Fahrradstellplätze an Bahnhöfen DB-Offensive Bike+Ride

Bislang werden am Creußener Bahnhof die Fahrräder hinter dem Fahrkartenautomaten abgestellt. Nun soll die Bike+Ride-Offensive der Deutschen Bahn in Anspruch genommen werden. Foto: Frauke Engelbrecht

CREUSSEN. Bike+Ride heißt eine Offensive, die die Deutsche Bahn anbietet. Es geht um die Anlage von Fahrradstellplätzen an kommunalen Bahnhöfen. Auch der Stadtrat Creußen beschäftigte sich mit diesem Thema in seiner Sitzung am Montagabend.

„Der Bund fördert das Programm mit 40, der Freistaat Bayern mit 50 Prozent. An der Gemeinde bleiben lediglich zehn Prozent hängen“, informierte Bürgermeister Martin Dannäußer (ÜWG-FW). Das Programm laufe die nächsten drei Jahre. Mit den neuen Abstellplätzen solle der Bahnhof attraktiver gemacht werden und Autofahrer für die Kombination aus Fahrrad und Bahn gewonnen werden, so der Bürgermeister. Angedacht sind 50 Stellplätze pro Bahnhof. „Diese Zahl ist aber nicht in Stein gemeißelt“, sagte Dannhäußer. Fakt sei eine Investitionsgrenze von 25 000 Euro. Für Creußen halte er eine geringere Zahl von Stellplätzen – etwa die Hälfte – für ausreichend. Der Bedarf grundsätzlich sei aber da. Immer wieder werde er von Schülern, aber auch Erwachsenen angesprochen, die ihre Fahrräder am Stellplatz hinter dem Fahrkartenautomaten abstellen.

Umsetzung erst 2020/21

Mit der Bahn werde bei einem Ortstermin nach einem sinnvollen Standort für den Fahrradstellplatz gesucht. Es sei auch möglich, den Förderantrag dann mit einer anderen Kommune zu stellen. „Hier ist es vorstellbar, den Antrag gemeinsam mit Schnabelwaid zu stellen, da hier der Bahnhof auch an der Bahnlinie nach Nürnberg liegt“, so Dannhäußer. Dazu will er Gespräche mit der Kommune aufnehmen. Geklärt werden müsse noch, wie die Anlage an einem unbesetzten Bahnhof – wie eben in Creußen – betreut werde. Außerdem stellte er klar, dass für das ganze Projekt im diesjährigen Haushalt keine Mittel eingeplant sind. An eine Umsetzung sei 2020 oder 2021 gedacht.

Wartung und Pflege

„Das ist eine gute Lösung, der Bedarf ist in Creußen da“, bestätigte auch Raimund Nols (SPD). Er fragte nach, wer die Folgekosten für Reinigung, Wartung und Entsorgung von Alträdern übernehme. Außerdem schlug er die Anlage von Sammelboxen für die Räder vor, um Sachbeschädigungen zu vermeiden.

Die Wartung und Pflege werde von der Bahn übernommen, wenn das so mit dem Unternehmen vereinbart sei, erwiderte Dannhäußer.

Angespannte finanzielle Lage

50 Stellplätze seien zu viel, war die Meinung von Egbert Wölfel (CSU). Der Betrieb der Anlage müsse von der Kommune gestellt werden, ergänzte er. Auch Renate van de Gabel-Rüppel begrüßte die Maßnahme und appellierte, einem Grundsatzbeschluss dafür zuzustimmen.

Petra Preißinger (CSU) schlug vor, die Maßnahme in zwei Bauabschnitten mit je 25 Abstellplätzen durchzuführen. Außerdem sollte das Förderprogramm „E-Bikes“ ergänzt werden. Bernhard Ohlraun (ÜWG-FW) lehnte den Vorschlag mit zwei Bauabschnitten ab. „Wenn wir das umsetzen, muss das in einem geschehen“, sagte er.

Willibald König-Zeußel (Grüne) appellierte, wenn an eine interkommunale Lösung gedacht werde, auch den Bahnhof in Vorbach mit aufzunehmen. „Hier hält kein Zug mehr“, wandte Nols dagegen ein.

„Ich kann mir das Ganze grundsätzlich schon vorstellen“, sagt Schnabelwaids Bürgermeister Hans-Walter Hofmann auf Kurier-Nachfrage. In Anbetracht der angespannten finanziellen Lage seiner Gemeinde sei er aber noch zurückhaltend. „Es muss erst mal geklärt werden, was da finanziell auf uns zukäme“, so Hofmann.

 

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