Faire Professoren-Suche Uni Bayreuth erhält Gütesiegel für Berufungsverfahren

DHV-Präsident Bernhard Kempen, Uni-Präsident Stefan Leible und der Bayreuther Uni-Kanzler Markus Zanner (von links) bei der Übergabe des Gütesiegels. Foto: UBT/Rennecke

BAYREUTH. Wer sich an der Universität Bayreuth auf eine Professur bewirbt, der kann sich darauf verlassen, dass das Bewerbungsverfahren transparent und fair abläuft. Das hat die Uni jetzt mit Brief und Gütesiegel. Der Deutsche Hochschulverband (DHV) hat ihr die Auszeichnung verliehen. Nur zwölf weitere Hochschulen in Deutschland haben das Siegel.

„Unsere Berufungsverhandlungen sind gekennzeichnet durch klare Prozesse, die stets weiterentwickelt und angepasst werden. Dass ein Berufungsverfahren transparent sein muss, ist Grundüberzeugung der Hochschulleitung in Bayreuth“, erklärt Universitätspräsident Professor Stefan Leible dazu. „Das DHV-Gütesiegel dient Universitäten als kritischer Begleiter. Es legt Stärken und Schwächen offen und gibt darüber hinaus wichtige Anstöße für die Fortentwicklung des Berufungsmanagements“, erklärte der Präsident des DHV, Professor Bernhard Kempen, am Freitag bei der Übergabe der Urkunde in Bayreuth.

„Das Siegel wird sicherlich hilfreich sein, die besten Köpfe an die Uni Bayreuth zu bringen.“

Um das Gütesiegel zu erhalten, müssen Hochschulen durch einen Katalog von 48 Fragen nachweisen, dass sie bestimmte Kriterien bei der Besetzung von Professorenstellen einhalten. So will der DHV zum Beispiel wissen, ob es an einer Uni eine festgeschriebene Ordnung gibt, die den Ablauf sogenannter Berufungsverfahren von Professoren regelt. Und werden die Bewerber für eine Stelle im Verfahren über den Stand der Dinge auf dem Laufenden gehalten? Werden unterlegene Bewerber über vor der Ernennung eines neuen Professors informiert?

Transparenz und Fairness – das sind ganz allgemein die Maßstäbe, die eine Uni erfüllen muss, um das DHV-Gütesiegel zu erhalten. Die Uni Bayreuth befindet sich jetzt in einem illustren Kreis neben dem zum Beispiel auch so renommierte Hochschulen wie die TU München, die RWTH Aachen oder auch die Fernuni Hagen angehören. „Dieses Gütesiegel des DHV freut uns und ist Ansporn zugleich; denn es ist auch eine Selbstverpflichtung, weiterhin diese hohen Standards einzuhalten und möglichst noch auszubauen“, sagt Uni-Präsident Leible und betont: „Das Siegel wird sicherlich hilfreich sein, die besten Köpfe an die Uni Bayreuth zu bringen.“ Die Hoffnung dahinter: Wenn ein potenzieller Bewerber weiß, dass Berufungsverfahren transparent und fair ablaufen, ist er vielleicht eher gewillt, sich für eine Professur zu bewerben. Stefan Leible ist überzeugt, dass das nun verliehne Gütesiegel bei laufenden und anstehenden Projekten zur Erweiterung des universitären Angebotes von Nutzen sein wird.

Ausstattung und Besoldung gut bis sehr gut

Der DHV – die bundesweite Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit mehr als 31 000 Mitgliedern – hat festgestellt: Berufungsverhandlungen an der Uni Bayreuth „zeichnen sich durch kurze Wege und deutlich zum Ausdruck kommende Wertschätzung aus. Verhandlungen mit dem Rufinhaberinnen und -inhabern verlaufen zügig und werden vom Kanzler und Präsidenten unabhängig von der Besoldungsgruppe als Chefsache behandelt.“ Weiter heißt es in der Begründung für die Verleihung des Gütesiegels: „Die Bayreuther Berufungsangebote sind zudem in der Regel sowohl in der Ausstattung als auch in der Besoldung gut bis sehr gut. Für Neuberufene existieren vielfältige Unterstützungsangebote.“

Lediglich punktuell sieht der DHV noch Optimierungsbedarf: „Mit Informationspaketen über Verfahrensabläufe und Ansprechpartner bei der Ruferteilung könnte die Informationspolitik weiter verbessert werden.“ Laut DHV sollte die Uni erwägen, ein Berufungsportal einzurichten, damit sich Bewerber über den jeweiligen Verfahrensstand auf einem passwortgeschützten elektronischen Portal informieren können. Die Unterstützungsleistungen im Bereich Dual Career, Familie und Kinder könnten zudem fallweise verstärkt werden.

red/mki

 

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