Forderung: Bauske: Erfurter SPD soll Knoblich wählen - Stephan Müller (BG) kontert

Tobias Knoblich hat mit seiner Entscheidung, in Erfurt zu kandidieren, eine Welle losgetreten. Foto: red

BAYREUTH. Nach der Entscheidung des designierten Bayreuther Kulturreferenten Tobias Knoblich, am 28. November für die Wahl eines Dezernenten des Oberbürgermeisters von Erfurt anzutreten, hat sich der Bayreuther SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Bauske mit einem offenen Brief an die Erfurter SPD gewandt.

In dem Brief, der dem Kurier vorliegt, fordert Bauske die Genossen auf: „Seid solidarisch mit uns und wählt Dr. Knoblich am 28. 11. zum Dezernenten in Erfurt.“ In dem kurzen Brief, der an Oberbürgermeister Andreas Bausewein, an Frank Warnecke sowie die SPD-Fraktion adressiert ist, schreibt Bauske, dass sich „unser gewählter berufsmäßiger Stadtrat Dr. Knoblich“ offensichtlich „mehr für Erfurt als für Bayreuth zu interessieren“ scheine.

"Ordentlich Porzellan zerschlagen"

„Obwohl ihn eine Mehrheit des Bayreuther Stadtrats gewählt hat, ist es ihm vor seinem Dienstantritt gelungen, ordentlich Porzellan zu zerschlagen.“ Knoblich hatte am Mittwoch der Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe mitgeteilt, dass er zwar seine Ernennungsurkunde entgegennehmen, aber dennoch in Erfurt kandidieren wolle.

Knoblich: Keine Entscheidung gegen Bayreuth

In einem Gespräch mit unserer Zeitung hatte Tobias Knoblich am Mittwochabend betont, dass seine Entscheidung keine Entscheidung gegen Bayreuth sei.

Müller: Schreiben ist peinlich

Der Vorsitzende der Fraktion der BG, Stephan Müller, bezeichnet das Schreiben und das Verhalten Bauskes als „peinlich“. Wie Müller im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, führe rechtlich kein Weg daran vorbei, Knoblich seine Ernennungsurkunde auszuhändigen, wenn er nach Bayreuth komme.

„Er nützt die ihm rechtlich zustehende Möglichkeiten. Auch wenn uns das nicht gefällt, gebietet dennoch der Respekt vor dem Amt und der Person dies zu akzeptieren.“
Müller weiter: Sollte Knoblich in Erfurt nicht gewählt werden, und dann die Stelle in Bayreuth antreten, „werden wir höchstes Interesse daran haben, gut und erfolgreich miteinander zu arbeiten. Beleidigt sein ist hier kein guter Ratgeber“, heißt es in einer Mitteilung Müllers von Donnerstagabend.
Und: „Völlig unabhängig davon, ob der bisherige Umgang von Tobias Knoblich mit seiner Bewerbung in Bayreuth und dem sich anschließenden Verhalten fairen Anforderungen genügt, ist das, was jetzt die SPD-Fraktionsspitze tut, den Vertretern einer Kulturstadt wie Bayreuth nicht würdig.“

 

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