Festspielsanierung wird Millionen teurer

Die Sanierung des Bayreuther Festspielhauses wird um ein Vielfaches teurer als geplant. Bisher sind dafür 30 Millionen Euro veranschlagt. Im Hintergrund versuchen Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, Festspielleiterin Katharina Wagner und CSU-Politikerin Silke Launert bereits seit Monaten, die erhebliche Kostensteigerung durch Förderversprechen in den Griff zu bekommen. Bisher ohne gesicherte Zusage.

Die Bayreuther Festpiele GmbH hat bereits im November vergangenen Jahres durchklingen lassen, dass sich das Finanzkonzept aus dem Jahr 2013 für die Sanierung des Festspielhauses nicht werde halten lassen. Die baulichen Mängel seien zu gravierend, hieß es damals. Man werde "grundlegend" sanieren müssen. Die genauen Kosten sollte ein Gutachten liefern, das bis April dieses Jahres vorliegen sollte. Bisher ist davon offiziell noch nichts zu hören. Aber seit Februar laufen im Hintergrund Gespräche auf Hochtouren.  Der Grund: Alles wird sehr viel teurer.

Lokale Geldgeber mit der Kostenexplosion überfordert

Die Bundestagsabgeordnete Silke Launert (CSU) geht für das Bayreuther Festspielhaus Klinkenputzen, seit sie von der "erheblichen Kostensteigerung" weiß. Die Summe sei "so dermaßen hoch", dass lokale Geldgeber damit überfordert seien. "Da muss man ganz oben ansetzen", sagt Launert. Sie hat bereits mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel über das Thema gesprochen.

Eigentlich möge es Frau Merkel gar nicht, wenn man sie auf Themen anspreche, die nicht auf der Tagesordnung stehen. "Aber das Festspielhaus ist zu wichtig, und ohne den Bund geht es nicht", sagt Launert im Gespräch mit dem Kurier. Also nahm sie den Verstoß gegen das Protokoll in Kauf und meint, auf offene Ohren gestoßen zu sein. "Das kam bei ihr an", sagt Launert. Aber vor der Bundestagswahl könne Merkel nichts mehr tun. "Umso wichtiger, dass sie wiedergewählt wird."

Geschäftsführer der Festspiele schweigt

Katharina Wagner bemüht sich ebenfalls darum, dass man den Festspielen und seiner sanierungsbedürftigen Heimstatt auf dem Grünen Hügel auf politischer Ebene "aufgeschlossen gegenübertritt" und ist Launert "sehr dankbar für ihr Engagement". Die Details des Konzepts und dessen Konsequenzen müssten zunächst im Verwaltungsrat der Festspiele und der Gesellschafterversammlung diskutiert werden. Im November hieß es, dass Gesetzesauflagen für den Brandschutz zu einer erheblichen Kostensteigerung führen könnten.

Zu Details des Gutachtens und der Kostensteigerung wollte der Kaufmännische Geschäftsführer der Festspiele, Holger von Berg, am Samstagabend, keine Stellung nehmen. "Kein Kommentar."

30 Millionen alleine für die Fassade des Festspielhauses

Ministerialdirigent Toni Schmid, Vertreter des Freistaats in den entscheidenden Festspielgremien, sagt, zunächst müsse diskutiert werden, was Kür und was Pflicht sei. Die Prioritäten, was getan werden muss und was getan werden könnte, müssten zunächst festgelegt werden. Die bisher veranschlagten 30 Millionen Euro seien von Anfang an nur für die Fassade gedacht gewesen. Von höheren Kosten habe man von Anfang an ausgehen müssen. Ob man aber davon habe ausgehen müssen, dass die eigentlichen Kosten um ein Vielfaches höher liegen, dazu sagte er nichts.

Launert drängt darauf, dass die Sanierung des Festspielhauses nicht "ins Stocken gerät, sondern dass im nächsten halben Jahr eine Finanzierungszusage getroffen wird". Nach der Veröffentlichung des Gutachtens müssten zeitnah alle Beteiligten und Geldgeber an einen Tisch, da jetzt bereits klar sei, dass die Sanierung um einen "vielfachen Millionenbetrag" höher ausfallen werde.

Eigentümerin des Festspielhauses ist die Richard-Wagner-Stiftung. Für den Unterhalt ist die Bayreuther Festspiele Gmbh zuständig.

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