Für die Grünen Eine Kulmbacherin im Hessischen Landtag

Mirjam Schmidt. Foto: red

KULMBACH. Eine Kulmbacherin hat bei den Landtagswahlen in Hessen eine, wie sie selbst sagt, „mittlere Sensation“ geschafft. Mirjam Schmidt kandidierte in Frankfurt für die Grünen und hätte fast dem bisherigen Fraktionsvorsitzenden der CDU, Michael Boddenberg, das Direktmandat abgenommen. Nur 519 Stimmen trennten die Neueinsteigerin in die Politik von dem prominenten „alten Hasen“. Über die Liste ist Mirjam Schmidt jetzt im Hessischen Landtag.

Die 41-Jährige ist in Kulmbach geboren und aufgewachsen. Ihre Eltern, die Familie Schmidt, betreiben am Pörbitscher Platz das Hotel „An der Eiche“. Auch ihr Bruder lebt noch in Kulmbach.

Christoph Mäckler hat sie in die Politik gebracht

Mirjam Schmidt verließ Kulmbach zunächst des Studiums wegen und ging nach München. Nach ihrem Studium der Kunstgeschichte sowie der Geschichte und des Umzugs nach Frankfurt der Liebe wegen machte die Kulmbacherin ihren ersten großen Karrieresprung. Sie wurde Assistentin des Frankfurter Star-Architekten und Städteplaners Professor Christoph Mäckler.

Der ebenso talentierte wie auch politisch bundesweit engagierte Gründer des Deutschen Instituts für Stadtbaukunst sei es letztlich gewesen, der sie zur Politik gebracht hat, erzählt Mirjam Schmidt. Als die Diskussion um den Brexit aufkam, habe sie sich in Frankfurt für Europathemen engagiert. „Ich wollte etwas tun gegen die Europa-Verdrossenheit“, erzählt die gebürtige Kulmbacherin. Eins gab das andere. Vor zweieinhalb Jahren trat Mirjam Schmidt bei den Grünen in Frankfurt ein. Recht schnell war sie zur Delegierten beim Bundesparteitag gewählt worden.

Von Platz 27 der Liste in den Landtag

Nur kurze Zeit später nominierten sie die Grünen als Landtagskandidatin in einem Bezirk Frankfurts, in dem seit fast 20 Jahren der prominente hessische CDU-Politiker Boddenberg immer wieder das Direktmandat geholt hat.

Das war auch dieses Mal so. Doch Mirjam Schmidt war dem Polit-Promi dicht auf den Fersen. Und nicht nur in ihrem eigenen Stimmkreis sorgte sie für Aufsehen. Die Kulmbacherin erzielte in Hessen das fünftbeste Ergebnis aller Kandidaten der Grünen und schaffte es in den Landtag, obwohl sie nur auf Platz 27 der Grünen-Liste gestanden hatte.

Europa, Kultur und Stadtentwicklung

Europa, die Kultur und natürlich die Stadtentwicklung will sich Mirjam Schmidt künftig in der hessischen Landespolitik als Schwerpunkte vornehmen. In welchen Ausschüssen sie vertreten sein wird, ist noch nicht beschlossen.

Mit ihrer Heimat Kulmbach fühlt sich die 41-Jährige immer noch verbunden. Zwar kommt sie aus zeitlichen Gründen nur noch zwei- oder dreimal im Jahr in ihre Geburtsstadt. „Aber wenn ich aus dem Zug steige, fühle ich mich in Kulmbach immer noch zu Hause.“

Dass ich Fränkin bin, darauf bin ich ganz stolz

Dass sie Fränkin ist, darauf legt Mirjam Schmidt großen Wert. „Wenn man außerhalb Bayerns ist, muss man den Leuten immer erklären, dass es Unterschiede zwischen Bayern und Franken gibt. Dass ich Fränkin bin, darauf bin ich ganz stolz. Ein bisschen hört man es mir auch noch an. Ich rolle das R, wie das die Franken halt machen.“ Von ihrer Wahlheimat Frankfurt ist Mirjam Schmidt überzeugt. Das heißt aber nicht, dass sie ihre fränkische Heimat Kulmbach vergessen hat.

 

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