Eishockey Mehr Fans verdient

KOMMENTAR. Was ist bloß aus dem Eishockey-Standort Bayreuth geworden? Keine Skandale, keine Zerwürfnisse, keine Anfeindungen. Noch nicht einmal die Grundstimmung ist mehr mies.  

Geschäftsführer Matthias Wendel hat es doch tatsächlich binnen eines guten halben Jahres geschafft, die Spielbetriebs-GmbH in ruhiges Fahrwasser zu manövrieren. Mit viel Kommunikation, einigen Zugeständnissen und seriösem wirtschaftlichen Arbeiten ist es ihm gelungen – und das auch noch ganz geräuschlos –, den noch vor kurzem so schwer angeschlagenen Ruf des Standorts zu reparieren.

Eindrucksvolle Belege hierfür liefern gerade die Leistungsträger, die sich in der Geschäftsstelle die Klinke in die Hand geben, um schnellstmöglich ihren Vertrag zu verlängern. Anscheinend hat sich auch in Spielerkreisen herumgesprochen, dass man in Bayreuth pünktlich seine vereinbarten Bezüge bekommt und dafür nicht viel mehr zu tun braucht, als sich auf das Geschehen auf dem Eis zu konzentrieren.

Wobei wir bei den sportlichen Leistungen wären. Nicht einmal die sind schlecht. Ganz im Gegenteil! Unter der Führung von Trainer Petri Kujala haben sich die Tigers vom Prügelknaben zum derzeit heißesten Team der DEL2 gemausert. Der Finne hat dem Team einen klaren Matchplan verpasst und es mit einer Mischung aus Spaß und Respekt zur verschworenen Einheit geformt, an deren Moral und Können auch Spitzenteams zerbrechen.

Also alles in Butter im Tigerkäfig? Mitnichten! Die Zuschauerzahlen sind mit nur 1607 im Schnitt die niedrigsten der Liga, und das ist angesichts der starken Leistungen der Mannschaft ein Witz. Nur 1364 Zahlende haben gegen Ex-Tabellenführer Ravensburg die Pforten des Eisstadions passiert – peinlich. Es ist höchste Zeit, das zu ändern – nicht nur, um die Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen, sondern auch um zu zeigen, dass man hochklassiges Eishockey in Bayreuth überhaupt will. 

stefan.wolfrum@nordbayerischer-kurier.de

 

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