Firma Fecom steigt bei Putzin ein

Die Zukunft der Firma Putzin scheint gesichert: Mit dem Unternehmen Fecom aus Bindlach steigt ein Maschinenbaukollege beim Pegnitzer Traditionsunternehmen ein. Damit dürften auch die Arbeitsplätze in vollem Umfang gesichert sein. Fotos: Archiv/Ralf Münch

Das hat gedauert: Seit gut zweieinhalb Jahren läuft das Insolvenzverfahren für die Pegnitzer Maschinenbaufirma Putzin. Und fast genauso lang die Suche nach einem finanzkräftigen Partner, der das in Schieflage geratene Unternehmen in eine sichere Zukunft führt. Der ist jetzt gefunden: Die Fecom Maschinenbau GmbH mit Sitz in Bindlach steigt bei Putzin ein. Wenn die Gläubiger damit einverstanden sind.

Das entscheidet sich am Dienstag, 13. März. Für diesen Tag ist am Amtsgericht Bayreuth eine Gläubigerversammlung anberaumt, bei dem der inzwischen fertige Insolvenzplan vorgestellt und erörtert wird – und dann folgt die Abstimmung über das Papier. Putzin-Geschäftsführer Jens-Hendrik Schmidt ist optimistisch: „Die Hauptgläubiger wie das Arbeitsamt oder diverse Leasingfirmen stehen da sicher dahinter.“ Und auch sonst rechnet er nicht mit Gegenwind.

Insolvenzberater ist optimistisch

Das gilt auch für den Münchner Rechtsanwalt Joachim Walterscheid, der das Unternehmen seit 2015 als Insolvenzberater begleitet. Und auch seinen Anteil daran hatte, dass Putzin das Insolvenzverfahren mit gerichtlicher Genehmigung in Eigenverwaltung über die Bühne bringen durfte. Und so lief der Betrieb uneingeschränkt weiter, auch die Auftragslage entwickelte sich positiv. Und mit dem Einstieg von Fecom soll das Verfahren nun abgeschlossen werden und Putzin „saniert und gestärkt aus dem Ganzen hervorgehen“, so Rechtsanwalt Walterscheid.

Nicht nur eine reine Übernahme

Früher sei es üblich gewesen, dass ein Investor in Form eines sogenannten Asset Deals einen insolventen Betrieb einfach übernimmt und sich die wichtigsten Ausstattungsgegenstände „herauskauft“. Was im Einzelfall höchst problematisch sein könne. Etwa, wenn eine Bäckereikette mit mehreren Filialen betroffen ist: „Da musste dann vom Rechtsträger jeder Mietvertrag einzeln neu verhandelt werden.“ Das sei nicht nur zeitraubend, das könne auch zu Nachforderungen führen. Heute gehe man neue Wege, die „passender, die besser sind“. Wie beim Insolvenzplan im Falle Putzin.

Fecom will auch investieren

Der sehe unter anderem konkrete Investitionen in das Pegnitzer Unternehmen vor. Dies bestätigt auch Fecom-Geschäftsführer Bernhard Potzner: „Ja, es wird investiert.“ In welche Bereiche genau, wolle er im Moment noch nicht verraten: „Da halte ich mich noch bedeckt, erst muss die Gläubigerversammlung ihren Segen geben.“ Nur so viel: „Es wird keine großen Änderungen geben, es bleibt im Prinzip alles so, wie es ist.“ Und das sei ja nicht schlecht, sonst hätte sich Fecom „wohl kaum zu diesem Schritt entschlossen“.

Geschäftsführer "sehr zufrieden"

Jens-Hendrik Schmidt ist jedenfalls „sehr zufrieden“. Auch mit Blick auf die Mitarbeiter, für die dies Arbeitsplatzsicherheit bedeute. Das unterstreicht auch Potzner: „Ganz klar, das ist so.“ Rund 50 Mitarbeiter sind im Moment bei Putzin tätig. Dies entspricht nahezu dem Stand von vor zwei Jahren, als nach der Insolvenz auch Personalabbau die Konsequenz war.

"Bleibe dem Unternehmen erhalten"

Und welche Rolle spielt Schmidt künftig bei Putzin? Seine Antwort fällt zurückhaltend aus: „Ich bleibe dem Unternehmen auf jeden Fall erhalten.“

Die Firma Fecom Maschinenbau GmbH ist ein Hersteller von Werkzeugen für Rohrbiegen, Endenbearbeitung und Prüflehren. Unter anderen beliefert Fecom auch das in Pottenstein ansässige Maschinenbauunternehmen Klubert & Schmidt.

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