Entscheidung im Haager Schulstreit

Seit vier Jahren wird gestritten, jetzt hat die Regierung von Oberfranken eine Entscheidung gefällt. Entgegen des Ergebnisses eines Bürgerentscheids aus dem 2016 wird es keine Änderung des Schulsprengels für Haager Kinder geben. Foto: Archiv/Münch

Zwei Jahre nachdem sich eine Mehrheit der Haager Bürger dafür ausgesprochen hat, hat die Regierung von Oberfranken eine Änderung des Schulsprengels jetzt abgelehnt. Die genauen Gründe sind noch unbekannt.

In Haag bleibt somit alles beim Alten. Elf Grundschüler aus dem Ortsteil Haag und den umliegenden Ortsteilen werden zum neuen Schuljahr die Robert-Kragler-Grundschule Creußen besuchen, 21 Grundschüler aus Unternschreez und den umliegenden Ortsteilen werden in die Lerchenbühlschule in Bayreuth gehen. Auch bei den Mittelschülern wird sich nichts ändern.

Entscheidung nach zwei Jahren

Mit 340 zu 294 Stimmen hatten sich die Bürger im April 2016 dafür ausgesprochen, künftig alle Schüler in Bayreuth zu unterrichten. Damit lehnten die Bürger den Vorschlag des Gemeinderates ab, der vorsah, alle Grundschüler nach Creußen zu schicken. Die Gemeinderäte argumentierten allenvoran mit der Stärkung des Schulstandortes Creußen, zu dem die Gemeinde Haag mittels eines Schulverbands gehört. Die Initiatoren des Bürgerbegehrens aus Schreez hielten dagegen, dass viele Eltern in Bayreuth beschäftigt seien und nur wegen des nach Bayreuth orientierten Schulsprengels nach Schreez gezogen seien.

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Gemeinsam war beiden Lagern der Wunsch, künftig alle Kinder an einem Standort zu unterrichten. Über kurz oder lang sollte damit der Graben, der Haag und Schreez seit der Gebietsreform der 70-er Jahre teilt, überwunden werden. Entsprechend enttäuscht zeigt sich Haags Bürgermeister Robert Pensel (CSU) von der Entscheidung der Regierung. „Ich kann damit leben“, sagt Pensel zwar, eine einheitliche Lösung täte der Gemeinde aber gut. Und Pensel sagt, durch die Entscheidung sei auch eine Ungerechtigkeit nicht behoben worden. Die nämlich, dass Gastschulanträge von Eltern aufgrund strenger Vorgaben vom Gemeinderat auch weiterhin meist abgelehnt werden müssten.

Schreezer haben Entscheidung befürchtet

Sebastian Langer aus Unternschreez ist der Wortführer der Bürgerinitiative, die für eine Beschulung aller Kinder in Bayreuth gekämpft hat. Dass die Regierung den Bürgerwillen nicht umsetzt, habe er befürchtet. Die Bedenkenträger, die sich um die Zukunft des Schulstandorts Creußen gesorgt haben, hätten sich auffällig laut zu Wort gemeldet. Besonders schade sei die Entscheidung der Regierung, weil der Streit, der die Gemeinde weiter entzweit habe, umsonst geführt worden sei. Und Langer befürchtet, dass der Gemeinderat einen neuen Versuch unternehmen könnte, alle Grundschüler an Creußener Schulen zu schicken. Das glaubt Bürgermeister Pensel nicht. Niemanden sei daran gelegen, dass der Streit, der ihn seit seinem Amtsantritt vor vier Jahren begleitet habe, fortgeführt werde.

Einen Kommentar dazu lesen sie hier.

Beweggründe der Regierung unklar

Die Beweggründe für die Entscheidung der Regierung bleiben unterdessen unklar. Auf Nachfrage heißt es nur: „Im Zuge des Verfahrens konnte sich die Regierung ein genaues Bild der tatsächlichen Situation und der Interessenlagen vor Ort machen. In einem Abwägungsprozesses wurden sämtliche eingegangenen Stellungnahmen und Einwendungen schulfachlich und schulorganisatorisch geprüft, ausgewertet und gewichtet. Im Anschluss traf die Regierung die Entscheidung in Ausübung pflichtgemäßen Ermessens.“ Verpflichtet zur Umsetzung des Bürgerwillens war die Regierung also nicht.

Creußener Schule nicht in Gefahr

Dass die Creußener Schule andernfalls in ihrem Bestand gefährdet gewesen wäre, bestreitet Regierungssprecher Jakob Daubner. In dem Verfahren werde das grundsätzlich geprüft, die Gefahr habe bei der Grundschule Creußen nicht bestanden. Welche Bedenken von wem gegen eine Sprengeländerung genannt wurden, sagt der Regierungssprecher nicht. Auch Bürgermeister Pensel sagt, er kenne die Gründe nicht und warte auf eine schriftliche Begründung.

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