Fachkräfte-Suche Bayreuther Unternehmen bieten ihren Leuten viele Extras

Markus Stiefler und Linda Böhnlein von der Barmer Ersatzkasse beraten eine Gebo-Mitarbeiterin beim Gesundheitstag am Bezirkskrankenhaus. Foto: Moritz Kircher

BAYREUTH. Beim Gesundheitstag für die Mitarbeiter am Bezirkskrankenhaus Bayreuth geht es Schlag auf Schlag. Im Fünf-Minuten-Takt lassen die Mitarbeiter die wichtigsten Körperwerte durchchecken und holen sich von externen Experten Tipps, was sie für ihre Gesundheit tun können. Ihr Arbeitgeber bietet den Service kostenlos an – und natürlich anonym. Um an Fachkräfte zu kommen und gute Leute zu halten, bieten große Arbeitgeber in Bayreuth ihren Leuten zum Lohn ein breites Angebot an Zusatzleistungen.

Gebo

Betreiber des Bezirkskrankenhauses sind die Gesundheitseinrichtungen des Bezirks Oberfranken (Gebo). Die Idee, turnusmäßig einen Gesundheitstag für die Mitarbeiter zu veranstalten, hatte Personalrätin Daniela Götz. „Unsere Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut, gerade in der Pflege psychisch Kranker“, sagt sie. Und für den Gesundheits-Check, den die Belegschaft zwischendurch kostenlos machen kann, sind Linda Böhnlein und Markus Stiefler von der Barmer-Krankenkasse da. Sie messen Gewicht, Blutdruck, Körperfett, Muskelmasse, Sauerstoffgehalt im Blut und den Puls der Leute. Und dann geben sie Tipps. „Da sind wir in erster Linie beim Thema Bewegung und Ernährung“, sagt Markus Stiefler.

Der Gesundheitstag ist nur eine von vielen Sonderleistungen, die die Gebo anbietet. Es gibt Kurse für einen gesunden Rücken, Yoga, Klangschalentherapie und einen Kurs zur Dehnung, Entspannung und Muskelaufbau. Zweimal im Monat können die Gebo-Leute für einen kleinen Kostenbeitrag im Haus zur Massage gehen. „Die Kurse sind Selbstläufer“, sagt Personalrätin Götz.

Medi

Auch bei Medi, mit 1600 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Bayreuth, ist für die Mitarbeiter einiges geboten. Aus der Personalleiterin Kerstin Heim sprudeln die Sonderleistungen nur so heraus, die ihr Unternehmen anbietet. Kantine mit gesunden Essen, firmeneigener Sportraum, Morgenyoga, Rückenmobil, Raucherentwöhnung, psychosoziale Beratung – die Gesundheitsorientierung „passt zu uns als Hersteller medizinischer Hilfsmittel“, sagt Heim. „Besonders stolz“ sei man bei Medi auf die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

So kooperiert das Unternehmen mit Kinderkrippen, veranstaltet ein eigenes Sommerferienprogramm und berät schwangere Mitarbeiterinnen bis über die Geburt des Kindes hinaus. „Das ist unser Rundum-Sorglos-Paket für Eltern“, sagt die Personalleiterin. Auch wer zu Hause einen Angehörigen pflegt, bekomme im Unternehmen Unterstützung. Ist Homeoffice möglich? Klar. „Bei uns herrscht eine Vertrauenskultur“, sagt Kerstin Heim. Medi mache eine „lebensorientierte Personalpolitik“.

Markgraf

Mehr als nur einen Arbeitsplatz bietet auch das Bauunternehmen Markgraf seinen 271 Mitarbeitern am Firmensitz in Bayreuth. Dazu gehört ein wechselndes Sportprogramm. „Unseren Gesundheitszirkel“, nennt das Personalleiterin Anja Maßen. Aktuell läuft ein Kurs für Rückenfitness. Das Betriebsrestaurant biete eine „gesunde und ausgewogene Ernährung“. Außerdem bekomme jeder Fachbereich im Haus zweimal pro Woche einen Korb mit frischem Obst. Arbeitszeit? „Wir bieten natürlich die klassische Teilzeit, gerade für Eltern oder für ältere Arbeitnehmer“, sagt Maßen. Auch wer gesundheitliche Einschränkungen habe, könne sich mit der Personalabteilung auf spezielle Arbeitszeitmodelle verständigen.

Das Unternehmen initiiert auch Weiterbildungen, „wenn wir das Potenzial im Mitarbeiter sehen“, sagt die Personalleiterin. Auch wer sich in Eigeninitiative weiterbilden wolle, könne mit Unterstützung rechnen. Den Mitarbeitern zusätzliche Angebote machen, „das wird unseres Erachtens immer wichtiger“, sagt Anja Maßen. Das mache bei Bewerbern im Unternehmen „durchaus einen Unterschied“.

Tennet

„Das macht einen großen Unterschied“, ist auch Ulrike Hörchens, Sprecherin des Bayreuther Übertragungsnetzbetreibers Tennet, überzeugt. Gerade erst hat das Unternehmen die Firmenzentrale auf 800 Mitarbeiter ausgebaut. Offenes Bürokonzept, neueste Technologie, Co-Working- und Konferenzbereiche: „Unser Arbeitsumfeld ist ein sehr modernes“, sagt Hörchens.

Dazu unterstütze Tennet die Mitarbeiter mit seinem Familienprogramm bei der Kitasuche. Es gibt Sportprogramme. In der Mittagspause können die Mitarbeiter Yoga machen, nach Feierabend mit Kollegen zum Nordic Walking, Laufen oder Mountainbiken. In Zusammenarbeit mit einem Physiotherapeuten gibt es Angebote im Haus und auch mal ein Training mit den Bayreuther Basketballprofis. Dazu kommen Gesundheitsprogramme, zum Beispiel Kurse zur Stressbewältigung.

Die Resonanz? „Sehr positiv“, sagt Unternehmenssprecherin Hörchens. „Das sehen wir an der Auslastung der Kurse, die wir anbieten.“ Ein Unternehmen wie Tennet suche hoch qualifiziertes Personal. Die Konkurrenz ist groß. „Da sind solche Dinge sehr wichtig, um sich von anderen Unternehmen zu unterscheiden“, sagt Ulrike Hörchens.

 

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