Festspiele ganz umsonst

Sprechen von einer „tollen Sache“ (von links): Uwe Vogel, Daniel Leistner und Sven Schenke. Foto: Archiv/Ralf Münch

Da geht es um Wertschätzung: Wer eine Ehrenamtskarte sein eigen nennt, kann eine Aufführung der Faust-Festspiele im Juli umsonst besuchen. Der Landkreis macht’s für maximal 250 Bürger möglich, er will damit deren Engagement würdigen. Das kommt auch bei den Festspiel-Machern gut an. Nicht nur aus finanzieller Sicht. Es sei durchaus eine Ehre, für ehrenamtlich aktive Menschen zu spielen, sagen sie. Übrigens: Wie viel Geld da tatsächlich fließt, bleibt ein Geheimnis.

Das steckt dahinter: Freien Eintritt haben Besitzer einer goldenen oder blauen Ehrenamtskarte des Kreises für die Inszenierung der Sommerkomödie „In der Hölle wird gescheuert“ am Donnerstag, 26. Juli, auf dem Schlossberg. Die Tickets werden in der Reihenfolge der Meldungen vergeben, wobei jeder Ehrenamtskarteninhaber kostenfrei eine Begleitperson mitbringen kann. Mehr sei aus Kapazitätsgründen nicht möglich, sagt Michael Benz, Pressesprecher der Behörde.

So läuft die Anmeldung

Möglich ist eine Anmeldung ausschließlich unter der Mailadresse ehrenamtskarte@lra-bt.bayern.de. Nötig sind hierbei folgende Angaben: Name, Vorname, Ehrenamtskarte des Landkreises Bayreuth (Gold/Blau), Anzahl der gewünschten Karten (eine oder zwei). Jeder Karteninhaber erhält umgehend Nachricht, ob seine Anmeldung erfolgreich war. Die Eintrittskarten werden jedoch nicht versandt, sondern liegen am 26. Juli ab 19 Uhr an der Abendkasse bereit.

Das sagt der Intendant dazu: Daniel Leistner ist einfach nur begeistert ob dieser Aktion: „Das ist eine ganz tolle Sache, das ist einfach Spitze.“ Es sei wichtig, die Arbeit jener zu honorieren, die sich einsetzen, in den Vereinen, in Verbänden, überhaupt in der Gesellschaft. „Das merken wir ja selbst, auch bei uns sind die meisten ehrenamtlich tätig, sonst könnten wir die Festspiele gar nicht stemmen.“ Und es werde den Besuchern ja auch etwas geboten, „das ist so sehr lustig, das ist Entspannung pur, sie werden das genießen“, so Leistner. Das sei ein „echtes Geschenk“ für diesen Personenkreis, „sie werden richtig Spaß haben und beglück nach Hause gehen“. Landrat Hermann Hübner gebühre großer Dank für diese Geste und das Aushandeln eines „fairen Preises“.

Was ein Schauspieler dazu sagt: Sven Schenke ist ein alter Hase bei den Faust-Festspielen, war auch schon lange Jahre bei den Aufführungen in Kronach dabei. „Es ist schon etwas Besonderes, für ein besonderes Publikum zu spielen“, sagt er. Schon allein die Aussicht, vor vollen Tribünen agieren zu können, sorge für ein gewisses Prickeln, für einen Adrenalinschub. Dass die Faust-Festspiele bereits in ihrem zweiten Pegnitzer Jahr von höherer Instanz mit einer Sonderaufführung bedacht werden, sei alles andere als selbstverständlich. Für Schenke ist das eine Auszeichnung. Denn: „Der Landrat hätte ja auch eine ganz andere Bühne wählen können, es muss ihm schon sehr gut gefallen haben im Vorjahr.“

Eine echte Werbechance

Für Schenke, ist dieser 26. Juli auch eine Werbechance. Wenn da viele Besucher kommen, könnten die schließlich weitergeben, wie wohl sie sich da auf der Festwiese gefühlt haben. Und dass sie sich wohlfühlen werden, davon ist der Bayreuther felsenfest überzeugt. Das sei die beste Mundpropaganda, die den Festspielen passieren könne: „Der eine oder andere wird sich vielleicht eine Karte für eine andere Aufführung kaufen. Oder sich die Festspiele für 2019 vormerken, das ist auch mit dem Blick in die Zukunft eine prima Sache.“

Was der Festspiel-Chef dazu sagt: Uwe Vogel, Geschäftsführer der Festspiele nennt sich selbst einen „Vereinsmeier“. Er wisse daher sehr genau, was Ehrenamtliche opfern für einen Zweck, der allen oder zumindest vielen dient. Und er wisse, was solche Menschen für die Festspiele auf die Beine stellen. Als Statisten, als Helfer vom Auf- und Abbau bis zum Kassendienst. Und „da brauchen wir noch mehr, es können nie zu viele sein“. In Kronach, wo Vogel ebenfalls aktiv war, „hatten wir am Ende 80 Mann, die da mitwirkten“. Bei 30 Vorstellungen könne nie jeder immer, daher sei man über jeden dankbar, der da noch mitmachen will. Vogel sucht vor allem Männer - „denn Soldaten brauchen wir immer, wir haben zu viele Frauen im Team“. Vogel schmunzelt.

Die Finanzlage: „Wir haben mit der Leitung der Faustfestspiele Sonderkonditionen in Form eines ermäßigten Eintritts ausgehandelt“, sagt Michael Benz, Sprecher des Landratsamtes. Damit soll „in besonderem Maße das außergewöhnliche Engagement der im Ehrenamt tätigen Bürger gewürdigt werden“. Über die genauen Kosten, die die Behörde mit den Faust-Festspielen vereinbart haben, „möchten wir Stillschweigen bewahren“. Das bestätigen auch Uwe Vogel und Daniel Leistner – aber natürlich lohne sich das Ganze für die Festspiele der Rabattquote zum Trotz,

Hier gibt’s Infos

Das Geld kommt aus dem Topf „für kulturelle Veranstaltungen und die bayerische Ehrenamtskarte“, so Benz. Er steht der Ansprechpartner für die Ehrenamtskarte im Landratsamt Bayreuth unter 09 21/7 28-1 08) zur Verfügung.

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