Fahrbahn senkt sich Langer Berg wird für Busse und Lkw gesperrt

Zu bestimmten Zeiten wird es am Langen Berg bei Pottenstein ziemlich eng. Busse und Lastwagen müssen in Kürze jedoch eine Umleitung benutzen, denn für Fahrzeuge, die schwerer als 3,5 Tonnen sind, wird die Straße gesperrt. Foto: Archiv/Ralf Münch

POTTENSTEIN. Die Straße „Langer Berg“ wird in Kürze (Ende November oder Anfang Dezember) für den Schwerlastverkehr (ab 3,5 Tonnen) und Busse gesperrt. Das Staatliche Bauamt begründet diese Maßnahme damit, dass sich die Straße in einem Abschnitt in den letzten Jahren um zwei Zentimeter gesenkt hat. Damit sei der „Warnwert“ erreicht, der eine teilweise Sperrung notwendig mache.

„Die Sperrung soll verhindern, dass sich die Straße weiter absenkt und im schlimmsten Fall irgendwann instabil werden könnte“, sagt Abteilungsleiter Fritz Baumgärtel. Er kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen, wie lange die Sperrung andauern wird. Die Pottensteiner werden sich aber auf einen längeren Zeitraum einstellen müssen, meint er. Denn die Situation am Hang ist kompliziert, was eine gestaffelte Abfolge von Baumaßnahmen notwendig macht.

Bau in den 1930er Jahren

Die neue Bergstraße, wie sie damals genannt wurde, ist mit viel Muskelkraft gebaut worden. In felsigen Abschnitten wurde gesprengt, damit die Straße am Hang entlanggeführt werden konnte. Die Steine, die man hangaufwärts beim Bau nicht brauchte, wurden weiter unten an Hang dafür verwendet, die Fahrbahn zu stützen. Wegen der zahlreichen Büsche und Bäume kann man am Hang die etwa 20 Meter hohe „Stützmauer“ mittlerweile nicht mehr erkennen.

Die Fachleute nennen dieses Bauwerk einen „Steinsatz“. Denn es handelt sich genau genommen nicht um eine Mauer, sondern eine Wand, bei der Stein auf Stein geschlichtet wurde.  Baumgärtel weiter: „Ich habe Respekt vor dieser Ingenieurleistung. Vor allem, wenn man bedenkt, welche Werkzeuge damals zur Verfügung standen.“

Straßensicherung 2019

Für das damalige Verkehrsaufkommen reichte der Unterbau völlig aus. Auch in den Jahrzehnten nach dem Krieg fuhren nur wenige Lastwagen auf der Bergstraße. Es waren zwar viele Autos unterwegs – doch die waren und sind keine Gefahr für die Statik. Mittlerweile werden aber pro Tag 100 Lastwagen und Busse auf diesem Abschnitt gezählt. Das hat dazu geführt, dass die Wand aus Steinen etwa nachgegeben hat: Um die oben genannten zwei Zentimeter, Tendenz steigend.

Für die Autofahrer wird diese Entwicklung deutlich, weil sich bereits Risse in der Fahrbahn gebildet haben. „Es besteht keine akute Gefahr, aber es muss was getan werden“, betont Baumgärtel. Das Straßenbaumt möchte deshalb den Steinsatz im kommenden Jahr stabilisieren. Die „Mauer“ wird dafür mit Ankern gesichert, die sich in einer Spritzbetonschale befinden. Die wiederum den bestehenden Steinsatz absichern wird.

Zwischenlösung

Wann für diese Baumaßnahme die Bagger anrollen werden, kann Baumgärtel noch nicht sagen. Das hängt von mehreren Faktoren ab: Zum einen müssen in diesem Gebiet die Belange des Naturschutzes beachtet werden. „Dabei kann es sich um ein längeres Genehmigungsverfahren handeln.“ Es gab zu diesem Thema bereits Vorgespräche mit der Regierung von Oberfranken.

„Die Signale aus der Bayreuther Behörde sind positiv“, ergänzt der Pottensteiner Bürgermeister Stefan Frühbeißer, der gleichzeitig auf die wichtige Rolle hinweist, die der Lange Berg im Leben der Stadt spielt. „Die Sanierung ist für uns eine absolut zwingende Maßnahme. Es muss laufen.“

Baumgärtel und Frühbeißer weisen aber darauf hin, dass es nicht leicht sein wird, relativ kurzfristig eine Baufirma für diese große Maßnahme zu bekommen. Das erklärte Ziel ist es, bis Ende nächsten Jahres (parallel zu den geplanten Felssicherungsmaßnahmen) die Betonschale am Hang zu befestigen, damit die Straße wieder uneingeschränkt nutzbar ist.

Die Zukunft

Mit dieser Zwischenlösung wird man aber nur einige Jahren leben müssen, so Baumgärtel, denn langfristig sind eine komplette Sanierung und ein teilweiser Neubau der Straße geplant. Auf Grundlage der geologischen Erkundungen und ständigen Messreihen wird von einem Fachbüro in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Geotechnik an der Technischen Universität München ein Bauwerks-Konzept für einen Ersatz der vorhandenen alten Stützkonstruktionen und Dammgründungen erarbeitet.

Das Bauamt strebt eine möglichst natur- und landschaftsbildverträgliche Lösung an, so dessen Leiter Kurt Schnabel.  Das Projekt müsse noch mit dem Innenministerium abgestimmt werden, denn der Bau werde wohl sehr teuer werden. „Das Projekt braucht aller Voraussicht nach eine Sonderfinanzierung.“

 

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