anwohner in von der Polizei eingerichteten Infomobilen helfen, Anzeige zu erstatten.

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