Früherer Würzburger Trainer Marcel Schröder löst Bayreuther Idol als Nachwuchskoordinator ab BBC trennt sich von Georg Kämpf

Der neue Vorstand des BBC Bayreuth macht ernst mit dem Anspruch, einen Neuanfang im Stammverein des Medi-Bundesligateams zu bewirken. Dass sie dabei vor unerwarteten und vielleicht auch unpopulären Entscheidungen nicht scheut, zeigt nun der Wechsel im Amt des Nachwuchskoordinators.

Bisher schien Georg Kämpf als das Bayreuther Basketball-Idol schlechthin auf diesem Posten zweifelsfrei gesetzt zu sein. Doch am Donnerstag meldete der Verein die Ablösung des früheren Nationalspielers und langjährigen Trainers und präsentierte auch gleich einen Nachfolger: Ab 1. Juli wird Marcel Schröder das Nachwuchsprogramm des BBC leiten. Der 36-jährige gebürtige Thüringer ist in erster Linie aus seiner Zeit bei den Baskets Würzburg bekannt, die er 2011 in die Bundesliga geführt hatte. Nach einem Jahr als Assistent von John Patrick bewies er dann auch Erstligatauglichkeit als Headcoach, indem er mit den Unterfranken auf Platz neun nur knapp die Playoffs verpasste. Nach einem enttäuschenden Start in die folgende Saison wurde Schröder aber im November 2013 entlassen.

„Eine derartige Chance, so einen jungen und gleichzeitig erfahrenen Trainer verpflichten zu können, wollten wir uns nicht entgehen lassen“, sagt BBC-Präsident Thomas Dressel. Der neue Nachwuchskoordinator solle Kontakte zu Kooperationspartnern, Schulen und Vereinen festigen und ausbauen, und auch eine Jugendmannschaft selbst trainieren: „Wir hatten ein Konzept erarbeitet, und da zeigte sich eine sehr hohe Deckung mit dem, was er sich vorstellt.“ Er gehe von einer langfristigen Zusammenarbeit aus: „Sonst wird ein dreifacher Familienvater auch kaum seinen Lebensmittelpunkt verlegen.“

Schwerer fällt es dem BBC-Präsidenten, die Trennung von Georg Kämpf zu erklären: „Irgendwann ist eine Stufe erreicht, auf der man denkt, man könnte etwas noch besser machen.“ Es sei nichts vorgefallen, was einen aktuellen Anlass gegeben hätte: „Es gibt keinen Vorwurf, keinen Groll.“ Ob die alljährlichen Schwierigkeiten bei der Qualifikation für die Bundesligen NBBL (U 19) und JBBL (U 16) eine Rolle gespielt haben? Das könne man „vielleicht hineininterpretieren“. Dass der plötzliche Schnitt für den Betroffenen „hart“ wirkt, ist Dressel bewusst: „Aber es ging nicht anders. Der neue Vorstand ist so frisch im Amt, dass es zeitlich gar nicht anders möglich war.“

Kämpf selbst zeigte sich von der Entscheidung überrascht: „Das war das allererste Gespräch, das ich überhaupt mit dem neuen Präsidium geführt habe.“ Eine veränderte Stimmung habe sich zuvor lediglich in Informationen von Dritten abgezeichnet: „Ich habe schon gemerkt, das da irgendwas nicht passt.“ Er bestätigt, dass ihm kein konkreter Vorwurf gemacht wurde: „Unsere Probleme sind ja bekannt, und diese an einer Person fest zu machen, wäre schon heftig. Auch ein neuer Koordinator wird an seine Grenzen stoßen, wenn er feststellt, dass er keine Halle zur Verfügung hat.“

Dass sein zuweilen angespanntes Verhältnis zur Spielbetriebs-GmbH der Medi-Profis eine Rolle gespielt haben könnte, will Kämpf zumindest nicht ganz als blühende Fantasie abtun: „Ich habe schon den Eindruck, dass es einige dort nicht so gut vertragen, wenn man sich intensiv für eine Sache einsetzt, die nicht die ihre ist.“ In letzter Zeit hatte er beklagt, dass die Anmietung einer Halle zur freien Verfügung des Vereins gescheitert ist: „Wie das mit der Halle gelaufen ist, war schon ziemlich unprofessionell.“

Trotz allem und trotz eines unbefristeten Vertrages nach den Richtlinien der Bundesliga wolle er „nicht im Wege stehen“ und auch die bereits eingeleiteten Maßnahmen für die kommende Saison – vor allem mit Verstärkung für die Nachwuchsteams durch Spieler aus Bamberg (wir berichteten) – weiter unterstützen: „Es geht schließlich um die Jungs.“ Was Kämpf jedoch wirklich ärgert, ist der Zeitpunkt der Trennung: „Ob sich Mitte Juni noch ein anderes Engagement finden lässt, ist zweifelhaft. Die meisten Trainerposten sind jetzt doch schon besetzt.“ In den Ruhestand zieht es den 59-Jährigen jedenfalls noch nicht.

 

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