Mobilfunkausbau Netzbetreiber untermauern Kritik an 5G-Vergaberegeln

Mit ihrer Forderung stellen sich die Politiker gegen die Bundesnetzagentur, die kürzlich einen Entwurf für die Vergabe von 5G-Frequenzen vorgelegt hatte. Foto: Oliver Berg

Vor einer wegweisenden Entscheidung der Bundesnetzagentur zum künftigen Mobilfunkausbau in Deutschland haben Netzbetreiber scharfe Kritik geäußert.

Berlin - Vor einer wegweisenden Entscheidung der Bundesnetzagentur zum künftigen Mobilfunkausbau in Deutschland haben Netzbetreiber scharfe Kritik geäußert.

Die Vergaberegeln seien in ihrem finalen Entwurf "klar rechtswidrig", teilte Vodafone auf dpa-Anfrage mit. Sollten die Regeln wie im Entwurf enthalten bestätigt werden, behalte man sich vor, vor Gericht zu ziehen.

Auch die Deutsche Telekom äußerte sich kritisch. Der Entwurf der Bundesnetzagentur enthalte für die Flächenversorgung "weiter verschärfte Auflagen, die deutlich über das hinausgehen, was die Behörde zuvor selbst als zumutbar und verhältnismäßig bezeichnet hat", heißt es in einem Schreiben der Telekom an die Bundesregierung. Die Vorgaben wären zudem "kontraproduktiv für Investitionen".

Die Bundesnetzagentur hatte unlängst Regeln im Entwurf publiziert, die nach einer Sitzung des Beirats der Behörde an diesem Montag in Berlin beschlossen werden könnten. Auf Basis dieses Textes sollen im Frühjahr 2019 die 5G-Frequenzen für den ultraschnellen Mobilfunk versteigert werden. Bis Ende 2024 sollen alle Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen sowie Zugstrecken mit schnellem mobilen Internet versorgt werden. Die Behörde setzt zudem darauf, dass neue Wettbewerber in den Markt kommen, was die alteingesessenen Netzbetreiber verärgert.

Die 5. Mobilfunkgeneration (5G) soll für die Industrie und andere Wirtschaftszweige in Deutschland eine zentrale Rolle spielen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Politik wertet 5G zudem als Chance, damit Deutschland beim Internet auf die Überholspur kommt - bisher ist man im internationalen Vergleich hinten dran.

 

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