Ergebnis einer Stiftung: Kunstmuseum zeigt 2015 wiederentdeckten Maler Georg Jakob Best: Bayreuths "Jungstar"

Welcher Künstler wird berühmt, welcher nagt am Hungertuch? Nicht immer reicht Können aus - wie das Schicksal eines Malers zeigt, der bald in Bayreuth wiederzuentdecken ist. Das Kunstmuseum präsentiert Georg Jakob Best in einer Ausstellung. Und ein Kunsthistoriker ist aus dem Häuschen. 

Das Kunstmuseum Bayreuth blättert ein interessantes Kapitel der Kunstgeschichte auf – und widmet dem Maler Georg Jakob Best (1903 bis 2003) im kommenden Jahr eine große Ausstellung. Die Stiftung der Best-Tochter Viola Schweinfurter ist bereits eingerichtet, nun steht auch ein Termin: Ab 15. März soll das Werk des Paul-Klee-Schülers Best im Alten Rathaus zu bestaunen sein.

Viola Schweinfurter klingt dementsprechend erleichtert. Sie hatte nach einem Ort gesucht, an dem der Nachlass ihres Vaters nicht nur aufbewahrt, sondern auch gepflegt und aufbereitet werden kann. Nun ist nicht nur ihre Stiftung eingerichtet, es gibt mit der Schau im nächsten Jahr auch sichtbare Fortschritte. „Ich bin sehr gespannt auf die Ausstellung“, sagte sie gestern dem „Kurier“.

Insgesamt sind über 300 Bilder, die damit in den Besitz des Kunstmuseums übergegangen sind und damit in die Hände von Marina von Assel, die sich von Anfang an dafür stark gemacht hatte, dass die Stadt die Stiftung der Best-Tochter annimmt: „Best gehört zu den wenigen, die der kritische Paul Klee überhaupt angenommen hat.“

Zu den Bildern kommen Kartons voller Briefe, Entwürfe, Fotos. Darin wird einiges wiederzuentdecken sein, was zur Baugeschichte der jungen Bundesrepublik gehört. Wie andere Künstler auch, deren Karriere unter den Nazis abgerissen war, entwarf Best nach dem Krieg auch Kunst am Bau. Die wird aber oft als „Gebrauchskunst“ abgetan und spielt nur selten eine wichtige Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung. Möglicherweise ist auch darin ein Grund zu sehen, dass Best mehr und mehr in Vergessenheit geriet.

Mit ziemlicher Sicherheit waren es die zwölf Jahre des "Tausendjährigen Reiches", die Best die Vollendung kosteten. 1932 stand er auf dem Gipfel seiner bisherigen Laufbahn. In einer Ausstellung für Druckgraphik am Art Institute of Chicago wurden neben Arbeiten von Max Beckmann, Max Pechstein und Wassily Kandinsky auch Blätter von Best gezeigt. „Er war so etwas wie ein Jungstar“, sagt Christoph Wagner, der förmlich ins Schwärmen gerät: Best sei wesentlich wichtiger, als es zunächst ausgesehen hätte. 

Im selben Jahr 1932 nahm Paul Klee den 29-Jährigen in den kleinen Kreis seiner Schüler an der Kunstakademie Düsseldorf auf. Doch schon 1933 wurde Klee vetrieben. Best setzte seine Arbeit fort, geriet dann aber seinerseits ins Visier der NS-Kulturwächter. So entfernten die Nazis 1937 zwei Best-Bilder als „entartet“ aus der Mannheimer Kunsthalle. Nach dem Krieg konnte Best nicht mehr an seine Erfolge anknüpfen.

Bundesweite Beachtung

Die Einflüsse, die in Bests Werk nachvollziehbar sind, aber auch seine Verbindungen zu anderen Künstlern können nun genauer erforscht werden. In der Person Best zeigen sich auch die Kräfte des Marktes: Noch 1946 stellte Best neben anderen bedeutenden Malern wie Karl Schmitt-Rott und Erich Heckel. Während die „Brücke“-Künstler heute zum Kanon gehören und ihre Bilder auf Auktionen hohe Preise erzielen, geriet Best in Vergessenheit – so sehr, dass die Recherche nach dem Kaiserslauterner noch vor einem halben Jahr nur spärlichste Spuren ergab,

Weil sich über Best so wenig finden ließ, hatten die Bayreuther Grünen zunächst Skepsis geäußert. Die Zusammenarbeit mit der Stiftung von Viola Schweinfurter könne die Stadt teurer kommen als es dem Rang von Best angemessen sei.

Die Bedenken scheinen sich allgemein zerstreut zu haben. Und Wagner gratuliert den Bayreuthern: „Das ist ein großartiges Geschenk. Das Kunstmuseum hat damit alles, um eine wunderbare Ausstellung zu machen.“ Wagner prophezeit: "Das wird bundesweit Beachtung finden."

Er schreibt gerade an einer Monographie, sie soll kurz vor der Ausstellung erscheinen. Wissenschaftliche Expertise bietet er auch weiterhin an. „Es wäre schön, wenn die Stadt ein Symposium ausrichtet. Das wäre auch ein schöner Anlass, allen den Bedenkenträgern zu zeigen, wer Best wirklich war“, sagt der Regensburger Professor. „Wir wären bereit, uns einzubringen.“

 

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