Florian Rohde glänzt beim Wasalauf in Schweden als bester Deutscher Florian Rohde auf Platz 38 unter 15 800

Stehvermögen bewies Florian Rohde (Nr.164) auf der 94-km-Strecke beim Wasalauf. Den Italiener Bruno Debertolis (Nr. 22), der hier noch neben ihm lief, verwies der Marktleugaster am Ende um 27 Sekunden auf Rang 39. Foto: red

Platz 38 – das klingt zunächst mal nicht übermäßig eindrucksvoll. In diesem Fall ist dieses Ergebnis jedoch der Beleg für eine außergewöhnlich starke Leistung: Florian Rohde vom SC Gefrees erreichte es nämlich bei einem der weltweit größten und bekanntesten Skilangläufe, dem traditionsreichen Wasalauf in Schweden mit einem gigantischen Feld von 15 800 Startern.

Der aus Marktleugast stammende 32-Jährige war damit der beste Deutsche. Die 94 Kilometer in klassischer Technik auf der historischen Strecke zwischen Sälen und Mora in der schwedischen Landschaft Dalarna bewältigte er in 4:04:23 Stunden und kam damit nur sieben Minuten nach dem Gewinner ins Ziel. Der 35 Jahre alte frühere norwegische Landesmeister und Weltcup-Teilnehmer John Kristian Dahl, der im Endspurt seinen Sieg aus dem Vorjahr wiederholte, wurde mit 3:57:18 gestoppt.

Schnellste Dame war Britta Johansson Norgren (33), die bei der Weltmeisterschaft 2011 in Oslo in der schwedischen Silbermedaillen-Staffel stand, in 4:19:43 Stunden. Beste Deutsche war die mehrfache Landesmeisterin Monique Siegel (28) vom SC Annaberg-Buchholz in 4:49:09 auf Platz zehn unter den 2310 weiblichen Teilnehmern.

"Die ersten 60 Kilometer liefen problemlos"

Von seinem Abschneiden unter dieser namhaften Konkurrenz im Vorderfeld zeigte sich Rohde selbst ein wenig überrascht: „Ich bin ohne ein klares Ziel ins Rennen gegangen. Sicher, ich wollte schon unter die Top-100, aber mehr hatte ich mir nicht vorgenommen.“ Zudem war er mit Anzeichen einer Erkältung an den Start gegangen: „Beim Frühstück hatte ich kein gutes Gefühl.“ Auch auf der Strecke lief es nicht durchgehend optimal. „Die ersten 60 Kilometer liefen problemlos“, berichtet Rohde – aber auf dieser Distanz sind das eben nur zwei Drittel der Anforderung. „Hinten raus ist es immer schwerer geworden.“ Als seine Ski stumpf geworden seien, habe er den Anschluss an die Spitzengruppe verloren: „Die letzten 25 Kilometer waren ganz schön zäh.“

Zur Vorbereitung hatte Rohde mit seinen Kollegen im Team „Forever Nordic“ einige Tage vor Ort verbracht. Dabei wäre er für etwas mehr Unterstützung der Marathonläufer vonseiten des Deutschen Skiverbandes dankbar: „Der DSV betrachtet das mehr als Breitensport, dabei sind wir Hochleistungssportler. Wir kämpfen mit einem kleinen Budget, zahlen alles aus eigener Tasche.“

Wichtiger als die Anerkennung ist dem langjährigen Aushängeschild des SC Gefrees aber die eigene Freude über die persönliche Leistung. Schließlich hat er eine schwere Zeit hinter sich, als er im Jahr 2010 durch einen körperlichen Zusammenbruch aus der Leistungssport-Laufbahn gerissen wurde. „Damals ging gar nichts mehr“, erklärt Rohde. „Ich war nach zehn Kilometern schon völlig fertig.“ Offenbar hatte das langjährige harte Training seinen Tribut gefordert. Rohde zog daraus die Konsequenz, sein Pensum zu reduzieren: „Ich habe gelernt, auf meinen Körper zu hören.“

Nur ein deutscher Sieger

Der Wasalauf wurde erstmals 1922 veranstaltet. Er erinnert an die Flucht des Adeligen Gustav Wasa auf Skiern vor dänischen Soldaten im Jahr 1521 während des letztlich erfolgreichen Kampfes um die schwedische Unabhängigkeit. In der fast 100-jährigen Geschichte des Wettbewerbs gab es bisher erst einen einzigen deutschen Sieger, und zwar 1975 den für die DDR startenden Gert-Dietmar Klause.

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