Feuer in Malibu Gottschalk-Villa abgebrannt: "Mir fehlen die Worte."

Vor dem Feuer: Die Villa von Thomas Gottschalk in Malibu. Foto: ddp/Most Wanted Pictures/dpa

„Das ist die Windmühle. Die Windmühle steht in Flammen. Oh mein Gott!“ Der Kommentar des Nachbarn, der von seinem Haus aus gefilmt hat, wie Tomas Gottschalks Traumanwesen in Malibu in Flammen aufging, ist bewegend. Die Erschütterung in der Stimme erweckt Mitgefühl.

MALIBU/KULMBACH.

Derweil kann man im Internet weltweit mitverfolgen, wie Flammen das Haus vernichten, das Thomas Gottschalk und seine Familie vor fast 20 Jahren gekauft und liebevoll renoviert hatten. Ausgerechnet am 42. Hochzeitstag von Thomas und Thea Gottschalk wurden das Haus und alle Erinnerungen, die damit verbunden sind, ein Raub der Flammen.

Ehefrau flüchtet vor den Flammen

Gottschalk war nicht in Malibu, als sein Anwesen niederbrannte. Er moderierte in München gerade eine Spendengala zugunsten krebskranker Kinder. „Ich kann dazu gar nichts sagen, weil mir die Worte fehlen“, sagte der 68-Jährige später. Das Blatt schreibt: „Ich hatte das Gedicht ‚Der Panther‘ in der Handschrift von Rainer Maria Rilke an der Wand hängen. Das ist ebenso in Flammen aufgegangen wie das Treppenhaus, durch das meine Kinder immer getobt sind.“

Seine Frau sei gemeinsam mit hundert Nachbarn vor den verheerenden Bränden geflüchtet, die in Kalifornien wüten. Nur die beiden Katzen der Familie habe sie retten können. Mehrere Feuer haben bereits mehr als 30 Menschenleben und Tausende Häuser vernichtet. Zahlreiche Prominente aus den Luxusvierteln rund um Los Angeles, aber auch in anderen Teilen Kaliforniens mussten ihre Anwesen verlassen.

Vorerst nicht zurück nach Malibu

Thomas Gottschalk machte nach seinem Auftritt in München am Sonntag einen Zwischenstopp in seiner Heimatstadt Kulmbach. Er traf sich dort am Abend in der „Kommunbräu“ mit alten Freunden und übernachtete im Haus seiner längst verstorbenen Eltern, das er immer noch besitzt. In der „Kommunbräu“ saß Gottschalk unter anderem mit Telstars-Gründer Peter Stübinger und seiner Frau Sonja zusammen.

Über das Feuer, sagt Stübinger, sei nur wenig gesprochen worden. Gottschalk habe bestätigt, dass das Haus abgebrannt sei. Das sei Schicksal, habe Gottschalk gesagt. Dagegen könne man nichts machen. „Thomas war cool“, sagt Stübinger, der den Showmaster schon seit 1960 kennt und der mit ihm zur Schule gegangen ist. Zurück nach Malibu fliegt der Entertainer vorerst nicht. In Kulmbach erzählte er, er habe noch geschäftlich in Berlin zu tun.

Gottschalk: "Es gibt größeres Elend auf der Welt."

Dem Bayerischen Rundfunk, bei dem Gottschalk seit geraumer Zeit am Sonntagabend wieder regelmäßig im Radio moderiert, sagte Gottschalk am Montag, er wolle vermeiden, „auf Mitleidstour zu gehen und allen, die mir ein Mikrofon hinhalten, mein Leid zu klagen. Es gibt größeres Elend auf der Welt.“

Sein Leben bestehe aus Verträgen, die er einhalten müsse. „Ich habe noch ein paar Veranstaltungen, für die ich gesagt habe: Ich komme – also komme ich auch.“ Zudem könne er in Kalifornien aktuell ohnehin nichts tun, weil die Straßen gesperrt seien. Auch Strom gebe es nicht. „Insofern habe ich auch kein Interesse, mir die Asche meines Besitzes anzugucken.“

Filme von der brennenden Mühle

Völlig unvorbereitet traf die Katastrophe die Familie Gottschalk nicht. Man habe, so Gottschalk im BR, für solche Fälle extra einen Wohnwagen bereitgestellt, aber das Auto mit dem Anhänger für den Wohnwagen sei gerade nicht da gewesen. „Und meine Frau hat dann auch das billigste Auto genommen, weil ihr das am besten gefällt. Der Rest ist verglüht.“ Seinen Humor hat der beliebte Entertainer dennoch nicht verloren: „Es gibt schöne Filme von der brennenden Mühle, die kann ich dann vererben“, erklärte er.

Im Jahr 1993 waren nach einem der schlimmsten Brände im Umland von Malibu drei Menschen ums Leben gekommen. Damals brannten knapp 300 Häuser ab, darunter die Villen der Schauspieler Sean Penn und Ali McGraw.

Das Surferparadies ist nach wie vor ein Magnet für Prominente: Sängerin und Schauspielerin Lady Gaga, Regisseur und Oscar-Preisträger Guillermo del Toro, Reality-Star Kim Kardashian, Tom Hanks, Martin Sheen, Orlando Bloom sind nur einige der berühmten Namen, die in der Gegend ihren Wohnsitz haben.

 

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