Fußballer schlägt zu Ein letztes Foul mit Folgen

Auf dem Bolzplatz in Meyernberg verletzte ein Jugendlicher zwei Gegenspieler mit Faustschlägen. Foto: Archiv, Andreas Harbach

BAYREUTH. Das „Team Pegnitz International“ lag mit 5:1 zurück. Das Fußballspiel beim Bolzplatzturnier war zwei Minuten vor Spielende entschieden. Doch ein letztes Foul hatte Folgen. Einer kam nun wegen Körperverletzung vor Gericht.

Der 19-jährige Flüchtling aus Eritrea wurde von der Staatsanwaltschaft wegen zweifacher gefährlicher Körperverletzung angeklagt: Er soll bei dem Turnier am 11. Juni vergangenen Jahres zwei Gegenspieler mit der Faust geschlagen haben. Und weil der Angeklagte an seiner Hand drei Ringe trug, stufte die Anklagebehörde das als den Gebrauch eines gefährlichen Werkzeugs ein.

Im Prozess bei Jugendrichter Alois Meixner bestritt der Angeklagte die Taten. Es habe ein Foul gegeben, ja. Es sei eine Rangelei entstanden, ja. Doch er habe lediglich schlichtend eingreifen wollen. Und in dem wilden Durcheinander habe er jemanden getroffen mit der Hand, „unabsichtlich“.

Der Mitarbeiter des Jugendamtes, der damals das Spiel des Teams Pegnitz gegen die „Nike Riders“ als Schiedsrichter leitete, erinnert sich: „Das Spiel war nicklig. Es gab immer wieder Fouls.“ Zwei Minuten vor Spielschluss pfiff der Zeuge nach einem Foul durch die „Nike Riders“ einen Freistoß für die Mannschaft des Angeklagten: „Es gab Wortgefechte und in der Rangelei hat er zugeschlagen. Es war unvermittelt und gezielt.“

Zwei Spieler kamen ins Krankenhaus

Der Schiedsrichter brach das Spiel ab, zwei junge Spieler der „Riders“ mussten ins Krankenhaus. Einer erlitt durch einen Schlag gegen die Schläfe eine Gehirnerschütterung, ein anderer hatte eine blutende Mundverletzung.

Vor Gericht berichteten sie als Zeugen, dass der Angeklagte sie gezielt geschlagen habe. Einer der Zeugen sagte, nachher sei der Angeklagte noch einmal auf ihn zugekommen und habe sich demonstrativ seine Faust mit den Ringen geküsst.

Diese Triumphgeste wertete Staatsanwalt Julius Klug als weiteren Beweis dafür, dass der Angeklagte gezielt und in voller Absicht zugeschlagen habe: „Ich finde, das ist ein katastrophales Nachtatverhalten.“ Klug beantragte 100 Stunden Arbeitsauflage und eine Woche Dauerarrest.

Richter Meixner wertete die zwei Faustschläge als normale, einfache Körperverletzungen. Dem jungen Angeklagten sei wohl nicht bewusst gewesen, dass er mit den Ringen an den Fingern Schlimmeres anrichten konnte. Meixner beließ es bei eine 100-stündigen Arbeitsauflage.

Der Eritreer war im Jahr 2017 als junger, unbegleiteter Flüchtling nach Deutschland gekommen. Laut der Jugendgerichtshilfe leidet er unter Depressionen und epileptischen Anfällen.

 

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