Erster „Stolperstein“ in Hof

Erstmals wird in Hof ein Opfer des Nationalsozialismus mit einem „Stolperstein“ geehrt. Wie am Freitag bekannt wurde, erinnert der „Stolperstein“ künftig an den Hofer Kommunisten und Widerstandskämpfer Hans Merker (1904-1945).

Der Initiator des „Stolperstein“-Projekts, Gunter Demnig, teilt auf seiner Internetseite mit, dass am 30. Juli das kleine Denkmal installiert werden soll. An der Aktion beteiligt sind auch Schüler eines Hofer Gymnasiums, die den Anstoß für diese Ehrung gegeben hatten.

Merker war als aktives KPD-Mitglied unter anderem in den Konzentrationslagern und Buchenwald inhaftiert. Während eines Transports im Januar 1945 wurde Merker von SS-Männern bei einem angeblichen Fluchtversuch erschossen. Nach Kriegsende war eine Straße im Hofer Stadtgebiet bis zum Verbot der Kommunistischen Partei Deutschlands im Jahr 1956 nach Hans Merker benannt.

Mit seinen „Stolpersteinen“ erinnert der Kölner Künstler Gunter Demnig seit 1992 an das Schicksal von Menschen, die während der NS-Diktatur verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Betonsteine tragen eine Messingplatte mit individuellen Inschriften und werden in der Regel im Gehweg vor den letzten Wohnhäusern der NS-Opfer platziert. Mit inzwischen über 50.000 Steinen in Deutschland und 18 weiteren europäischen Ländern gilt das Projekt als „größtes dezentrales Denkmal der Welt“.

In Oberfranken gibt es „Stolpersteine“ unter anderem in Bamberg, Coburg und Kulmbach. Bayreuth gehört ebenso wie München zu den bayerischen Städten, in denen die Verlegung dieser Steine auf öffentlichem Grund bis jetzt nicht erlaubt ist.

epd

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