Eisstadion Bayreuth Der öffentliche Lauf brummt

Präsentiert für das Eisstadion so gute Zahlen wie noch nie: Christian Möckel, der Leiter des Sportamts. Foto: Eric Waha

BAYREUTH. Die Bayreuther sind heiß aufs Eis. Zumindest auf das Kunsteis des Eisstadions. Denn das Sportamt hat jetzt, zum Ende der Kunsteis-Saison, einen dicken Strich unter eine Rekord-Saison machen können: Das Eisstadion hat so viele Schlittschuhläufer gesehen wie in keinem Jahr zuvor. Trotzdem bleibt auch dieses Infrastruktur-Angebot der Stadt: ein Draufzahlgeschäft.

„Wir haben ein Rekordjahr hingelegt“, sagt Christian Möckel, der Leiter des Sportamts, im Gespräch mit unserer Zeitung. „An Einnahmen aus dem öffentlichen Lauf haben wir 63.930 Euro erzielt.“ Umgerechnet auf die Zahl der Besucher, die auf Kufen im Kreis unterwegs waren, heißt das: „29.918 Besucher beim öffentlichen Lauf. So viele hatten wir noch nie.“

Zum Vergleich: Im Jahr 2015 zählte das Sportamt knapp 20.000 Schlittschuhfahrer und spielte mit dem Eisstadion knapp über 45.000 Euro ein. 

Seit einigen Jahren gibt es 
feste Zeiten

Unter dem Oberbegriff öffentlicher Lauf läuft im Eisstadion alles, was außerhalb der sportlichen Betätigung durch die Vereine stattfindet: Schulen, Uni, und alle, die einfach Lust auf Schlittschuhfahren haben. Möckel sagt, er führe die stetige Steigerung bei den öffentlichen Läufern darauf zurück, „dass wir vor drei, vier Jahren angefangen haben, feste Zeiten einzuführen und die auch nicht mehr zu verschieben. Die Bürger wissen jetzt einfach, wann der öffentliche Lauf ist“. 

In den Jahren davor habe es immer wieder von Jahr zu Jahr Verschiebungen gegeben, „was die Bewerbung des öffentlichen Laufs nicht grade einfach gemacht hat“. Ebenso hätten die Schlittschuh-Freunde nicht einfach und klar bei der Suche im Internet erkennen können, wann tatsächlich öffentlicher Lauf stattfinde.

Nach der positiven Entwicklung geht Möckel davon aus, dass das Eisstadion, das es seit 1975 gibt, schon bald nach Beginn der neuen Saison den 1,6-millionsten Besucher begrüßen könne. „Das dürfte im Dezember 2019 der Fall sein“, sagt Möckel.

Im Schnitt sind beim öffentlichen Lauf 112 Personen auf der Eisfläche. In den stärksten Monaten – im Dezember und Januar – verschiebt sich die Grenze deutlich nach oben: „Dann sind bis zu 300 Menschen gleichzeitig auf dem Eis. Wir machen uns schon seit einiger Zeit darüber Gedanken, ob man da nicht mal eine Grenze setzen sollte. Bei 350, zum Beispiel.“

Denn es gehe nicht nur um den Platz und die Sicherheit auf der 30 mal 60 Meter großen Fläche, sondern „da hängt ja mehr dran: Der Schlittschuh-Verleih von Dietmar Habnitt, der zwar sehr gut sortiert ist, aber halt irgendwann auch nicht mehr genug Schuhe hat“.

Das Eisstadion ist trotz der steigenden Besucherzahlen im öffentlichen Bereich „ein komplettes Draufzahlgeschäft“, sagt Möckel. Denn neben den Einnahmen aus dem Lauf habe man nur die Pachteinnahmen für den Kiosk und den Schlittschuhverleih, „was als Umsatzpacht zu verbuchen ist“.

Dazu kämen noch die eine oder andere Eiszeit, die an externe Vereine vermietet werde, wenn die Eiszeiten nicht selbst gebraucht werden. „Damit kann man kein Defizit decken“, sagt Möckel.

Und Joachim Oppold, der Pressesprecher der Stadt, ergänzt: „Das ist ja auch logisch, denn die Stadt sieht das als ein Angebot der Infrastruktur. Das ist der Weg, der politisch so gewollt ist.“ 

Kaum möglich, dem EHC mehr
 Eiszeit zu geben

Deutlich wird dabei: Vor dem Hintergrund des stark frequentierten öffentlichen Laufs und anhaltender Begehrlichkeiten anderer Vereine wird es kaum möglich sein, dem Wunsch des EHC Bayreuth nach deutlich mehr Eiszeiten zu entsprechen. Der EHC ist mit seinen über 200 Aktiven der Hauptnutzer der Eisfläche.

Die Eiszeiten seien halt endlich, obwohl das Eisstadion die meiste Zeit der Saison täglich von 7 bis 23 Uhr offen sei, sagt Möckel, der den Wunsch des Vereins nachvollziehen kann.

Signifikant steigern ließen sich die Trainingszeiten für den EHC bei den aktuellen Rahmenbedingungen aber nicht. Denn: Der öffentliche Lauf beansprucht 50 Prozent aller Eiszeiten. Und auch andere Vereine wie die BTS, die Eisstockschützen oder diverse Hobbymannschaften haben ein Anrecht auf ein Stück vom Kuchen. Man könne lediglich versuchen, den Belegungsplan durch Gespräche mit den Vereinen zu optimieren, um so dem EHC „die eine oder andere Trainingseinheit mehr“ zu bescheren.

Der Wunsch wäre eine 
zweite Eisfläche

„Diese Initiative des Sportamts ist klasse, und wir wissen das sehr zu schätzen. Sie wird aber leider nicht reichen“, sagt Sebastian Mayer. Der hauptamtliche Nachwuchstrainer des EHC betreut mit seinem Trainerstab nicht weniger als 180 Kinder und Jugendliche – Tendenz steigend – und bemüht sich auch in der kommenden Saison um eine erfolgreiche Zertifizierung durch den Deutschen Eishockey Bund (DEB).

Beim sogenannten Fünf-Sterne-Programm des DEB kamen die Bayreuther zuletzt nicht über einen Stern hinaus, weil sie im Bereich der U 13 und U 15 nicht genügend Eiszeiten nachweisen konnten. Für drei Sterne, wie sie ab der kommenden Saison von einem DEL 2-Standort wie Bayreuth vorgeschrieben sind, braucht es neben infrastrukturellen Verbesserungen im Eisstadion noch wesentlich mehr Eis für den Nachwuchs.

„Will man das aktuelle Niveau halten, wird man sich im Stadtrat entweder mit einer deutlichen Reduzierung des öffentlichen Laufs oder mit der Schaffung einer zweiten Eisfläche auseinandersetzen müssen“, sagt Mayer.

 

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