Fix: Frankenfarm kauft Halifax

Als sich die Stars in Himmelkron noch die Klinke in die Hand gaben: Im Februar 2016 trat Rapper Bushido im Halifax auf. Jetzt hat die benachbarte Frankenfarm die seit zweieinhalb Jahren zum Verkauf stehende Großraumdisco gekauft. Foto: Archiv/Andreas Harbach

Zweieinhalb Jahre stand die Großraumdiskothek Halifax zum Verkauf. Jetzt hat ein Nachbar zugeschlagen. Jürgen Stübinger, Geschäftsführer des Direktvermarkters Frankenfarm, bestätigt: „Wir haben das Fax gekauft.“

Über den Kaufpreis haben Käufer und Verkäufer Stillschweigen vereinbart. Zuletzt war der Preis für die 25 Jahre alte Diskothek aber von zwei Millionen auf 800.000 Euro gesenkt worden. Und Stübinger wie auch der frühere Eigentümer Ralf Wanka sagen: Man sei sich noch entgegen kommen.

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Für die Frankenfarm sei aber weniger das Gebäude von Interesse gewesen. Der Direktvermarkter ist direkter Nachbar der Diskothek und sucht schon länger nach weiteren Parkplätzen. „Durch den Kauf haben wir die Parkplatzsituation auf einen Schlag verbessert“, sagt Stübinger. Durch den Ankauf habe man zudem eine direkte Verbindung zu Autohof und Himmelkroner Industriegebiet geschaffen. Das vielleicht aber wichtigste Argument: Mit dem Kauf der Diskothek hat die Frankenfarm verhindert, dass sich dort ein großer Konkurrent niederlässt. Wanka sagt, dass Investoren vorstellig geworden seien, die aus der Großraumdiskothek unter anderem ein großes chinesisches Restaurant machen wollten. Darauf habe Wanka die Frankenfarm hingewiesen. „Wir sind immer fair miteinander umgegangen“, sagt Wanka.

500 Sitzplätze statt 1900 Partygänger

So also hat sich die Frankenfarm die Konkurrenz vom Hals gehalten. Und gleichzeitig mit dem großen Tanzsaal einen neuen Raum hinzu gewonnen, den es künftig zu bewirten gilt. Geplant sei, in dem Saal bis zu 500 Sitzplätze zu schaffen, und ihn künftig für private Feiern zur Verfügung zu stellen. Stübinger spricht von Firmenfeiern und Hochzeiten und davon, dass die Belieferung solcher Gesellschaften ja das Kerngeschäft der Frankenfarm sei. Man könne künftig große Veranstaltungen komplett alleine ausrichten, heißt es. „Mit Essen und allem Drum und Dran.“

Türkische Hochzeitsgesellschaften hätten schon angefragt, als im Halifax noch Discobetrieb geherrscht habe, sagt Wanka. Weil er selten vor Ort gewesen sei und die Disco von Darmstadt ausgeführt habe, habe er sich darauf aber nicht eingelassen.

Viele bunte Lämpchen

Jetzt sei die Frankenfarm nicht nur im Besitz eines großen Parkplatzes und eines 25 Jahre alten Betongebäudes mit erst zwei Jahre alter Heizung, „sondern auch von vielen vielen Lämpchen“. Die Einrichtung hat die Frankenfarm mitgekauft. Die frühere Disco umzubauen wird etwa ein Jahr dauern. Erst im nächsten Jahr sollen die ersten Veranstaltungen im früheren „Fax“ stattfinden. Bis dahin sollen die Partygänger noch einmal Gelegenheit haben, sich endgültig von ihrer Diskothek zu verabschieden.

Am Ostersamstag und Ostersonntag plant Wanka zwei letzte Partys. Auflegen sollen DJs, die die vergangenen 25 Jahre des „Fax“ mitgeprägt haben. Es soll der Schlusspunkt einer Ära werden. Die Zeit der Großraumdiscos ist vorbei, sagt Wanka. Das habe er schon vor zehn Jahren bemerkt, als er plötzlich über soziale Medien im Internet Werbung machen musste. Früher, sagt Wanka, seien bis zu 1900 Menschen an einem Abend ins „Fax“ gekommen, um andere kennen zu lernen. Heute lerne man sich virtuell kennen.

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