Für 2,1 Millionen Euro Wunsiedel verkauft Stadthalle auf Ebay

Screenshot: red

WUNSIEDEL. Die Stadt Wunsiedel unternimmt einen weiteren Anlauf, um die Fichtelgebirgshalle und das angeschlossene Hotel Wunsiedler Hof zu verkaufen. Aktuell hat die Stadt Anzeigen auf drei Internetportalen, darunter "Ebay-Kleinanzeigen" geschaltet. Knapp 2,1 Millionen Euro soll der Komplex aus Stadthalle und Hotel kosten.

Schon mehrfach hatte die Stadt versucht, sich von den Immobilien zu trennen, um damit Schulden abzubauen. "Wir befinden uns in der Konsolidierung", sagt stellvertretender Bürgermeister Manfred Söllner dazu auf Anfrage. "Wir sind angehalten, alles, was nicht zwingend zum Betrieb der Stadt notwendig ist, zu veräußern."

Dazu zählten neben Gastronomiebetrieben wie die Waldlust eben auch das Hotel Wunsiedler Hof und die Fichtelgebirgshalle. Dass der Betrieb von Hotel und Veranstaltungshalle für die Stadt ein Draufzahlgeschäft ist, verdeutlicht Manfred Söllner am Defizit: Rund 390.000 Euro muss die Stadt im Jahr zuschießen, davon entfallen gut 265.000 Euro auf Betriebskosten und Personal. Und das bei einer laut Söllner "reinen Verschuldung" von etwa 40 Millionen Euro.

Dass Hotel und Halle nun zum Preis von 2.098.000 Euro über das Internet an den Mann gebracht werden sollen, ist eine der Auflagen der Rechtsaufsicht. "Wir müssen versuchen, die Immobilien zu dem in einem Gutachten genannten Preis zu verkaufen", erklärt der stellvertretende Bürgermeister.

Sollte sich nach 35 Tagen kein Interessent gefunden haben, darf die Stadt den Preis reduzieren. Hotel und Halle einzeln zu veräußern, ist aufgrund der baulichen Situation schlechterdings unmöglich. Doch auch das, sagt Manfred Söllner, sei schon einmal angedacht worden.

Das Wunsiedler Immobilienpaket findet sich unter dem Stichwort "Hotel mit Veranstaltungshallen im Fichtelgebirge" auf verschiedenen Immobilienplattformen. Bei Ebay-Kleinanzeigen wirbt die Stadt mit der "zentralen Lage an der Hauptdurchfahrtsstraße". Für 2,1 Million Euro bekommt der Käufer eine Gastronomie mit Vereinszimmer, Bierstube, Bar und Kegelbahn; ein Hotel mit mit 37 Zimmern sowie eine Pächter- und eine Hausmeisterwohnung. Dazu kommt die Fichtelgebirgshalle mit Platz für 1100 Menschen, Garderobe, Orchestergraben, Umkleiden, Technikräumen, Stuhllager und Sanitäranlagen.

Allerdings sind im Eingangsbereich noch die Bücherei und das Fremdenverkehrsamt auf gut 625 Quadratmetern untergebracht. Ein "mittel- bis langfristiger Mietvertrag mit der Stadtverwaltung (ist) möglich", heißt es dazu in der Anzeige. Die Stadt wolle einen potenziellen Käufer nicht im Weg stehen, erklärt Söllner. "Wenn er die Stadt aber als Ankermieter weiter in der Halle haben möchte, dann soll uns das nur recht sein."

Vom Investor erhofft sich die Stadt, dass er das Hotel auf einem guten Level weiterbetreibt, wie Söllner sagt. "Gut wäre, wenn auch die Vereine die Räume weiter nutzen können und das Kulturprogramm weiter in der Halle stattfinden kann." Der Pachtvertrag mit Meister-Bär-Hotels läuft übrigens Ende des Jahres aus. "Deswegen war für uns jetzt auch der Zeitpunkt gegeben, noch einen Verkaufsversuch zu starten", sagt Manfred Söllner.

 

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