EM-Prognose: Favorit mit viel Konkurrenz

78 Mal hat Michael Müller das Trikot der Nationalmannschaft getragen und dabei 142 Tore erzielt. Der Bayreuther war bei den Weltmeisterschaften 2009 und 2015 im Einsatz sowie bei der Europameisterschaft 2010. Foto: Peter Kolb

Vorsichtig optimistisch klingt die Prognose von Michael Müller für die Europameisterschaft in Kroatien, die für die deutsche Mannschaft am Samstag mit dem Spiel gegen Montenegro beginnt (17.15 Uhr/ZDF): „Deutschland hat sich in der Weltspitze etabliert und gehört zu den Favoriten“, sagt der 78-malige Nationalspieler aus Bayreuth, der mit Zwillingsbruder Philipp für die MT Melsungen in der Bundesliga spielt. „Aber es wird sehr spannend, denn es gibt viel Konkurrenz auf hohem Niveau.“

Besonders respektvoll äußert sich der 33-Jährige über Dänemark und Frankreich: „Ich habe sie in einem Vorbereitungsspiel gesehen. Das sind zwei Topmannschaften, auch mit starken jungen Spielern.“ Erste Schwierigkeiten würden Müller aber schon in der Vorrunde nicht überraschen: „Andere Gruppen klingen von den Namen her vielleicht stärker. Aber in Kroatien gegen drei Teams aus dem ehemaligen Jugoslawien zu spielen, ist schon ein besonderer Faktor.“ Bei der Weltmeisterschaft 2009 an gleicher Stelle hat er es als Spieler des damaligen WM-Fünften selbst erlebt: „Die Stimmung ist geil!“ In der Hauptrunde muss die DHB-Auswahl dann unter anderem Olympiasieger Dänemark und Vizeeuropameister Spanien hinter sich lassen, um das Halbfinale zu erreichen: „Viel hängt davon ab, wie viele Punkte man aus der Vorrunde mitnimmt.“

Von Personalentscheidungen überrascht

Keine Kritik äußert Müller an der viel diskutierten Zusammenstellung des deutschen Kaders. Allerdings habe Bundestrainer Christian Prokop damit viel persönliche Verantwortung übernommen: „Es ging ihm nicht unbedingt darum, die 16 besten deutschen Spieler mitzunehmen, sondern die Spieler, die am besten in sein System passen.“ So erkläre sich auch die Nominierung der Debütanten Maximilian Janke und Bastian Roschek aus Prokops früherem Bundesliga-Team in Leipzig: „Die haben das verinnerlicht.“

„Überrascht war ich von allen drei Europameistern, die gestrichen worden sind“, bekennt Müller. Mehr noch als bei Fabian Wiede (Berlin) und Rune Dahmke (Kiel) bedauert er es aber bei seinem Vereinskollegen Finn Lemke: „Mag sein, dass er nicht so gut in das Abwehrsystem des Bundestrainers passt. Aber der Grundstein für den EM-Titel vor zwei Jahren wurde in einer perfekten Abwehr gelegt. Und die damalige Ausstrahlung von Finn können die Neulinge gar nicht haben.“

Trainingslager auf Fuerteventura

Für die Müller-Zwillinge selbst bedeutet die Bundesligapause keine Freizeit. Am Montag fliegen die Melsunger nach Fuerteventura, um sich auf die Rückrunde vorzubereiten. Dabei kommt es dem hessischen Tabellensechsten entgegen, dass sein Kader nicht ganz so stark von der EM belastet wird, wie die Rivalen im oberen Tabellendrittel. Neben Tobias Reichmann und Julius Kühn im DHB-Aufgebot kommen nur noch Kreisspieler Marino Maric (Kroatien) und Torhüter Nebojsa Simic (Montenegro) für einen EM-Einsatz in Frage. Beide sind aber angeschlagen und daher zumindest in der Vorrunde nicht dabei.

Für Michael Müller selbst geht es darum, die letzten Nachwirkungen seiner Fußverletzung zu Saisonbeginn zu überwinden: „Vielleicht sind wir dann ja etwas fitter als die Konkurrenz.“

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