Filmfest kontrast Kurz, knapp und absurd

Großer Andrang herrschte im Zentrum vor allem am Samstagabend. Auf der Filmfestparty feierten einige Besucher bis morgens um 6 Uhr. Foto: Andreas Harbach

BAYREUTH. Wie sagte doch ein Besucher des Filmfests kontrast am Samstag: „Ich wünsche dem Festival noch weitere 20 tolle Jahre.“ Jedenfalls: die ersten 20 sind geschafft. Rund 1600 Besucher waren am Wochenende zum Filmfest kontrast ins Zentrum gekommen. Sie sahen ernste Dokumentarfilme, lustige Super-8-Filme und drei kurdische Fernsehteams.

Super-8-Retrospekitve: Bereits vor der offiziellen Eröffnung am Freitagabend ging es los mit einem der letzten seiner Art: Stefan Möckel zeigt seine Super-8-Filme, die seit den 80er-Jahren entstanden sind. Die „Filme aus Hobbywood“ bestechen durch ihre lapidare Kürze und die Einfachheit der Produktionsmittel. „Der Charme besteht in der Ästhetik, dass es nicht perfekt ist“, sagte Möckel im Gespräch mit dem Kurier. Jedenfalls war das stilecht eingerichtete Wohnzimmer mit dem ratternden Filmprojektor zur Eröffnung rappelvoll. Auch Oberbürgermeisterin Brigitte Merk-Erbe wollte sich diese Filme nicht entgegen lassen.

Eröffnung: Derart heiter eingestimmt konnte die Oberbürgermeisterin nach dem ersten Filmblock das Festival im Europasaal eröffnen. Merk-Erbe sprach davon, dass sich kontrast „zu einem außergewöhnlichen Ereignis entwickelt“ habe, zu einem Filmfest, das das Prädikat „besonders wertvoll“ verdiene.

Drei kurdische Kamerateams: Eine wenig überrascht waren die Macher des Filmfests von der Präsenz gleich dreier kurdischer Kamerateams, die den Film „Facing death with Wirecutter“ zum Anlass für ihre Berichterstattung nahmen. Der Dokumentarfilm zeigt kurdische Peshmerga-Streitkräfte beim Entschärfen von Minen. Regisseur Sarwar Abdullah war anwesend und berichtet über die hochgefährlichen Dreharbeiten. „Wir haben zwischen Leben und Tod gearbeitet“, sagte der Filmemacher. Und Kameramann Umet Wallati, der in militärischer Kleidung auf der Bühne im Europasaal stand, sagte, dass die Peschmerga gegen den IS für Frieden und Freiheit gekämpft haben. „Nicht nur für Kurdistan, sondern für die Welt.“

Filmpreise: Auch heuer wurden mehrere Preise verliehen: Der Gülden Glöbe ging an „Ato san nen“ von Pedro Collantes. Der TMT-Sonderpreis der Jury zum Sonderthema „Dumme Idee“ ging an „Zahme Tierchen“ von Jano Kaltenbach. Den 1. Platz beim Sparkassenfilmpreis erreichte „El Nino que quería volar“ von Jorge Muriel. Der Regisseur war anwesend und konnte den Preis selbst entgegennehmen.

 

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