Entscheidung in Eckersdorf Neue Halle soll auf unbebautes Grundstück an der Schule

Die beiden in Frage kommenden Grundstücke für die neue Halle an der Schule in Eckersdorf. Foto: Nils Katzenstein / Bearbeitung: Julia Frankenberger

ECKERSDORF. Der Eckersdorfer Gemeinderat hat sich vor Wochen dafür entschieden, Millionen Euro für eine Dreifachturnhalle in die Hand zu nehmen, die auch als Veranstaltungsort dienen kann. Jetzt hat man sich auch auf den Standort festgelegt – zumindest auf einen Favoriten. Beide möglichen Areale für den Neubau liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule. Ganz einfach wird das Projekt auf beiden Grundstücken nicht.

Baufläche 2: der Favorit

Pro: Der größte Vorteil ist zugleich der größte Nachteil der Alternative. Für die Baufläche 2 müsste die Gemeinde nur das Grundstück kaufen. Weitere Vorarbeiten sind nicht notwendig. Die Fläche ist frei, während sich auf Baufläche 1 aktuell die TSV-Tennisanlage befindet. Die Baufläche 2 könnte die etwas günstigere Option sein. Wobei Tobias Back vom Architekturbüro Baurconsult aus Haßfurt noch nicht über die Kosten sprechen wollte. Er stellte am Dienstagabend im Gemeinderat lediglich die beiden Möglichkeiten vor und enthielt sich weitgehend Aussagen zu den Kosten, weil es dazu noch zu viele Unwägbarkeiten gebe.

Die Schule und die Halle bekämen auf Baufläche 2 einen gemeinsamen, neuen Eingangsbereich. Ebenso wie die Schule würde die Halle hier direkt an den bestehenden Parkplatz angrenzen und wäre von dort aus direkt zugänglich. Die Mehrheit des Gemeinderats schien auch der Ansicht zu sein, dass sich die Baufläche 2 besser ins Ortsbild einfügen könnte.

Kontra: Das Gelände westlich der Schule ist nach Norden hin leicht ansteigend. Das Niveau von Baufläche 2 ist rund drei Meter höher als das von Baufläche 1. Um auf das Bodenniveau der Schule zu kommen, wäre also ein Aushub nötig. Tobias Back schlug vor, die Halle etwa drei Meter tief in den Untergrund zu bauen. Das erhöht die Kosten. Und es besteht die geringe Gefahr, dass bei einem Bodengutachten Altlasten zutage treten, die das Projekt verteuern. Mehrere Gemeinderäte waren aber in der Sitzung am Dienstag der Ansicht, dass das Risiko klein sei. Bei Bauprojekten in der Vergangenheit sei der Boden im Umgriff des Grundstücks auch nicht belastet gewesen.

Fazit: Der Gemeinderat entschied sich nach ausführlicher Diskussion bei einer Gegenstimme für die Baufläche 2 als Favorit. Vorausgesetzt, ein Baugrundgutachten ergibt keine unüberwindbaren Hindernisse und der Grundstückspreis bleibt im Rahmen, so will der Gemeinderat die Halle hier bauen.

Baufläche 1: die Alternative

Pro: Es gab im Vorfeld Bedenken, dass ein wuchtiger Hallenneubau die Kirche als prägendes Gebäude in der Gegend verdrängt. Die Baufläche 1 befindet sich jetzt exakt dort, wo sich jetzt die Plätze und das Vereinsheim der Tennisabteilung des TSV befinden. Also rund 90 Meter entfernt von der Kirche. Auf der Baufläche wäre südlich der neuen Halle außerdem noch Platz, um eine 100-Meter-Laufbahn zu bauen.

In der Halle soll nicht nur Schulunterricht und Vereinssport stattfinden. Dem Gemeinderat schwebt eine Veranstaltungshalle nach Vorbild der Speichersdorfer Sportarena vor. Es sollen künftig auch größere Veranstaltungen in Eckersdorf möglich sein. Die Baufläche 1 bietet dafür nach den Plänen von Tobias Back vom Haßfurter Architekturbüro Baurconsult etwas mehr Parkplätze als der nördlichere Bauplatz.

Kontra: Die Tennisplätze sprechen gegen die Baufläche 1. Denn entschiede sich der Gemeinderat für diesen Standort, müssten die Tennisplätze und das Tennisheim abgerissen werden. Die Gemeine wäre in der Pflicht, dem Verein woanders eine neue Anlage zu errichten. Das würde teuer werden. Auf bis zu 800 000 Euro könnten sich die Kosten dafür summieren, wobei einige Gemeinderäte und Bürgermeisterin Sybille Pichl der Ansicht sind, dass das auch günstiger möglich sein müsse.

Fazit: Es haben Vorgespräche mit der TSV Tennisabteilung stattgefunden, die einen Neubau nebst Umzug offenbar nicht ablehnen würde. Diese Option stellt der Gemeinderat nun aber vorerst zurück, weil ein Neubau auf der Baufläche 2 ohne diesen zusätzlichen Aufwand und vielleicht auch etwas günstiger realisierbar wäre.

Der spontane Vorschlag

Einen dritten Vorschlag brachte Matthias Schaub (FWG) während der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend spontan ins Spiel. Er wollte von Architekt Back wissen, ob die Halle nicht auf die Mitte zwischen die beiden Bauflächen passen würde. So könnten die Tennisplätze erhalten bleiben, und lediglich das Tennisheim müsste abgerissen und an anderer Stelle neu errichtet werden. Die Vorteile sieht Schaub darin, dass die Halle weiter von der Kirche weg und gleichzeitig mehr Platz für Parkplätze wäre. Winfried Parchent (CSU) äußerte die Befürchtung, dass die Halle dann zu nah an der Schule steht und Schatten aufs Gebäude wirft. Architekt Back nannte die Idee „nicht undenkbar“.

 

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