Einführung wird geprüft Wasserablesen in Weidenberg künftig per Funk?

Ob die Weidenberger ihren Wasserverbrauch auch künftig noch ablesen und melden müssen, entscheidet sich in einer der nächsten Sitzungen des Marktgemeinderates. Das geht auch per Funk. Foto: Udo Fürst

WEIDENBERG. Die Zeiten des Wasserzählerablesens in der Marktgemeinde könnten bald der Vergangenheit angehören. In der jüngsten Sitzung befasste sich der Gemeinderat nämlich mit dem Thema Funkwasserzähler. Heiko Goth von der Firma Diehl Metering erläuterte diese Technik detailliert. Bevor man endgültig über einen Austausch entscheidet, sollen die Kosten genau kalkuliert und die Bürger umfassend informiert werden.

1950 Wasserzähler gibt es in Weidenberg und seinen Ortsteilen. Bisher mussten die Eigentümer ihren Wasserverbrauch selbst ablesen und der Gemeinde mitteilen. Während die alten Geräte mechanisch funktionierten, laufen die neuen Zähler mit Batteriestrom. Laut Hersteller hält die Batterie 13 Jahre, muss also erst beim Austausch der Zähler neu eingesetzt werden.

Schleichender Wasserverlust fällt dem System auf

Das Ablesen funktioniert so: Die Wasserwarte fahren durch die Straßen und lesen per Funk über ein Empfangsgerät den Wasserverbrauch ab. Mittels einer speziellen Software werden die Daten an ein mitgeführtes Tablet und im Rathaus später auf den Computer des Sachbearbeiters übertragen.

Das Tablet reagiert sofort, wenn zum Beispiel bei einem Zähler auffällt, dass er ständig in Betrieb ist oder wenn der Wasserverbrauch große Unterschiede zum letzten Wert ergibt. In beiden Fällen könnte ein schleichender Wasserverlust dafür verantwortlich sein.

Bleifrei und langlebig

47 Millionen Funkmessgeräte hat die Firma Diehl in den vergangenen Jahren eingebaut. Heiko Goth warb vor den Gemeinderäten mit mehreren Vorteilen, die diese Art des Wasserablesens mit sich bringe: Die „statischen Ultraschallwasserzähler“ besäßen eine längere Lebensdauer und seien so umweltfreundlicher, ermöglichten eine einfachere Ablesung, erkennen sofort Schäden an den Leitungen und warnten ab drei Grad Wassertemperatur vor Frostgefahr. „Durch die Funkmessung werden Fehler reduziert und dadurch spart der Kunde Zeit und Geld“, betonte Heiko Goth.

Die neuen Geräte seien im Gegensatz zu den herkömmlichen Wasserzählern komplett bleifrei und langlebiger, weil mindestens ein Zählerwechsel entfalle. Der Fachmann versicherte auch, dass die funkenden Zähler keine Gesundheitsgefahr darstellten. „Die Zähler senden alle 14 Sekunden ein Signal für vier Millisekunden mit einer Signalstärke von sieben Milliwatt. Ein Babyphone hat zum Beispiel mit zehn Milliwatt eine stärkere Sendeleistung. Ganz zu schweigen von W-Lan mit 100 Milliwatt oder einem schnurlosen Telefon mit 250 Milliwatt.“

Datenschutz soll gewährleistet sein

Sollte sich Weidenberg für die durchschnittlich 120 Euro teuren Funkwasserzähler entscheiden, werden Gemeindearbeiter die Werte in der Regel am 31. Dezember jeden Jahres per Funksignal von der Straße aus abrufen. Wer seinen Zählerstand für eigene Zwecke ablesen will, könne dies über das digitale Display des Ultraschallzählers jederzeit tun.

Ein Datenmissbrauch sei laut Heiko Goth ausgeschlossen. „Es können keine Rückschlüsse auf das persönliche Netzverhalten gezogen werden.“ Übermittelt würden lediglich Zählernummer, Zählerstand und eventuelle Fehlermeldungen. Kundenbezogene Daten wie Abnehmer oder Anschrift würden nicht übertragen.

 

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